Alter Sprüche – klassisch

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Die Alten bestimmten die Moral, da sie ihre Triebe zu beherrschen gelernt haben, als sie schwach geworden waren; die Jungen erlauben sich ihr Ausleben und missachten das, was den Alten immer teuer war – die feste Form, die Hierarchie und den Schutz des Erreichten an Besitz, Bildung, gesellschaftlicher Stellung.

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Wer nicht alt werden will, muß früh sterben.

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Alter ist nur geehrt unter der Bedingung, dass es sich selbst verteidigt, seine Rechte behält, sich niemandem unterordnet und bis zum letzten Atemzug die eigene Domäne beherrscht.

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Alt zu werden unter jugendlichen Völkern, scheint mir eine Lust, doch alt zu werden, da wo alles alt ist, scheint mir schlimmer, denn alles.

Hölderlin, Hyperion oder der Eremit in Griechenland, 2 Bde., 1797-99. Zweiter Band. Zweites Buch. Hyperion an Bellarmin

Das ist des Alters Los auf Erden, daß alle Rechte zu Pflichten werden.

Heyse, Spruchbüchlein, 1885

Neues will der Edle schaffen und eine neue Tugend. Altes will der Gute, und daß Altes erhalten bleibe.

Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe aller Teile 1892). Erster Teil. Die Reden Zarathustras, 1883. Vom Baum am Berge

Alte Kuh gar leicht vergisst, Dass sie ein Kalb gewesen ist.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Wenn der Adler alt wird, so werden ihm seine Federn schwer und die Augen dunkel. Dann sucht er einen ganz erfrischenden Quell auf und fliegt vom Quell hinauf zur Sonne. Da verbrennt er seine Federn, und er stürzt hinunter zu der Quelle, die er sich ausgesucht hat. Das tut er dreimal, und dadurch wird er wieder jung und sieht wieder. Genauso soll der Mensch tun.

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Die Hitze des Lebens blendet unseren Geist, wie die Sonnenglut eines heißen Tages das Auge. Erst am kühlen Abend schaut die Seele in den Tiefen der still heraufziehenden Nacht die ewig brennende Kerze der Unvergänglichkeit, gleich einem freundlichen Stern, der im Abgrunde der Finsternis leuchtet.

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Wie das Gesetz das Diadem und die Krone als Symbol der Herrscherwürde verleiht, so die Natur das graue Haar.

Plutarch, Moralia (Moralische Schriften und Abhandlungen). Ob ein Greis noch Staatsgeschäfte treiben soll?

Das Alter raubt dem geistreichen Menschen nur die für die Weisheit zwecklosen Eigenschaften.

Joubert, Gedanken und Maximen, in: Die französischen Moralisten: Neue Folge. Galiani, Fürst von Ligne, Joubert, Dieterich Verlag 1940. Über Lebensalter, Leben und Tod

Das reife Alter ist aller Freuden des blühenden Jugendalters fähig und das hohe Alter aller Freuden der Kindheit.

Joubert, Gedanken und Maximen, in: Die französischen Moralisten: Neue Folge. Galiani, Fürst von Ligne, Joubert, Dieterich Verlag 1940. Über Lebensalter, Leben und Tod

Es sollte schön sein, alt zu werden, voll des Friedens, der aus Erfahrung stammt, und voll der Falten reifer Erfüllung.

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Jung zu Jung und Alt zu Alt, jeder sich zu sein's Gleichen halt'.

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Zeige man doch dem Jüngling des edel reifenden Alters Wert und dem Alter die Jugend, daß beide des ewigen Kreises Sich erfreuen und so sich Leben im Leben vollende!

Goethe, Hermann und Dorothea. Versepos, 1797. Urania. Aussicht. Pfarrer zu den Eltern

Ich will nicht sehen die gefürchteten Schwächen des Alters; kräftige Verachtung gelobe ich mir gegen jedes Ungemach, welches das Ziel meines Daseins nicht trifft, und ewige Jugend schwöre ich mir selbst.

Schleiermacher, Monologen. Eine Neujahrsgabe, Erstdruck 1800. V. Jugend und Alter

Kein Mittelalter ist so grauenvoll Wie Mittelalter deiner Lebensfrist; Wann du dahinschwankst zwischen weis' und toll, Bist du - ich weiß es kaum, was du dann bist.

Byron, Childe Harolds Pilgerfahrt (Childe Harold's Pilgrimage), 1812-18

Die Alten Die Welt ist alten Leuten gram und ehrt sie kaum mit einem Blicke, Das macht: die Alten kummen drauff und weisen andren ihre Tücke.

Logau, Sämmtliche Sinngedichte, 1872 (EA: 1654). Originaltext

Verachte einen Menschen nicht, weil er alt ist; denn wir werden ja wohl auch alt werden.

Altes Testament. Das Buch Jesus Sirach (#Sir 8,7)

Der Jugend Tugend gibt dem Alter noch Jugend.

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Alt sein heißt ja nicht schwach sein; es heißt nur doppelt wach sein für das, was wahr und echt. Du lebenslang ein Wäger des Echten und sein Heger, just dir steht Altsein recht!

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