Ehe Sprüche – hochzeit

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Ich glaube, dass es kein Bündnis gibt, Bei dem so schnell die Freude endigt, Als wenn man sich ohne Verstand verliebt Oder sich ohne Liebe verständigt.

Roderich, In Gedanken. Vers-Aphorismen, 1907

Alle wahre Gemeinschaft ist Mitarbeiterschaft. Auch in der Ehe ist es nicht anders. Höchste Mitarbeiterschaft schafft höchste Gemeinschaft.

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Bei an Weib Glück habn, das kann jeder Bua, aber mit an Weib glücklich sein, da ghört viel dazua.

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Die meisten Ehen werden geschlossen, wie nur Liebschaften angeknüpft werden dürften.

Morgenstern, Aphorismen und Sprüche, hg. von Margareta Morgenstern, 1960. In me ipsum, 1908

Die goldene Regel in der Ehe sei: ertrage und schone! Gleich der Regierung, besteht die Ehe aus einer Reihe von Vergleichen. Man muß geben und nehmen, sich enthalten und zügeln, ertragen und geduldig sein. Die sanfte Antwort verscheucht den Zorn! ist auch in der Ehe ein goldener Schatz.

Smiles, Der Charakter (Character), 1871. Originaltext der Übersetzung

Viele kurze Torheiten – das heißt bei euch Liebe. Und eure Ehe macht vielen kurzen Torheiten ein Ende, als eine lange Dummheit.

Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe aller Teile 1892). Erster Teil. Die Reden Zarathustras, 1883. Von Kind und Ehe

Der Mensch, dem glücklich fiel der Ehe Los, verlebt ein selig Leben; aber wem es traurig fiel, der ist ein Kind des Unglücks draußen wie daheim.

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Mißtraue einem, der an deinem häuslichen Glück zu zweifeln scheint.

Sylva, Vom Amboß, 1890

Die meisten glücklichen Ehen werden seufzend geschlossen; die meisten unglücklichen im Rausche des Entzückens.

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So wie es aussieht, beschränkt die Ehe den Menschen auf das Niveau, welches zu ihm paßt.

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Man lebt in einer Ehe nicht immer in Gütergemeinschaft, aber man lebt immer in Gemeinschaft der Ehre!

Lüttwitz, Wo ist das Glück? Aphorismen, 1911

Das Wohlanständige des Beisammenlebens, die manchen kleinen Rücksichten des Schicklichen, das stete Beobachten der Form sind wesentliche Bedingungen im Eheleben.

Gutzkow (Hg.), Unterhaltungen am häuslichen Herd, 12 Bde., 1853-64. Die Engländerinnen

Der Hausorden Dem Verdienste seine Kronen! Also denket mancher Mann, und er will sich selbst belohnen, und kein anderer denkt daran. Und wie große Potentaten heckt er einen Orden aus zur Belohnung seiner Taten nur für sich und für sein Haus. Und er teilet dann in Klassen diesen Orden seiner Wahl, und er will damit umfassen der Verdienste große Zahl. Ehekreuz, das ist die erste, Hauskreuz muß die zweite sein, und dann kommt die schönst' und hehrste, Totenkreuz noch hinterdrein. Seit die Orden sind geworden jedem Stand ein Liebespfand, nun, so hascht man auch nach Orden in dem Heil'gen Ehestand. Wenn dich drum der Staat nicht ehrt werde gleich ein Ehemann, und dir wird ein Kreuz beschert, daß du denkst zeitlebens dran.

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Mein Herz brach fast bei dem grausamen Gedanken, daß unsere Ehe auf dem kalten, harten Wort Pflicht basiert.

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Fast alle Ehen sind nur Konkubinate, Ehen an der linken Hand, oder vielmehr provisorische Versuche, und entfernte Annäherungen zu einer wirklichen Ehe, deren eigentliches Wesen, nicht nach den Paradoxen dieses oder jenes Systems, sondern nach allen geistlichen und weltlichen Rechten darin besteht, daß mehre Personen nur eine werden sollen.

Schlegel, F., Fragmentensammlungen (Kritische Fragmente, Blüthenstaub, Athenäums-Fragmente, Ideen), 1797-98. Athenäums-Fragmente [34]

Die Ehe ist, nach Plato, ein Wiederfinden; das mag wahr sein, aber der redliche Finder wird selten belohnt.

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Gerade dies intime Beisammenleben von Mann und Weib kann Himmel und Hölle sein. Es ist entscheidender, einflußvoller, anfeuernder oder lähmender als irgendeine andere menschliche Beziehung.

Peters, Strahlende Kräfte! Wege zum Glück durch Charakter-, Willens- und Menschenbildung, 1916

Es scheint die Sonne nicht an allen Tagen, Wohl mancher ist in Nebel tief gehüllt; Nicht alle Blüten sieht man Früchte tragen, Viel heiße Wünsche bleiben unerfüllt; Es kann das arme Leben Ein dauernd Glück nicht geben: Doch wo zwei Herzen füreinander schlagen, Da werden leichter sie das Leid der Erde tragen.

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Habe nie ein Geheimnis, selbst aus Liebe, aus Schonung nicht! Das Weib wisse, was in des Mannes Brust vorgeht; der sehe klar durch die Gedanken und Empfindungen der Frau, wie durch seine eigenen.

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Ein verziehener Fehler bleibe ein vergessener! Aber in der Ehe stehen tausend begrabne Sünden, welche abgebüßt und abgeküßt worden, wieder lebendig auf.

Jean Paul, Herbst-Blumine oder gesammelte Werkchen aus Zeitschriften, 3 Bde., 1810-20. Erstes Bändchen. VIII. Trümmer eines Ehespiegels, Dezember 1808

O wie unendlich erhebend ist es, ein unter Freuden und Sorgen, Kindern und Schmerzen alt gewordenes Ehepaar zu sehen, aus dessen Augen noch die volle Rose der Jugendliebe schaut, um dessen welke Lippen noch das selige Lächeln des Hochzeitstages spielt!

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