Charakter Sprüche

Sprüche über Charakter

1104 Sprüche in dieser Kategorie

Der Charakter gilt erst in räumlicher und zeitlicher Entfernung, selten bei seiner Umgebung.

Kühnel (Hg.), Zitaten-Handbuch. Worte und Weisheit aus vier Jahrtausenden, hg. von Joseph Kühnel, 1937

Die Leute sagen immer: die Zeiten werden schlimmer; die Zeiten bleiben immer, die Leute werden schlimmer.

Wander (Hg.), Deutsches Sprichwörter-Lexikon, 5 Bde., 1867-80. An einem Balken im Hausgange in Regesdorf bei Zürich

Dies sei mein Leben: mir nichts zu vergeben, kein Wesen zu scheuen, kein Ding zu bereuen!

Fock, Sterne überm Meer. Tagebuchblätter und Gedichte, 1917 (posthum)

»Vor seinem Tode«, sagt Solon, »ist niemand glücklich zu schätzen« – und wir dürfen auch sagen: Vor seinem Tode ist niemand als Charakter zu preisen.

Heine, Gedanken und Einfälle, in: Letzte Gedichte und Gedanken von Heinrich Heine, hg. von Adolf Strodtmann 1869. VI. Vermischte Einfälle

Der Charakter eines Menschen wohnt nicht im Intellekt, sondern im Herzen.

Internet

Ein Mensch zeigt nicht eher seinen Charakter, als wenn er von einem großen Menschen oder irgend von etwas Außerordentlichem spricht. Er ist der rechte Probierstein aufs Kupfer.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus dem Nachlass. Über Literatur und Leben

Wankelmut: die wiederholte Sättigung einer unternehmungslustigen Neigung.

Bierce, Des Teufels Wörterbuch (The Cynic's Word Book), 1906 (1909 als »Devil’s Dictionary« in ›Collected Works‹, Vol. 7)

Alle Naturanlagen eines Geschöpfes sind bestimmt, sich einmal vollständig und zweckmäßig auszuwickeln.

Kant, Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht, 1784. Erster Satz

Charakter eines Menschen – seine gebändigte, zugehauene, zugeschliffene oder seine wild wuchernde Natur.

Ebner-Eschenbach, Aphorismen, 1906

Der einsame Vogel hat fünf Eigenschaften: Die erste, daß er zum höchsten Punkt fliegt; die zweite, daß er keine Gesellschaft erträgt, auch wenn sie von seiner Art ist; die dritte, daß er den Schnabel in den Wind hält; die vierte, daß er keine bestimmte Farbe hat; die fünfte, daß er lieblich singt. Diese Eigenschaften muß auch der kontemplative Mensch haben.

Internet

Der Charakter des Menschen wächst sich entweder zur Nutzpflanze oder zum Unkraut aus, deswegen muß man hier rechtzeitig gießen, dort ausrotten.

Bacon, Essays oder praktische und moralische Ratschläge (The Essayes or Counsels, Civill and Morall), 1597 (1612 und 1625 um neue Essays erweitert). Über die natürliche Veranlagung des Menschen

Steh wie ein fester Turm, dem nimmermehr die Spitze schwankt in sturmbewegten Tagen.

Internet

Männer von sittlicher Klarheit kennen die Pflichttreue bis zum Tod. Wer die Pflichttreue bis zum Tod kennt, der wird nicht mehr verwirrt werden von Gewinn und Schaden, Leben oder Untergang.

Lü Bu We, Frühling und Herbst des Lü Bu We (Lüshi chunqiu), 239 v. Chr.; übersetzt von Richard Wilhelm 1928. Zweiter Teil. Buch XX - Schï Gün Lan. 3. Kapitel: Erkenntnis der Amtspflichten / Dschï Fen

Das ist ein echtes Zeichen sittlicher Vollkommenheit, wenn man jeden Tag, als wäre er der letzte, hinbringt, fern von Aufwallung, Erschlaffung und Verstellung.

Marc Aurel, Selbstbetrachtungen (Τὰ εἰς ἑαυτόν), entstanden vermutlich 170-180 n. Chr. 7,69. Übersetzt von Albert Wittstock, 1879

Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehen, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird.

Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse, 1886. Viertes Hauptstück. Sprüche und Zwischenspiele

Es ist eine Tatsache, daß die Menschen auf manche Auslöser ganz unterschiedlich reagieren.

Internet

Auf Rechtschaffenheit versteht der Edle sich, auf Gewinn der niedrig Gesinnte.

Internet

Hat man Charakter, so hat man auch sein typisches Erlebnis, das immer wiederkommt.

Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse, 1886. Viertes Hauptstück. Sprüche und Zwischenspiele

Herz und Verstand in vollendetster Harmonie nennt man Charakter.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Ein edler Mensch bringt einfache Leute wegen ihrer Reden in Verlegenheit.

Anonym, Das Buch der Riten, Sitten und Gebräuche (Li Gi, bzw. Lǐjì), wird Konfuzius zugeschrieben, entstand aber erst nach dessen Tod, Teile der Schrift werden auf seine Schüler zurückgeführt, 2. Jhdt. v. Chr.

Es gibt keine Charaktereigenschaft, die hartnäckiges Mühen und angestrengte sorgsame Zucht nicht bezwingen würden.

Seneca, Mächtiger als das Schicksal. Ein Brevier, übersetzt von Wolfgang Schumacher 1942. Moralische Briefe an Lucilius