Erziehung Sprüche – kinder

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Dein Kind sei so frei es immer kann. Laß es gehen und hören, finden und fallen, aufstehen und irren.

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Ein Sohn wird so, wie man ihn erzieht, ein Esel so, wie man ihn dressiert.

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Die Elster lässt ihr Hüpfen nicht.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Ein ungebändigtes Pferd wird störrisch, und ein zügelloser Sohn wird ungebärdig.

Altes Testament. Das Buch Jesus Sirach (#Sir 30,8)

Als neulich der Schnee lag und meine Nachbarskinder ihre kleinen Schlitten auf der Straße probieren wollten, sogleich war ein Polizeidiener nahe, und ich sah die armen Dingerchen fliehen, so schnell sie konnten. Jetzt, wo die Frühlingssonne sie aus den Häusern lockt und sie mit ihresgleichen vor ihren Türen gern ein Spielchen machten, sehe ich sie immer geniert, als wären sie nicht sicher und als fürchteten sie das Herannahen irgendeines polizeilichen Machthabers. Es darf kein Bube mit der Peitsche knallen, oder singen, oder rufen, sogleich ist die Polizei da, es ihm zu verbieten. Es geht bei uns alles dahin, die liebe Jugend frühzeitig zahm zu machen und alle Natur, alle Originalität und alle Wildheit auszutreiben, sodaß am Ende nichts übrig bleibt als der Philister.

Goethe, J. W., Gespräche. Mit Johann Peter Eckermann, 12. März 1828

Wohl erzogen Hat selten gelogen.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Die Weiber wollen zu erziehen anfangen, wenn schon alles verzogen ist.

Jean Paul, Bemerkungen über den Menschen, 1803-1817. Februar 1803

Verwöhnte Kinder sind die unglücklichsten; sie lernen schon in jungen Jahren die Leiden der Tyrannen kennen.

Ebner-Eschenbach, Aphorismen, 1880

Was ist die ganze Erziehung als das heilige Anknüpfen der Vergangenheit an das Dunkel der Zukunft durch weisen Gebrauch der Gegenwart.

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Erziehen ist vor allem Sache des Herzens.

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Eltern erziehen gemeiniglich ihre Kinder nur so, dass sie in die gegenwärtige Welt, sei sie auch verderbt, passen. Sie sollten sie aber besser erziehen, damit ein zukünftiger besserer Zustand dadurch hervorgebracht werde.

Kant, Über Pädagogik. Bemerkungen aus den über diesen Gegenstand bei der Universität mehrmals gehaltenen Vorträgen, hg. von D. Friedrich Theodor Rink 1803. Einleitung

Nicht das Gesetz an sich, sondern die Erziehung macht den Staat glücklich. Über erzogene Menschen achten der Grenzen nicht, durch die Erziehung hingegen wird der Wille selbst gebessert, so daß man nach und nach selbst tut, wozu sich andere durch Furcht zwingen lassen.

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Nachlässige Eltern ziehen keine guten Kinder.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Jeder Erzieher, der mit Furcht und Angst arbeitet, taugt nichts.

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Unsre Erzieher warnen uns erst vor Lügen, dann vor Wahrheiten.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Wen Vater und Mutter nicht erzogen haben, den werden die Tage und die Nächte erziehen.

Goitein (Hg.), Jemenica. Sprichwörter und Redensarten aus Zentral-Jemen, hg. von Shlomo Dov Goitein, 1934

Man sollte schlechterdings niemand heiraten lassen, der oder die nicht ein Examen über Erziehung bestanden hat. Das Wissen macht nicht alles, aber etwas, ja viel. Es ist niemand berechtigt, Kinder zu erzeugen, der nichts von Erziehung weiß.

Vischer, Auch Einer. Eine Reisebekanntschaft, 2 Bde., 1879

Jedes menschliche Wesen hat Anspruch auf eine Erziehung, die es fähig macht, auf sich selbst zu ruhen.

Meysenbug, Der Lebensabend einer Idealistin, 1898

Erziehung und Unterricht treiben aus uns schöne Keime, als sollten wir zu Griechen erwachsen; später nimmt uns statt des Gärtners der Braumeister, der Staat, in Empfang.

Jean Paul, Dämmerungen für Deutschland, 1809. 4. Kleine Zwielichter

Die Quelle und die Wurzel aller Trefflichkeit ist eine wohlgeordnete Erziehung.

Plutarch, Moralia (Moralische Schriften und Abhandlungen). Über die Erziehung der Kinder. Übersetzt von Joh. Chr. Felix Bähr (1828)

Bei der Erziehung unserer heutigen Jugend fängt man am besten gleich ›von hinten‹ an.

Schlichting (Hg.), Weiser Humor – Lachende Philosophie. 1000 der besten boshaften Sinnsprüche, gesammelt von Wilhelm Schlichting, Verlag Wilhelm Schlichting, Stuttgart-Gablenberg 1931