Alter Sprüche – zeit
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Weißt du, was schlecht ist, im Alter? – Wenn es ein Aufbau, ein Übereinandertürmen rumpliger Vorurteile geworden; durch das die heilige Anlage der Jugend nicht mehr durchdringt, aber wo der Geist durch alles gehäufte Elend des Philistertums, dieser ganz unwahren, aber wirklichen Wahnwelt, durchdringt zur Himmelfreiheit, zum Äther und dort aufblüht, da ist Alter nur das kräftigste Lebenszeichen der Ewigkeit.
Das Alter gräbt uns mehr Falten in den Geist als in das Gesicht.
A. Sie sind sehr alt geworden. B. Ja, das ist gewöhnlich der Fall wenn man lange lebt.
Ottilie Es hat der ernste Gang der Jahre Dein Antlitz leise schon gekerbt Und dir die dunkelbraunen Haare Zu mattem Silber fast entfärbt. Doch hold und schlank sind noch die Glieder, Die du so leicht im Gange regst, Und reich hängt deine Flechte nieder, Wenn du sie tief im Nacken trägst. Und Stunden gibt es, wo die ganze Zurückhängende Jugend bricht Aus deinem Aug mit scheuem Glanze, Der von verlornem Leben spricht. Dann will es schmerzlich mich durchsprühen, Und küssen möcht ich deinen Mund! Du fühlst es, und mit sanftem Glühen Erbebst du tief im Herzensgrund. So bebt des Herbstes letzte Traube, Vergessen von des Winzers Hand, Mit letzter Glut im fahlen Laube, Wenn sie ein später Wandrer fand.
Tiefer Friede Die Tage verblassen, die Stunden zergehn, Die Waffen rasten und rosten; Ich bin von vorn und von hinten besehn Ein armer verlorener Posten. Es kreisen die Dohlen, es kriecht das Gewürm, Die Menschen hassen und lieben; Ich bin wie ein alter Regenschirm In Gedanken stehengeblieben. Staub deckt meine Falten, es wackelt der Knauf, Es wankt das Skelett unterm Knaufe; Ich wollte, des Schicksals Hand spannte mich auf Und hielte mich unter die Traufe.
Mit ungehemmten Flügeln dringen Wir jung wie Adler in die Luft; Doch jeder Tag kürzt uns die Schwingen, Und endlich sinken wir gelähmt zur Gruft.
Das Alter, das den Menschen der Lächerlichkeit aussetzt, nimmt ihm zugleich auch das Gefühl für diese Lächerlichkeit.
Und hin schwindet die Zeit, stillschweigend beschleicht uns das Alter, Die kein Zügel zurückhemmet, die Tage, entfliehn.
Jeder möchte lange leben, aber keiner will alt werden.
Über die Torheiten unserer Jugend erröten wir nicht, aber über die Torheiten unseres Alters.
Das Alter hat moosige Auswürfe der Schwäche, die Jugend hat die grünende der Kraft.
Das Alter ist eine Insel umringt vom Tod.
Nach und nach wird es dann einsamer um uns, vieles wird uns gewaltsam entrissen, das meiste lernen wir aufgeben, denn die Ansprüche steigen und werden nur selten befriedigt, und nur weniges, dies aber dann um so inniger, können wir bis ans Ende festhalten.
Das Altern ist eine heimtückische Krankheit, die sich ganz von selbst und unbemerkt einschleicht.
O du schwere Last des Alters, wie verhaßt bist du!
Im Alter gibt es keinen schöneren Trost, als dass man die ganze Kraft seiner Jugend Werken einverleibt hat, die nicht mitaltern.
Es ist ein Unterschied, ob man nur älter wird oder veraltet.
Am Ende des Lebens gehen dem gefaßten Geiste Gedanken auf, bisher undenkbare; sie sind wie selige Dämonen, die sich auf den Gipfeln der Vergangenheit glänzend niederlassen.
Die Falten um die Stirne dein Laß sie nur heiter ranken; Das sind die Narben, die darein Geschlagen die Gedanken.
Das Altern ist nichts für Feiglinge.
Das Alter ist eine völlige Verstümmelung. Man hat alles, aber jedem einzelnen das man hat, fehlt etwas.