Ehe Sprüche

Sprüche über Ehe

1017 Sprüche in dieser Kategorie

Die Ehe ist ein Fallstrick, den uns die Natur legt.

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Die Ehe ist ein gewagtes physiologisches Experiment, ein Versprechen, das der Geist gibt, aber der Leib vielleicht nicht halten kann.

Schleich, Die Weisheit der Freude, 1920

Die Leute verheiraten einen Feuerbrand an eine Wachsfigur und predigen dem Ehepaar Liebe und Eintracht.

Ebner-Eschenbach, Aphorismen (in: Österreich in Geschichte und Literatur, Band 18), 1974

Gestorbne Liebe In nackter Wüste ruht ein Löwenpaar, Das gelbe Fell vom gelben Sand abhebend. Im Schlafe dehnen sich die trägen Glieder. Erwachend, leckt bedächtig eins das andre, Und streckt und reckt sich, gähnt, und schläft von neuem. Ein zweiter Leuenherr zeigt sich in Fernen. Er nähert sich, er stockt, als die Genossen Er unbekümmert vor sich liegen sieht. Nun peitscht sein Schweif, nach Katzenart, die Erde, Er reißt den Rachen auf wie eine Torfahrt, Und Donner rollt ihm aus dem heißen Schlunde. Er kauert sich, und knurrt, und äugt hinüber. Schwerfällig wird das Ehepärchen munter, Schwerfällig kommt es endlich auf die Beine. Der zweite Nobel holt zum Sprunge aus, Und springt, und springt dem Weibchen an die Seite. Das Weibchen dann trabt mit dem Seladon Gemütlich einem Felsendache zu. Das Männchen stutzt, will brüllen, schweigt, Und legt sich wieder nieder: Lat ehr lopen.

Liliencron, Nebel und Sonne, 1900

Die der Teufel zusammengefügt, kann keiner trennen, Und die Gott zusammengefügt, halten selten aneinander.

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Die Rosen die Liebe verblühen im Sommer, die Dornen des Ehestandes überwintern.

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Ich glaube nicht daran, daß nureineStellung,einbestimmtes Verhältnis den Menschen glücklich macht, mit Ausnahme der Ehe, wenn man den kleinen Teufel gekriegt hat, der im Himmel für einen bestimmt wurde.

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Welch staunenswerte Empfindsamkeit muß man nicht besitzen, um sie bis über seinen Ehemann zu verströmen und einen immer Abwesenden immerwährend zu lieben?

Laclos, Gefährliche Liebschaften (Les Liaisons dangereuses), 1782

Die erste Stelle im Paradiese werden diejenigen einnehmen, die sich in der Ehe getäuscht haben und doch ausharrten.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Die Ehen wären glücklicher, würde beide Teile sie weniger mit dem Wunsche schließen, glücklich zu werden, als mit dem Vorsatz, glücklich zu machen.

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Eine gute Ehe, wenn überhaupt eine solche existiert, will nicht zugleich Liebe sein und sich so geben: Sie möchte eine Art Freundschaft verkörpern.

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Ehe: Leiden in Gestalt von Unfreiheit, Sklaverei, Übersättigung, Abscheu, aller Arten geistiger und körperlicher Mängel der Gatten, die man ertragen muss – Bosheit, Dummheit, Falschheit, Eitelkeit, Trunksucht, Faulheit, Geiz, Eigennutz, Laster, und in gleicher Weise physische Mängel, Hässlichkeit, Unsauberkeit, Gestank, Wunden, Wahnsinn…

Tolstoi, Tagebücher. 1889

Vieles auf der Welt kommt zusammen, aber selten die richtigen Paare.

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In der Liebe wird der Ernst der Jungfrau bezaubern; in der Ehe, die selber ein langer Ernst ist, möchte leichtes Scherzen und Bescherzen der Welt besser einschlagen.

Jean Paul, Bemerkungen über den Menschen, 1803-1817. August 1811

Von Liebe und Ehe Elise, sprach zur Freundin die Mathilde, Das sogenannte Glück ist meistens schal. Wenn ich vom Leben mir 'ne Meinung bilde, Find' ich die Ehe mehr als trivial. Die Liebe – gut. Ich laß die Liebe gelten. Man sucht sich Emotionen fürs Gemüt. Man schätzt sich gegenseitig, weil man selten, Höchst selten sich und unter andern sieht. Man schwärmt für Nietzsche, Dehmel, Mai und Rosen, Auch macht ein Ausflug [so nach Treptow] Spaß, Man unterhält sich von der namenlosen Geheimen Sehnsucht – unbestimmt nach was. Man hat frisiert und aufgeputzt sein Wesen Und legt ein ew'ges Rätsel ins Gesicht; Man hat vorher in Büchern nachgelesen, Was man mit dem geliebten Jüngling spricht. Er konversiert vom Leben nach dem Tode, Von Maeterlink und dem »Familientag«, Und seine Weste zeigt die letzte Mode, Und hinter ihr ahnt man des Herzens Schlag. Und denk' ich mir die Hochzeit und so weiter, So Tag und Nacht und alles so im Haus, Dann zieht die Seele ihre Sonntagskleider Und auch der Leib zieht manches Schmuckstück aus. Denn die Alltäglichkeit ist voller Roheit Und die Enttäuschung bleibt der Träume Schluß; Ein Weib verliert den Reiz, ein Mann die Hoheit, Wenn er die Hühneraugen schneiden muß. Mit dem, was Schwärmerherzen sich erharren, Hält auch die Wirklichkeit nur selten Schritt; Ich hatt' 'nen Onkel, der an Darmkatarrhen In Capri auf der Hochzeitsreise litt. Mein Artur – Gott, was soll ich weiter sagen, Gleicht er nicht Wedekinds Marquis von Keith? Sein grüner Schlips, sein hoher Doppelkragen Scheint mir ein Teil von der Persönlichkeit. Wenn ich im Traum sein männlich Bild mir knipse, Als Amateurin – ob du Worte hast! Ich seh' ihn stets mit diesem grünen Schlipse, der wundervoll zu seinen Augen paßt. Doch denk' ich weiter – nach dem Hochzeitsfeste – Am Abend – spät – nach Reden, Sekt und Schmaus Zieht er die wundervoll karierte Weste Und zieht [auch seelisch] sonst noch manches aus. Je mehr ich in den Anblick mich versenke, Durchzittert meine Seele Furcht und Hohn – Wenn ich mir Artur ohne Kragen denke, Zerfließt sofort die ganze Illusion.

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Liebe hat ihre eigene Sphäre, ihre eigenen Zwecke, ihre eigenen Pflichten, die von denen der Ehe himmelweit unterschieden sind.

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Die Schöpfung kennt nichts Edleres, als zwei freiwillig und unauflöslich zusammengeschlungene Hände, zwei freiwillig eins gewordene Herzen und Leben.

Herder, Liebe und Selbstheit. Ein Nachtrag zum Briefe des Hr. Hemsterhuis über das Verlangen, 1781

Ein jeder, dem gut und bieder das Herz ist, Liebt sein Weib und pflegt sie mit Zärtlichkeit.

Homer, Ilias, 2. Hälfte des 8. Jhdts. v. Chr

Die Ehe ist der engste, schönste, innigste, heiligste und dauerndste Bund, den Menschen mit Menschen schließen können. Die glückliche Ehe ist des irdischen Lebens höchstes Gut.

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Ich glaube, dass es kein Bündnis gibt, Bei dem so schnell die Freude endigt, Als wenn man sich ohne Verstand verliebt Oder sich ohne Liebe verständigt.

Roderich, In Gedanken. Vers-Aphorismen, 1907

Alle wahre Gemeinschaft ist Mitarbeiterschaft. Auch in der Ehe ist es nicht anders. Höchste Mitarbeiterschaft schafft höchste Gemeinschaft.

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