Alter Sprüche – klassisch

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Grau ist ein Zeichen von Altertum und nicht von Weisheit.

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Nehmt ab mir dreißig Jahre, Dazu die grauen Haare Und meinen Hofratsbauch, So laß ich euch die Mittel So laß ich euch die Titel Und meinen Lorbeer auch.

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Ein schönes Alter ist des Lebens Krone; Nur dem, der sie verdient, wird sie zum Lohne! Wer lange trug des Daseins schwere Bürde Und alt sein Haupt noch aufrecht hält mit Würde, Gibt dadurch Zeugnis, daß er seinem Leben Von Jugend auf den rechten Halt gegeben.

Coutelle/Bodenstedt (Hg.), Pharus am Meere des Lebens. Anthologie für Geist und Herz, hg. von Carl Coutelle und Friedrich Bodenstedt, 24. Auflage 1896 (EA: 1833)

Alt und alt gesellt sich bald.

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Da [im Alter] sieht man fest zurück, der Täuschungen entledigt, ledig aller Hoffnungen auf den Regenbogen der Jugend. Die mühsame Kletterei auf den Montblanc dieses irdischen Daseins ist vollendet; der Wanderer ruht auf der kalt scheinenden Zinne in der Wärme des Nachgenusses, der Würdigung.

Bentzel-Sternau, Das goldne Kalb. Eine Biographie (4 Bde., anonym veröffentlicht), 1802-1804. Vierter Band

Alt ist derjenige, der Wahrheit erworben hat.

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Im hohen Alter, wo uns die Jahre nach und nach wieder entziehen, was sie uns früher so freundlich und reinlich gebracht haben, halte ich für die erste Pflicht gegen uns selbst und gegen die Welt, genau zu bemerken und zu schätzen, was uns noch übrig bleibt.

Goethe, J. W., Briefe. An Carl Friedrich Moritz Paul Graf von Brühl, 15. Oktober 1831

"Madame, der Herbst Ihres Lebens ist mehr wert als der Frühling Ihrer Gefährtin."

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Nicht die Jahre, sondern die Untätigkeit macht uns alt.

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Andern altert das Herz zuerst und andern der Geist. Und einige sind greis in der Jugend: aber spät jung erhält lang jung.

Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe aller Teile 1892). Erster Teil. Die Reden Zarathustras, 1883. Vom freien Tode

Auf das Alter Dem Alter nicht, der Jugend sei's geklagt, Wenn uns das Alter nicht behagt.

Lessing, G. E., Gedichte. Sinngedichte, Nachlese

Alter ist Freiheit, Vernunft, Klarheit, Liebe.

Tolstoi, Tagebücher. 1904

Es ist das Priesteramt des Greisen, Den Weg zum Himmel uns zu weisen.

Toeche-Mittler, Stimmungsgedanken über Raum und Zeit, 1907

Das Alter bringt in unsre Seele sowohl Runzeln, als in unser Gesicht, und man trifft keine Seele an, die nicht im Alter nach Säure und Schimmel röche.

Charron, Die wahre Weisheit oder Sittenlehre des Weltbürgers (De la Sagesse, 1601), dt. Übersetzung in 2 Bänden, 1779/80

Man kann das Älterwerden nicht vermeiden, wohl aber das Altern.

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Stets war's der ganzen Welt gemein, daß Jugend grünt und blüht, doch jung in alten Tagen sein, das lerne dein Gemüt.

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Ist der Mantel alt, so ist er kalt.

Mechthild von Magdeburg, Das fließende Licht der Gottheit, 1869. VI, 21

Zuweilen begegnet man Menschen, die sich bis ins hohe Alter die Frische des Geistes bewahrt haben. Das ist der Lohn des höheren Lebens, das sie geführt.

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Manchmal ergreift das Altern zuerst den Körper, manchmal aber auch den Geist.

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Mancher wird auch für seine Wahrheiten und Siege zu alt; ein zahnloser Mund hat nicht mehr das Recht zu jeder Wahrheit.

Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe aller Teile 1892). Erster Teil. Die Reden Zarathustras, 1883. Vom freien Tode

Wohl dem, dem nicht körperliche Schwäche, nicht Entsagung, sondern Erfahrungsreichtum, Weisheit die Anzeichen des Alters bringen!

Toeche-Mittler, Stimmungsgedanken über Raum und Zeit, 1907