Charakter Sprüche
Sprüche über Charakter
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Es nennt ›Charakter‹ sich so mancher Narr, Der in der Blüte schon geworden starr; Von dem wird dann als ›Renegat‹ behandelt, Wer sich indessen hat zur Frucht gewandelt.
Man irrt sich gar sehr, wenn man aus dem, was ein Mann in Gesellschaft sagt oder auch tut, auf seinen Charakter oder Meinungen schließen will. Man spricht und handelt ja nicht immer vor Weltweisen; das Vergnügen eines Abends kann an einer Sophisterei hängen.
Frei ist nur der Charakterlose. Wer so etwas wie Linie in sich besitzt, mehr noch, wer diese Linie zeigt, fällt damit den Rechenkünsten der anderen zum Opfer.
Jeder Mensch hat ein wildes Tier in sich; nur wenige wissen es zu zähmen, die meisten lassen ihm den Zügel schießen, sobald die Furcht vor den Gesetzen sie nicht zurückhält.
Der Charakter eines Menschen wird am besten erkannt in der Vertraulichkeit, denn da herrscht kein Zwang; oder in der Leidenschaft, denn diese überrennt eines Mannes Grundsätze, oder endlich in einer neuen, unerprobten Lage, denn da läßt ihn die Gewohnheit im Stich.
Ein Mensch von bösem Charakter ist in der Hand eines Feindes gefangen, und wo er auch hingeht, kann er sich aus den Klauen seiner Pein nicht losmachen.
Die Manifestationen des Willens im Ich machen den Charakter aus.
Wer nach Lust späht ungezügelt, ohne Maß beim Mahl und träge, Schwach an Kräften: den fällt Mara wie der Sturm das Baumgehege.
Der Mann wird gehässig, der sich in seinen Plänen, wenn sie unedel sind, durchschaut sieht.
Wenn die Leute heutzutage einmal auf einen Charakter treffen, glauben sie gleich, es mit einem Sonderling zu tun zu haben.
So verhält es sich: wie nämlich nicht jeder Wein, so wird nicht jede Individualität durch das Alter sauer.
Es genügt nicht, große Eigenschaften zu haben; man muß auch mit ihnen umgehen können.
Es muss einer schon fest im Ton sein, um nicht in die Melodie zu verfallen, die die andern pfeifen.
Mache einen anständigen Menschen aus dir, und du kannst sicher sein, daß ein Schuft weniger auf der Welt ist.
Halte dein moralisches Erscheinungsbild der Rechtschaffenheit und der Ehre frei von jedem Makel, ja, jedem Verdacht.
Den Redlichen bewährt ja nur die Zeit, den schlechten Mann enthüllt ein einz'ger Tag.
Das Leben bildet den Charakter, die Schule gibt nur das Wissen, und weil man die Schule vergöttert, leidet man jetzt an dem schweren Übel, daß man wohl allerlei Wissen hat, aber schrecklichen Mangel an Charakter.
In der Einheit des Charakters besteht die Vollkommenheit des Menschen.