Erziehung Sprüche

Sprüche über Erziehung

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Die Schule liegt draußen, Erziehung ist Innensache, Sache des Hauses, und vieles, ja das Beste, kann man nur aus der Hand der Eltern empfangen.

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Selbstzucht Mensch, Du sollst Dich selbst erziehen. Und das wird Dir mancher deuten: Mensch, Du mußt Dir selbst entfliehen. Hüte Dich vor diesen Leuten! Rechne ab mit den Gewalten In Dir, um Dich. Sie ergeben Zweierlei: wirst Du das Leben, Wird das Leben Dich gestalten? Mancher hat sich selbst erzogen; Hat er auch sein Selbst gezüchtet? Noch hat keiner Gott erflogen, Der vor Gottes Teufeln flüchtet.

Dehmel, R., Gedichte

Gute Erziehung – ein zweischneidig Schwert. Mancher wird nie ein wirklicher Mensch, ein Mensch von Umfang, infolge seiner guten Erziehung.

Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1908

Bei nichts mehr, als bei der Erziehung, muss es heißen: „Und hätte ich alle Weisheit und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts nütze.“

Eyth, Bilder ohne Rahmen. Aus den Papieren einer Unbekannten mitgetheilt – nicht von ihr selbst, 8. Auflage 1894 (EA: 1852) (anonym)

Mancher hätte in der Schule des Lebens nicht so viel durchzumachen, wenn er die Schule seiner Jugend besser durchgemacht hätte.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Der beste Erzieher ist jeder sich selbst, und den Weg zur Erziehung weist uns die Erfahrung.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Erziehung: Wen verdrießt es nicht, wenn Eisen nicht zu Stahl wird.

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Erziehung heißt, sich in der umgebenden Welt zurechtfinden, und die Freiheiten seiner Nebenmenschen in keiner Weise beeinträchtigen. Inwieweit dies aber gelingt, hängt lediglich von der Natur eines jeden ab, ob er egoistisch oder altruistisch angelegt ist.

Sylva, Geflüsterte Worte. Essays und Lyrik, 5 Bde., 1903-1912. Aus: Über die Seele

Die Welt reformieren heißt, die Erziehung reformieren.

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Ein Mensch, der geprügelt worden ist, prügelt selbst gern wieder – man braucht ihm nur einen Knüttel zu geben, und er schlägt auf Vater und Mutter los, wenn es sein muß, nur um das an ihm begangene Unrecht zu rächen.

Gorki, Ein Sommer (Лето), 1909, in: Eine Beichte. Ein Sommer. Zwei Romane. Einzige autorisierte Übersetzung aus dem Russischen von August Scholz, Berlin 1926

Erziehung ist wichtiger als die Herkunft.

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Nicht nur Kinder, auch Poeten sind mit Ohrfeigen erzogen worden.

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Wenn man auf einen Blütenbaum ewig regnen ließe, um alles Ungeziefer sicher auszuwaschen, so müssten endlich mit dem Entbehrlichen wohl auch die Blüten herunterfallen. So ist’s in der Erziehung, wenn man allzu viel Worte und Ermahnungen macht.

Eyth, Bilder ohne Rahmen. Aus den Papieren einer Unbekannten mitgetheilt – nicht von ihr selbst, 8. Auflage 1894 (EA: 1852) (anonym)

Doch warum rede ich, wo ich nur fühlen und schweigen sollte?

Pestalozzi, Über die Idee der Elementarbildung. Eine Rede, gehalten vor der Gesellschaft der schweizerischen Erziehungsfreunde im Jahre 1809 (Lenzburger Rede), 1810/11. Nur in der 1. Ausgabe enthalten

Moderne Erziehung – aus dem Apfelbaum Spalierobst machen.

Weber, Durch die Lupe, 1907

Könnte man den Kindern Lehrer im Denken und in der Beredsamkeit geben, so wie man ihnen Sprachlehrer gibt, versuchte man, weniger ihr Gedächtnis als ihre Selbständigkeit, ihre Anlagen auszubilden, würde man, statt die Lebhaftigkeit ihres Geistes abzustumpfen, Schwung und Bewegung ihrer Seele steigern – was dürfte man nicht von einer schönen Begabung erwarten. Aber man denkt nicht daran, dass Kühnheit, Liebe zur Wahrheit oder zum Ruhm Eigenschaften sind, die für die Jugend Bedeutung haben, im Gegenteil, man denkt nur daran, sie zu unterdrücken, damit sie früh genug erfahren, dass Abhängigkeit und Anpassungsfähigkeit die sichersten Grundlagen der Karriere sind.

Vauvenargues, Nachgelassene Maximen, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

Treibhauspflanzen Nur selten gedeihen im großen und ganzen Verzärtelte Kinder und Treibhauspflanzen.

Pesendorfer, Mein Spruchbüchlein, 1913

Nur das hat für die Erziehung Gewicht und Bedeutung, was entweder den Geist Erlerntes zu verarbeiten und unmittelbar zu verwenden lehrt, oder was den Menschen durch Erkenntnis seiner natürlichen Sündhaftigkeit dem Erlöser in die Arme [...] treibt.

Ellendt, Kleine Beiträge zur Erklärung des Horatius, aus der Praxis, 1853

Es werden mehr Kinder verzogen aus Bequemlichkeit als aus Liebe.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Wenn ich es zu bestimmen hätte, so würde ich jeden erwachsenen Menschen einen Monat arm, einen Monat krank und einen Monat blind werden lassen.

Schlichting (Hg.), Weiser Humor – Lachende Philosophie. 1000 der besten boshaften Sinnsprüche, gesammelt von Wilhelm Schlichting, Verlag Wilhelm Schlichting, Stuttgart-Gablenberg 1931

Wichtigste pädagogische Frage: „Wie erzieht man die Kinder so, dass sie ihren Eltern nicht zu sehr gleichen?“

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906