Charakter Sprüche

Sprüche über Charakter

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Die erste Bemühung bei der moralischen Erziehung ist, einen Charakter zu gründen. Der Charakter besteht in der Fertigkeit, nach Maximen zu handeln.

Kant, Über Pädagogik. Bemerkungen aus den über diesen Gegenstand bei der Universität mehrmals gehaltenen Vorträgen, hg. von D. Friedrich Theodor Rink 1803. Von der physischen Erziehung

Das Wesen eines Menschen läßt sich durch drei schlagkräftige Anekdoten aus seinem Leben vielleicht mit gleicher Bestimmtheit berechnen, wie der Flächeninhalt eines Dreiecks aus dem Verhältnis dreier fixer Punkte zueinander, deren Verbindungslinien das Dreieck bilden.

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927

Der Mensch kann nicht eher wissen, wie gut er ist, als bis einmal sein halbes Glück von einer großen Sünde abhing.

Jean Paul, Bemerkungen über uns närrische Menschen, 1783-99. Februar 1793

Der Charakterstarke sucht zuerst alle Schuld bei sich, der Charakterlose beim anderen.

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Der wirklich edle Mensch kann wohl rauh, aber nie roh sein. Ein Mann soll sich als Kavalier zeigen! Welch ein schönes Wort! Auch ein solcher kann fehlen, aber selbst in seinen Schwächen wird sich ein gewisser Adel dokumentieren, wird eine gewisse Größe der Auffassung zur Geltung gelangen.

Heiberg, Schulter an Schulter, 2 Bde., 1889

Dennoch! sei dein Wort, wenn jedes Licht um dich Nacht wird.

Lavater, Taschenbüchlein für Weise, 1789. [12]

Der Wurm krümmt sich, wenn er getreten wird – der Mensch sagt: "Es war mir ein Vergnügen."

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Eins nur sei dein Tun, dein Denken Eins und dein Wollen!

Lavater, Taschenbüchlein für Weise, 1789. [18]

Der Verdorb'ne haßt den Unverdorb'nen Und jeder Schuld'ge ist der Unschuld Feind.

Körner, Hedwig. Drama, 1812

Wenn Sie zu wählen haben zwischen einem Genie und einem Charakter, vergessen Sie das Genie.

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Verstand ist ein zweischneidig Schwert Aus hartem Stahl mit blankem Schliff. Charakter ist daran der Griff, Und ohne Griff ist's ohne Wert.

Bodenstedt, Die Lieder des Mirza-Schaffy, 1851

Je mehr ein Mensch in sich gefestigt ist, um so weniger erliegt er den Einflüssen seiner Umwelt.

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Es gibt mehr Seelen als Geister, die einen Charakter haben: Charakter nenne ich die Festigkeit eines Gewissens.

Goncourt, Ideen und Impressionen (Idées et sensations), 1866 (dt. 1904)

Der sittliche Adel eines Menschen bestimmt sich nicht zuletzt darnach, welche Waffen er im Streit auf alle Fälle unbenutzt läßt – auch dann, wenn sie sich ihm von selbst darbieten, ja aufdrängen.

Merian (Hg.), Trotzdem. 366 deutsche Gedanken und Gedichte, Gerhard Merian, Stuttgart-Degerloch, um 1926

Denn es sei ja Brauch des Menschen, daß er Gefallene gern noch tiefer stößt.

Aischylos, Agamemnon (Erster Teil der Orestie), 458 v. Chr

Sie haben alle keinen Charakter: was half's! Sie mussten sich einen stehlen.

Nietzsche, F., Nachgelassene Fragmente. Ende 1883

Mancher erreicht seinen Gipfel als Charakter, aber sein Geist ist gerade dieser Höhe nicht angemessen – und mancher umgekehrt.

Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft (La gaya scienza), 1882 (ergänzt 1887)

Nicht Geist, sondern Charakter wirbt Freunde.

Aachener Kritische Revue, 1891-94

Wenn er auch ein Schwein ist, so ist er doch ein Mensch.

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Jeder hat seine eigene Art, Fliegen zu töten.

Oesch (Hg.), Spanische Sprichwörter, ausgewählt und gesammelt von Will A. Oesch, Zürich 1945

In die Tiefe musst du steigen, Soll sich dir das Wesen zeigen.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Spruch des Konfuzius, 1795