Charakter Sprüche

Sprüche über Charakter

1104 Sprüche in dieser Kategorie

Mir war, als ob uns eine helle Wolke, die dicht und fest und lauter war, umhüllte, klar wie ein sonnbestrahlter Diamant. Und diese ewige Perle nahm in sich uns auf, so wie das Wasser einen Lichtstrahl hineinläßt, aber ungeteilt verweilt. War ich als Körper dort, und ist es hier nicht denkbar, daß zwei Körper sich vertragen im selben Raum, und wäre dort doch nötig - oh, wieviel heißer müßten wir dann wünschen, die Wesenheit zu schaun, in der sich's zeigt wie unsere Natur mit Gott sich eint. Dort schauen wir, was wir im Glauben haben, das Unbewiesne wird sich offenbaren, so wie der Urgrund, der uns wirklich gilt.

Dante Alighieri, Die göttliche Komödie (La Divina Commedia), entstanden ca. 1307-1321; Erstdruck 1472

Einst sahest du ein Land von namenloser Schönheit. Hast du das vergessen? Einst kam dein Tun aus der Quelle der Unschuld. Hast du das vergessen? Einst war in deinem Fühlen die ganze Welt. Hast du sie weggeschmissen? Es ist alles noch in dir.

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Alle edlen Eigenschaften machen den Menschen einsam.

Kühnel (Hg.), Zitaten-Handbuch. Worte und Weisheit aus vier Jahrtausenden, hg. von Joseph Kühnel, 1937

Der Hund vergißt den einz'gen Bissen nicht, und wirfst du ihm auch hundert Steine nach. Im Menschen, den du jahrelang gepflegt, wird durch ein Nichts Verrat und Feindschaft wach.

Saadi, Rosengarten (Golestan, auch Gulistan), um 1259. Übersetzt von Karl Heinrich Graf, 1846

Ich will lieber geschäftlich als charakterlich versagen.

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Wenn du einen wundervollen Menschen triffst, so mach dir Gedanken darüber, ob du ihm gleich werden kannst. Wenn du einen minderwertigen triffst, so geh in dich und prüfe, ob du ihm nicht gleichst.

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Wenn auch die menschlichen Anlagen im ganzen eine entschiedene Richtung haben, so wird es doch dem größten und erfahrensten Kenner schwer sein, sie mit Zuverlässigkeit voraus zu verkünden; doch kann man hinterdrein wohl bemerken, was auf ein Künftiges hingedeutet hat.

Goethe, J. W., Autobiographisches. Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit, 1. Teil, 2. Buch

Die Gespenster hausen nicht in alten Schlössern, sie stecken in uns selbst.

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Mancher wird seiner Talente wegen gefürchtet, seiner Verdienste wegen gehaßt. Erst sein Charakter beruhigt die Menschen. Doch wie viel Zeit ist vergangen, bis ihm Gerechtigkeit widerfuhr.

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Ich will dem Menschen ähnlich sein Es mordete der Wolf ein Lamm. Der Fuchs sah lachend zu, als es im Blute schwamm, Und war ganz freudenvoll darüber. Kann dich ein blutger Auftritt freun? Frug mitleidsvoll der Hirsch. "Hirsch, sprach der Fuchs, halt ein! Sehr viele Menschen sehn nichts lieber, Und ich will den Menschen ähnlich sein!" Ihr könntet Blut mit Freuden sehn, Ihr Menschen? Eurer Brüder Blut? O nein, so weit muß euer Heldenmut Und eure Tyrannei nicht gehn! Baut euch durch Menschlichkeit Trophäen!

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Manch guter Mann ist gescheitert, weil er sein Brustbein da hatte, wo sein Rückgrat hätte sein sollen.

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Unverschämtheit stellt […] eine Mißachtung des eigenen guten Rufes um schmählichen Vorteils willen dar.

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Der Freunde Eifer ists, der mich Zugrunde richtet, nicht der Haß der Feinde.

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Wallensteins Tod, 1799. 3. Akt, 16. Auftritt, Wallenstein

Der edle Mensch handelt erst, bevor er spricht, und danach spricht er, wie er gehandelt.

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Wie ein Baum hart wird und dann die Unbilden des Himmels und die Unwetter in den Lüften erträgt, genau so erträgt der Mensch, sobald er härter geworden, Beschwerden der Welt und Stürme des Geschicks, die er nicht ertragen hätte, solange er noch zarter war.

Petrarca, F., Briefe. An Guido Scetten in Genua

Ein guter Mensch in seinem dunklen Drange Ist sich des rechten Weges wohl bewußt.

Goethe, Faust. Eine Tragödie. Prolog im Himmel, 1808. Der Herr zu Mephistopheles

Unreine Lebensverhältnisse soll man niemand wünschen; sie sind aber für den, der zufällig hineingerät, Prüfsteine des Charakters und des Entschiedensten, was der Mensch vermag.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus Kunst und Altertum, 4. Bandes 2. Heft, 1823. Eigenes und Angeeignetes

Ein Mensch von sanftem Charakter macht sich selbst und andere glücklich.

Lipperheide (Hg.), Spruchwörterbuch, hg. von Franz Freiherrn von Lipperheide, Berlin 1907

Wie die süßeste Frucht zuweilen eine rauhe Schale hat, so verbirgt sich oft eine freundliche und herzliche Natur unter einem rauhen Äußeren.

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Der wackere Mann hegt allweil feste Gesinnung; Standhaft bleibt er im Glück ebenso, wie in der Not.

Theognis, Elegien. Deutsch im Versmaße der Urschriften, übersetzt von Wilhelm Binder 1859. V. 319f.

Ich frage mich oft, welches der wünschenswertere Typus von beiden ist: der mehr geistige Mensch, für den es nichts Abstoßenderes gibt, als das Uninteressante, oder der mehr gemütliche, für den es schlechtweg nur Anziehendes und Abstoßendes gibt.

Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1906