Alter Sprüche – kinder

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Fromm in der Jugend, ein Teufel im Alter.

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Man sagt vom Alter, es sei geschwätzig, aber ich dächte doch, es dürfte gesprächig sein; man hat viel zu sagen und sagts doch wohl auch kühnlich, was man früher weislich davon gehen ließ.

Goethe, J. W., Briefe. An H. G. Hotho, 19. April 1830

Verstand, Vernunft und Klugheit finden sich bei den Greisen, und hätte es nie Greise gegeben, so hätte es auch nie Staaten gegeben.

Cicero, Cato der Ältere über das Greisenalter (Cato maior de senectute), 44 v. Chr. Originaltext: Mens enim et ratio et consilium in senibus est; qui si nulli fuissent, nullae omnino civitates fuissent

Bettet doch alte Menschen weich und warm und lasset sie recht genießen, denn weiter vermögen sie nichts mehr; und beschert ihnen gerade im Lebens-Dezember und in ihren längsten Nächten Weihnachtsfeiertage und Christbäume! Sie sind ja auch Kinder, ja zurückwachsende.

Jean Paul, Aufsätze. Politisches und poetisches Allerlei

Würde, hohe Stellung oder großer Reichtum sind in gewissem Sinne notwendig für alte Leute, um die jüngeren in einer bestimmten Entfernung zu halten, die sonst allzu fähig wären, auf ihre Jugend pochend, sie zu beleidigen.

Swift, Gedanken über verschiedene Gegenstände (Thoughts on Various Subjects), gemeinsam mit Alexander Pope verfasst

Feigherzig und geschwätzig ist das Alter.

Schiller, Die Braut von Messina oder die feindlichen Brüder. Ein Trauerspiel mit Chören, 1803. Chor

Der Schrecken kann den Menschen in kurzer Zeit um viele Jahre älter machen; schon mancher ist über Nacht Großvater geworden.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Seien wir Männer mit den Männern, immer aber Kinder vor Gott, denn in seinen Augen sind wir ja nur Kinder. Selbst das Alter ist vor der Ewigkeit nur der erste Augenblick eines Morgens.

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Die Jugend erlaubt sich manche Willkür, das Alter gehorcht unwillig der Notwendigkeit.

Goethe, J. W., Briefe. An Johann Sulpiz Melchior Dominikus Boisserée, 27. Juni 1826

Die Jahre Die Jahre sind allerliebste Leut: Sie brachten gestern, sie bringen heut, Und so verbringen wir Jüngern eben Das allerliebste Schlaraffenleben. Und dann fällt's den Jahren auf einmal ein, Nicht mehr wie sonst bequem zu sein, Wollen nicht mehr schenken, wollen nicht mehr borgen Sie nehmen heute, sie nehmen morgen.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Epigrammatisch, entst. 1812-1814. Originaltext

Die alten Tage sind nichts anderes als ein zweites Säuglingsalter.

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Die Jugend spottet über die Erfahrungen des Alters, bis sie selbst einsehen lernt, daß die Erfahrungen des Alters doch ein Vorsprung sind.

Vogel, Im Zwielicht. Aphorismen, 1946

Die Jahrevorden Vierzigern tragenuns, aber die hernach hocken auf in die Kiepe und wir müssensieschleppen.

Busch, W., Briefe. An Friedrich August von Kaulbach, 29. Oktober 1881

Junge Leute gehen in Gruppen. Erwachsene in Paaren und alte Menschen allein.

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Die Ehrfurcht vor dem Alter erstreckt sich nicht auf gebratene Hühner.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Entfloh mit der Jugend der Zauber der Schönheit, Die heitere Laune, das glühende Herz, Entschädigt dafür uns im Alter die Weisheit, Verständnis für Schönheit, Empfängnis für Scherz.

Martin, Sonnenblumen und Nachtschatten. Spruch-Gedichte, 1865

Die veränderlichen Triebe der menschlichen Alter Nach Puppen wird das Kind sich sehnen, Der muntre Jüngling nach der Schönen, Der Ruhm erhitzt des Mannes Fleiß, Und Gold begehrt der matte Greis. Bei so veränderlichen Trieben, Wer wird sein wahres Glücke lieben? Nur der, der Schönen, Ruhm und Geld Für Puppen der Erwachsnen hält.

Kästner, Gesammelte poetische und prosaische schönwissenschaftliche Werke, 4 Bde., 1841

Denn der Alten Kühlsinnigkeit Stillt der Jungen Kühnsinnigkeit; Und der Alten lange Erfahrung, Die dient den Jungen zur Bewahrung.

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Jedes Alter hat ja seine Meinung, und das ist nun einmal so.

Ernst, Occultistische Novellen, 1922

Eigentlich jung kann man nur im Alter sein.

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Lacht nur über das Alter, ihr Jungen, ihr lacht nur über eine Vergangenheit, die eure Zukunft ist!

Ebner-Eschenbach, Aphorismen (in: Weisheit des Herzens, hg. von Heinz Rieder), 1958