Alter Sprüche – klassisch

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Laßt (ihr Götter) mich nicht ein alter Polterer werden, der aus Neid die jüngeren Geister ankläfft, oder ein matter Jammermensch, der über die gute alte Zeit beständig flennt.

Heine, H., Gedichte. Buch der Lieder, 1827

Vergiß die Alten nicht; sie lehren stets die Welt.

Schwabe (Hg.), Belustigungen des Verstandes und Witzes, 1741-45. Auf das Jahr 1743. Aus: Sendschreiben, an den jungen Herrn von H.

Nichts gibt Frauen eine königlichere Haltung, als das Bewußtsein, daß sie ihr Alter besiegt haben (den Kampf aufgegeben haben).

Schnitzler, Aphorismen und Betrachtungen, 1967

"Deine Zöglinge möchten dich fragen: Lange lebten wir gern auf Erden, Was willst du uns für Lehre sagen?" Keine Kunst ist's, alt zu werden, Es ist Kunst, es zu ertragen.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand. 1827, Zahme Xenien, Kap. 1

Die Zeit, in der man nicht mit dem Körper, sondern dem Geist erkennt, daß mit dem Wasser der Schlaf das Beste in der Welt ist.

Raabe, Gedanken und Einfälle (Sämtliche Werke, Dritte Serie, Bd. 6), 1913

Es ist des Alters schöne Weise, die noch übrigen Tage des Lebens in schön geordneter Folge, einen heller, klarer, ungetrübter als den andern, zu erwarten, in gleichem Maße wie das Inwendige geordneter wird, die Leidenschaften gezähmt, das Tun Frucht eines vernünftigen, freien Willens geworden, das Gemüt sich mit Gott und den Menschen versöhnt hat und nun in stiller, schöner Ruhe die Erfüllung der Verheißungen Gottes erwartet, den schönen Gottesfrieden, der über allen Verstand geht.

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Ich lernte diesen Spruch am Rheine: Verständnis stellt sich langsam ein; Für letzte Weisheit uhd edelste Weine Muß man bei guten Jahren sein!

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Unwandelbar O fürchte nicht, wenn dir das Alter Vom Haupte Blüt' um Blüte bricht, Daß dann ein Blick, ein trüber, kalter, Fall' auf dein bleiches Angesicht. Wohl blässer wird der äuß're Schimmer, Doch heller wird der inn're Schein; Drum lieber nur und tiefer immer Schau' ich ins Auge dir hinein. Da seh' ich all' die Liebesfülle, Die reicher ward von Jahr zu Jahr; Es dringet durch des Alters Hülle Der Seele Schönheit hell und klar. Da seh' ich nicht die müden Wangen, Der Jahre Furchen seh' ich nicht – Es ist mir strahlend aufgegangen Dein inn'res Engelsangesicht.

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Wenn dem früheren Alter Tun und Wirken gebührt, so ziemt dem späteren Betrachtung und Mitteilung.

Goethe, J. W., Gedichte. West-östlicher Divan. Noten und Abhandlungen zu besserem Verständnis des west-östlichen Divans. Einleitung

Es dringet durch des Alters Hülle Der Seele Schönheit hell und klar.

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Ehret den Greis, der in Folge seines Alters sein Wissen vergessen hat.

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Werde jung alt, so bleibst du lang alt.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Man altert nur von 25 bis 30, was sich bis dahin erhält, wird sich wohl auf immer erhalten.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1838

Wenn man alt wird, muß man sich schmücken.

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Der morsche Stamm des Alters ergrünt noch einmal umrankt von dem Efeu der Erinnerung.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Das Jahr übt eine heiligende Kraft; was grau vor Alter ist, das ist dem Menschen göttlich.

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Wallensteins Tod, 1799. 1. Akt, 4. Auftritt, Wallenstein

Wäre das Alter so weise ohne die Torheit der Jugend?

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Unter den Menschen soll man die alten wählen, unter den Werkzeugen die neuen.

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Manche Runzel in altem Gesicht ist ein Strombett versiegter Tränen.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Nichts ist ehrwürdiger als ein Greis, der die Prüfungen der Eitelkeit, der Wollust, des Hochmutes, der Rangsucht, des Geldgeizes rüstig überstanden, und seine Argo durch all diese Klippen ohne Leck geführt hat. Die Anzahl solcher Greise ist sehr gering. Die meisten Menschen, die nicht an ein Ruder angeschmiedet, sondern freie Herrn ihres Fahrzeuges sind, bleiben gleich beim Ausfahren an einem jener Riffe hängen.

Jacobs (Hg.), Auswahl aus den Papieren eines Unbekannten, 3 Bde., 1818-22

Nicht derjenige ist der älteste, der von der Wiege am weitesten entfernt ist, sondern der, welcher dem Grabe am nächsten steht.

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