Alter Sprüche – zeit
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Weisheit der Alten Nimmt unser Leib erst ab, nimmt der Verstand recht zu: Die Seele, scheint es, hat mehr vor dem Leibe Ruh.
Die meisten Menschen, die früh alt werden, sind es immer gewesen. Es gibt greisenhafte Kinder, wie es Kinderseelen bei alten Leuten gibt.
Das Leben ist den Sibyllinischen Büchern ganz gleich: je knapper, umso teurer.
Es gibt eine Blüte auch bei Runzeln.
Unterschied der Lebensalter Hat dir der Tag was gebracht? So fragt sich am Abend der Jüngling; Hat dir der Tag was geraubt? fragt sich der Mann und der Greis.
Das sei der Ruhm, den ich suche, zu wissen, dass unendlich mein Ziel ist, und doch nie still zu stellen im Lauf; zu wissen, dass eine Stelle kommt auf meinem Wege, die mich verschlingt, und doch an mir und um mich nichts zu ändern, wenn ich sie sehe, und doch nicht zu verzögern den Schritt. Darum ziemt es dem Menschen, immer in der sorglosen Heiterkeit der Jugend zu wandeln. Nie werde ich mich alt dünken, bis ich auch fertig wäre; aber nie werde ich fertig sein, weil ich weiß und will, was ich soll. Auch kann es nicht sein, dass des Alters Schöne und der Jugend einander widerstrebe: denn nicht nur wächst in der Jugend, weshalb sie das Alter rühmen; es nährt auch wieder das Alter der Jugend frisches Leben. Besser gedeiht ja, wie alle sagen, der junge Geist, wenn das reife Alter sich seiner annimmt: so verschönt sich auch des Menschen eigene innere Jugend, wenn er schon errungen hat, was dem Geiste das Alter gewährt. Schneller übersieht, was da ist, der geübte Blick, leichter fasst jedes, wer schon viel Ähnliches kennt, und wärmer muss die Liebe sein, die aus einem höheren Grade eigener Bildung hervorgeht. So soll mir bleiben der Jugend Kraft und Genuss bis ans Ende. Bis ans Ende will ich stärker werden und lebendiger durch jenes Handeln, und liebender durch jedes Bilden an mir selbst.
Man weiß, daß das Alter mehr von der Erinnerung als von der Phantasie fordert.
Das herannahende Alter erwarte man wie einen vornehmen Gast, an der Schwelle, lange ehe er eintrifft.
Wie eine Flamme, die nun erst den Holzstoß recht ergriffen, verzehrt die Zeit das Alter schneller als die Jugend.
Alte Leute fragen nicht mehr; mit stillen Augen sehen sie die Herbstsonne. Was sie begehren, ist "noch ein schönes Bild", sonst nichts mehr. Ich glaube, sie sind leidloser als Jugend und Mannesalter, und Abend und Herbst sind nicht zu fürchten, weil sie voller Frieden sind. Was brennende Straße war, ist Rückschau von klarer, kühler Höhe geworden.
Die Jugend sei nicht übermütig gegen einen Greis; denn was wir sind, ist er gewesen, und was er ist, das werden wir sein.
Viele Tugenden des Alters sind nur Folgen gestillter Wünsche und verengter oder erweiterter Schranken.
Im Alter die Liebe, wie im Alter der Jahre, lebt man nur noch für die Übel, aber nicht mehr für die Freuden.
Jung und Alt So lang uns noch die Jugend blüht, Ergreift oft, ehe wir's gedacht, Grundlose Trauer das Gemüt, Und unsre Thränen fließen sacht. Doch wem des Alters Eulenflug Die Stirne streifte kalt und schwer, Zur Trauer hätt' er Grund genug, Nur hat er keine Thränen mehr.
Nicht mit dem scheidenden Herbst fühlen wir uns älter werden, weit mehr mit dem kommenden Frühling.
Man fürchtet das Alter und weiß nicht einmal, ob man überhaupt alt werden wird.
Jeder Rückweg scheint weit schneller und kürzer, als der Hinweg schien. So auch das Altwerden. Man kann es nur dadurch um diesen Schein betrügen, daß man es als einen Hinweg betrachtet und behandelt.
Alterssorgen: Gesprächsfetzen auf einer Gesellschaft: "Eine schreckliche Zeit für das arme Ding. Kinder und Mann sind in einem so schwierigen Alter!"
Für den Uneingeweihten ist das Alter der Winter, für den Eingeweihten die Erntezeit des Lebens.
Runzeln bedecken die Wang' und silberne Haare den Scheitel; Alt sind die Glieder und schwach; aber die Hoffnung ist jung.
Die gefährlichste Lächerlichkeit alter Menschen, die einst liebenswürdig waren, ist, zu vergessen, daß sie es nicht mehr sind.