Ehe Sprüche – hochzeit

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Das "Seid fruchtbar und mehret euch" hat mit der Liebe nichts zu tun.

Balzac, Physiologie der Ehe (Physiologie du mariage), 1829

Wer nicht bis drei zählen kann, lernt es in der Ehe.

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Die Ehe, mein Kind, ist unser Fegefeuer; die Liebe ist das Paradies.

Balzac, Verlorene Illusionen (Illusions perdues), 1837-43 (dt. 1846)

Möbelgemeinschaft ist keine Ehe.

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Menschen der Ehe O wären wir Tiere, wären wir Tiere, Wir hätten uns längst zerfleischt und zerrissen Und ich, der Stärkere, ich, das Männchen, Ich hätte dich Weibchen zu Tode gebissen. Und wären wir Götter, stolznackige Götter, Wir lebten uns fern in elysischen Au'n: Hinrollte auf leichter Wolke mein Wagen, Du wandeltest still unter trostreichen Frau'n. Doch wir sind Menschen, gefesselte Menschen Und müssen uns tragen mit stummer Geduld, Wir müssen uns tragen und müssen entsagen Und unsere Triebe sind unsere Schuld.

Scharf, Gesammelte Lyrik und Prosa. Mit einer Auswahl aus dem Briefwechsel und einer Rezension von Eduard v. Keyserling, hg. von Walter Hettche, Aisthesis Archiv 16, Aisthesis Verlag 2011. Wiedergabe mit freundlicher Erlaubnis des Aisthesis Verlags. Lieder eines Menschen (1892)

Was für ein unglückseliger Instinkt ist es, der die beiden Geschlechter gegeneinander aufreizt, sobald die Leidenschaft sie nicht mehr verbindet?

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Eine Ehe Sie konnten sich nie leiden Und wurden doch ein Paar. Sie dachten täglich ans Scheiden Durch fünfundzwanzig Jahr. Sie haßt ihn, der nicht minder Von Schmähungen über sie strotzt. Und beide haben neun Kinder Einander abgetrotzt.

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Es genügt nicht, daß man vor der Ehe Ja sagt. Man muß auch während der Ehe Nein sagen können.

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Wenn die Ehe nicht wäre, müssten Mann und Frau mit wildfremden Leuten streiten.

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Es trägt so mancher, der vermählt, Zwei Antlitze zur Schau; Das lächelnde zeigt er der Welt, Das mürrische – der Frau.

Aachener Kritische Revue, 1891-94

Wenn aber eine Frau einem Mann, den sie nicht wahrhaftig liebt, nichts versagt, dann fallen bald Schatten auf eine junge Ehe.

Galsworthy, Jenseits (Beyond), 1917

Wo die Frau die erste Geige spielt, streicht der Mann den Brummbaß.

Schlichting (Hg.), Weiser Humor – Lachende Philosophie. 1000 der besten boshaften Sinnsprüche, gesammelt von Wilhelm Schlichting, Verlag Wilhelm Schlichting, Stuttgart-Gablenberg 1931

Unsere Gatten wissen keinen unserer Vorzüge zu schätzen, wir müssen uns in diesem Punkt an andere halten.

Wertheimer (Hg.), Weisheiten von Oscar Wilde, übersetzt von Paul Wertheimer, 1921 (EA: 1907)

Für jede Frau, die aus ihrem Mann einen Narren macht, gibt es eine andere, die imstande ist, ihn wieder zu heilen.

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In einem gewissen Stadium der Ehe muß eine Entscheidung getroffen werden: entweder daß der Gatte sich entschließt, zum Vater seiner bisherigen Gattin oder daß diese sich entschließt, zur Mutter ihres bisherigen Gatten zu werden.

Schnitzler, Aphorismen und Betrachtungen, 1967

Es ist so manche Ehe entweiht worden, obschon es nicht durch einen Fremden geschah.

Kierkegaard, Der Begriff Angst (Begrebet Angest), veröffentlicht unter dem Pseudonym Vigilius Haufniensis (der Hüter Kopenhagens) 1844

Im ehelichen Leben ist man zu dritt in Gesellschaft, zu zweit ist man allein.

Wertheimer (Hg.), Weisheiten von Oscar Wilde, übersetzt von Paul Wertheimer, 1921 (EA: 1907)

(An seine Schwester Nannerl) Du wirst im Eh'stand viel erfahren, Was dir ein halbes Rätsel war; Bald wirst du aus Erfahrung wissen, Wie Eva einst hat handeln müssen, Daß sie hernach den Kain gebar. Doch, Schwester, diese Eh'standspflichten Wirst du von Herzen gern verrichten, Denn glaube mir, sie sind nicht schwer. Doch jede Sache hat zwo Seiten: Der Eh'stand bringt zwar viele Freuden, Allein auch Kummer bringet er. Drum, wenn dein Mann dir finstre Mienen, Die du nicht glaubest zu verdienen, In seiner übeln Laune macht, So denke, das ist Männergrille, Und sag: Herr, es gescheh' dein Wille Bei Tag, und meiner in der Nacht.

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Für eine Frau bedeutet die Ehe mit einem schlechten Mann, lebendig begraben zu sein.

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Wilde Ehe! Sie leben in ›wilder Ehe‹, So sagt des Volkes Mund; Darob schreitet Ach und Wehe Der Pharisäer Bund! Ihr Herz ist rein und heilig, Wie man sie auch verdammt; Sie habens nur nicht eilig Mit ihrem Standesamt! Doch bei dem Paar da drüben, Das kirchlich einst getraut, Da schallt es oft von Hieben, Da tönt das Fluchen laut. Da zittern Weib und Kinder, Vom Ehgemahl bedroht: Sie fürchten von dem Sünder Fast täglich ihren Tod! Nun sagt mir, welche Ehe Von beiden wirklich ›wild‹? Die auf der sittlichen Höhe, Oder die, die staatlich gilt??

Bern/Zoozmann (Hg.), Die zehnte Muse. Dichtungen vom Brettl und fürs Brettl aus vergangenen Jahrhunderten und aus unseren Tagen, Erstauflage hg. von Maximilian Bern, spätere Auflagen neu bearbeitet und hg. von Richard Zoozmann, 3 Bde., 1924-29 (EA: 1902)

Der Pessimist Warum ihr bloß den Ehstand lobt? Wo, Teufel, ist die Harmonie? Er, heißt es, "hat sich ausgetobt!", Und jetzt – tobt sie.

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