Alter Sprüche – kinder

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Jugend im Alter Wie auch spät noch im Herbst um wetterzerfressenen Zaunpfahl Windenblume sich schlingt mit weißem Lilienkelche, so auch frage du nichts nach der Borke herbstlicher Jahre! Farbige Blüte dir web' auch ins entblätterte Alter!

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Wie für unterschiedliche Jahreszeiten, so ziemt sich auch für unterschiedliche Lebensalter eine andere Handlungsweise.

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Das Alter ist eine Krone von Nesseln, die Jugend von Rosen.

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Die Jugend hasst das Alter, weil es sie zu hemmen droht; das Alter hasst die Jugend, weil sie den Besitz bedroht.

Bosshart, Bausteine zu Leben und Zeit, posthum hg. von Elsa Bosshart-Forrer, 1929

Auch wenn uns unsere Jugend Liebe und Blumen gab, das Alter läßt uns Freunde und Wein haben.

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Der Naturkreis Alles, du Ruhige, schließt sich in deinem Reiche, so kehret Auch zum Kinde der Greis, kindisch und kindlich, zurück.

Schiller, F., Gedichte. Erstdruck 1797

Ein Balg Die alte Frau hat ein hartes Gesicht, Doch kluge, sanfte Augen, Die wenig mehr beim Pfenniglicht Und nicht zum Weinen taugen. Sie war ein Balg … Als Findelkind Verlass'ner als die Armen, Bat weder Herren noch Gesind Um Futter und Erbarmen. Sie griff fest zu und schaffte stramm Wie ehrbar ernste Leute, Daß nie sie Unverdientes nahm Erfreut das Weib noch heute. Sie zeigt auch jetzt mit Bauernstolz Erdarbte Talerscheine: "Die sind mein unverbranntes Holz, Meine ungetrunknen Weine… Die sind mein ungegessenes Brot, Auf jedem steht geschrieben: Ein Alter ohne Schand' und Not… Und was mir Gott schuldig geblieben."

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Das ist das Ärgste, im Alter leiden um einer Jugendtorheit willen.

Ebner-Eschenbach, Das Gemeindekind, 1887

Jugend ordnet unter Begriffe, das Alter unter Erlebnisse.

Toeche-Mittler, Stimmungsgedanken über Raum und Zeit, 1907

Jedem Alter sind gewisse Neigungen und leidenschaftliche Triebe eigen.

Knigge, Über den Umgang mit Menschen, Erstdruck 1788, hier nach der 3. erweiterten Auflage von 1790. Zweiter Teil, 1. Kapitel, 1.

Ich bin zu alt, um etwas zu tadeln, Doch immer jung genug, etwas zu tun.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Zahme Xenien 4

Laßt zahme Xenien immer walten, Der Dichter nimmer gebückt ist. Ihr ließt verrückten Werther schalten, So lernt nun, wie das Alter verrückt ist.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Zahme Xenien 4

Mit dem Alter kommt Schlaflosigkeit – ein Wink, daß die Alten wachen sollen über und für die Jüngeren, die schlafen, und nachdenken über und für das Wohl der Unmündigen.

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Als ich jung war, fürchteten die Kranken mich, jetzt, da ich grau geworden bin, fürchte ich die Kranken.

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Erwirb dir in der Jugend ein Alter im Geist, und du wirst im Alter eine Jugend im Herzen tragen.

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Wie die Jugend aus sich heraussingt, so singt das Alter in sich hinein.

Rothe, Stille Stunden. Aphorismen aus Richard Rothe's handschriftlichem Nachlaß, 1872

Der Jugend gehört die Welt. Im mittleren Alter hat man nur noch Verpflichtungen. Im Alter landet man in der Abstellkammer des Lebens.

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Wir Alten stehen euch Jungen nach. Wenn der Vater euch nicht gleich zu Willen ist, so sagt ihr ihm ins Gesicht: "Bist du nicht auch einmal jung gewesen?" Der Vater aber kann zum unverständigen Sohn nicht sagen: "Du bist auch einmal alt gewesen!"

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Ich wollte das Alter gern der Jugend gleichsetzen, wenn es nur nicht die Enge der Bewegung, die Schwere der Erinnerung, die Bitternis der Erfahrung hätte.

Toeche-Mittler, Stimmungsgedanken über Raum und Zeit, 1907

Häßlich grinst das Alter und Verderben, der Jugend Lebensdurst und das Gesicht der Erben.

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Es weinet die Jugend, es weinet das Alter; aber dort tauet der Morgen, hier nur der Abend!

Jean Paul, Herbst-Blumine oder gesammelte Werkchen aus Zeitschriften, 3 Bde., 1810-20. Erstes Bändchen. II. Meine Miszellen. 3. Polymeter. Aus: Die doppelten Thränen