Ehe Sprüche
Sprüche über Ehe
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Das ist er im Grunde gewesen, der Mann fürs Leben – ein Mann ohne Sorgen – der mir alles geben würde, was ich mir wünsche, mit ihm würde ich mich immer lebendig fühlen, ich hätte meinen Platz in der Welt. Ich wollte nie kämpfen – es wurde mir aufgezwungen. Eigentlich sprudelt in mir ein Quell der Unbeschwertheit, der in dieser verhaßten Existenz aber langsam versiegt. Ich sterbe, wenn das so weitergeht. Ich will Leidenschaft und Liebe und Abenteuer!
Überdruß. Das ist etwas Schreckliches. Der Überdruß in der Liebe und gegen eine Frau!
Wo die Ehe zum Schlachtfeld wird, fehlen auch die Hyänen nicht.
Sie ist tot und ich beweine sie. Wenn sie noch lebte, würden wir uns zanken.
Es scheint mir also die Sicherung des Glückes in der Liebe und Ehe nicht anders möglich, als dadurch, daß der Mann dem Weibe als der beste aller Männer, das Weib dem Manne als das beste aller Weiber zu erscheinen sich bestrebe. Viele fordern von andern die Liebe als eine Pflicht, was sehr unbillig ist. Man muß sie zu verdienen suchen und fortwährend sie zu nähren bemüht sein.
Das Glück ist eine Dame, mit der man nicht anhaltende Beziehungen unterhält.
Auch die gefährlichste Frau muß mindestens einen Mann haben, gegen den sie anständig ist. Es fragt sich sogar, ob sie ihrer Veranlagung nicht schon dadurch Genüge tut, daß sie ihr ganzes Leben lang gegen einen einzigen Mann anständig ist – ob sich mit dieser einen ethisch-erotisch Leistung nicht erschöpft.
Das Größte, Glückseligste, was die menschliche Kultur erfunden hat, ist die Ehe, das innigste unauflösliche Beisammensein zweier Menschen verschiedenen Geschlechts, die sich gern haben. Aber auch Gräßlicheres hat die Natur nicht erfunden, als die Möglichkeit, zwei einander nicht verstehende oder gar feindselig gesinnte Personen auf lebenslang aneinanderzufesseln.
Der Sturm der Begierde reißt den Mann mitunter in eine Höhe hinauf, wo alle Begierde schweigt: dort wo er wirklich liebt und noch mehr in einem besseren Sein als besserem Wollen lebt. Und wiederum steigt ein gutes Weib häufig aus wahrer Liebe bis hinab zur Begierde und erniedrigt sich dabei vor sich selber.
Ist das Geld die Braut, so taugt die Ehe selten was.
Brauch und Sinn der Ehe geht unser ganzes Geschlecht an; deshalb lobe ich mir das Herkommen, daß man die ehelichen Verbindungen lieber durch fremde Vermittlung als durch eigenen Entschluß zustande kommen läßt, mehr aufgrund der Überlegung von anderen als aufgrund eigenen Gefühls; wie anders ist das doch, als wenn man einen Liebesbund schließt!
Es ist fraglich, ob in der Ehe der Mann mehr auf die Frau, oder diese mehr auf ihn influiert. Gewiß ist, daß die meisten Männer durch ihre Frau zuerst das weibliche Geschlecht im tieferen Sinne kennenlernen, und daß es zumeist in der Hand der Frau liegt, die Gemütsseite des Mannes zu entwickeln und zu bilden.
Das erste und festeste Band in der menschlichen Gesellschaft, das auch der Grund zu allen übrigen Verbindungen unseres Geschlechts ist, ist die Verbindung der Ehe, das festeste und innigste Band, das unter Menschen sein kann … Ein solches Band schließt auch die festeste Freundschaft ein, die in der Welt stattfindet.
Kann man es von einer Frau verlangen, mit einem Manne glücklich zu leben, der sie allen Ernstes stets als völlig vernünftiges Wesen behandelt?
Mag nur der Haushalt groß oder klein sein, mindestens eins von dem Paar muß gesunden Menschenverstand besitzen.
Mütterliche Mahnung Selbst die glücklichste der Ehen, Tochter, hat ihr Ungemach, Selbst die besten Männer gehen Öfters ihren Launen nach. Wer sich von dem goldnen Ringe Goldne Tage nur verspricht; O, der kennt den Lauf der Dinge Und das Herz des Menschen nicht! Manche wirft sich ohne Sorgen In des Gatten Arm, wie du, Und beweint am andern Morgen Ihre Freiheit, ihre Ruh. Aus dem Sklaven ihrer Blicke Wird ein mürrischer Tyrann; Banger Kummer folgt dem Glücke, Das mit ihrem Traum zerrann. Doch dein Glück dir selbst zu schaffen, Tochter, steht in deiner Hand: Die Natur gab dir die Waffen, Gab dir Sanftmut und Verstand. Lerne deines Gatten Herzen Liebevoll entgegen gehn, Leichte Kränkungen verschmerzen, Kleine Fehler übersehn.
Die reelle Freundschaft, das heilige Menschentum, gedeiht nicht auf idealen Höhen, sondern im Tale der Ehe und des Werkeltaglebens, wo die Hütten stehen, der Acker im Schweiße des Angesicht gepflügt wird und der Mensch alle Stunden des Tages an den Austausch von Tugenden und Selbstverleugnungen, von Liebesdiensten und Mitleidenschaften, von Zärtlichkeit und Treue angewiesen ist.
Die Ehen werden ja jetzt genau so angelegt wie die Fuchseisen. Nichts natürlicher auch: das Mädchen ist herangereift, also muß es einen Mann haben. Die Sache erscheint sehr einfach, wenn das Mädchen keine Mißgeburt ist und es an heiratslustigen Männern nicht fehlt.
Mit dem, was man eine gute Heirat nennt, werdet ihr das Anhängsel einer Frau werden, eine Art von Prinz-Gemahl oder der Gatte einer Königin.