Erziehung Sprüche – kinder

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Das Leben ist grausam, die Wirklichkeit ist hart und im modernen Kampf ums Dasein geht es oft brutal her. Da tut nur die Erziehung ihre Pflicht, welche stählerne Charakter bildet, nicht die, welche marklose, empfindsame, weichliche Menschenwesen in die Welt sendet, die entweder sofort zu Schanden gehen oder erst durch das Leben selbst in schmerzlichster Weise gehämmert und gehärtet werden müssen.

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Machen, daß der Zögling sich selbst finde, als wählend das Gute, als verwerfend das Böse: dies oder nichts ist Charakterbildung.

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Talente können wir nicht geben, wohl aber läßt sich durch Erziehung ein tüchtiger Charakter, eine wackere Persönlichkeit heranbilden.

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Leben zündet sich nur an Leben an; mithin das Höchste im Kinde sich nur durch Beispiel, entweder gegenwärtiges, oder geschichtliches, oder (was beides vereint) durch Dichtkunst.

Jean Paul, Levana oder Erziehlehre, 2. Auflage 1811 (EA: 1807). Drittes Bändchen. Sechstes Bruchstück. Sittliche Bildung des Knaben. § 110

Während der ganzen Jugendzeit sind die umgebenden Menschen gleichsam das Klima oder auch Sonnenschein und Gewölk für die heranwachsende Pflanze.

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Diejenigen, welche die Jugend erziehen, sollen derselben als Muster ihre eigene Heiligkeit darbieten.

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Der eigentliche Geist der Erziehung ist kein anderer als der Geist der Liebe.

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Es entsteht das Genußbedürfnis, und die Erziehung eilt, den Menschen für den Genuß fähig zu machen.

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Erziehung allein bringt die Nation vorwärts. Der Krieg hat mir gezeigt, daß ein Mann um so besser ist, je besser er erzogen ist.

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Zur nötigen Strenge muss die Güte und zur Güte noch die Freundlichkeit hinzukommen, wenn man nicht das Gemüt des Kindes erkälten, und die Keime des Wohlwollens töten will.

Herbart, Umriss pädagogischer Vorlesungen, 1841 (2. vermehrte Ausgabe). 4. Abschnitt. Übersicht der allgemeinen Pädagogik nach den Altern. 2. Kapitel. Vom vierten bis achten Jahre. § 211

Wir haben [...] das Reale ins Auge gefaßt, in dessen Dienst die Erziehung steht; und dieses Reale ist die gesamte Menschennatur in ihrer normalen Ausgestaltung, also ein gesunder und wohlgeübter Körper, ein kenntnisreicher und denkender Geist, ein sittlich reiner und tatkräftiger Wille, ein heiteres und für das Schöne empfängliches Gemüt, eine vernünftige Religiosität.

Dittes, Grundriss der Erziehungs- und Unterrichtslehre, 1868

Die Beschämung teilt in vielen Fällen die Gefahr des Verlachens, da sie das Gemüt des Kindes in sich zurücktreibt und gegen andere verschließt.

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Nein, nicht zum Entbehren erziehe die Deinen, nur zum mäßigen Gebrauch dessen, was sie besitzen.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Die Glückseligkeit und Würde des Menschen bestehen darin, daß er so viel Gutes tue und daß er so viel Großes und Schönes denke, als seine Fähigkeiten und seine Umstände ihm erlauben. Ihn hierzu anzuführen, ihn vorbereiten, seiner großen Bestimmung zu entsprechen, ihn lehren ein Mensch zu sein: dieses ist ihn erziehen; und dieses ist die größte Wohltat, welche der Mensch dem Menschen gewähren kann.

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Ein Kind erziehen heißt: dem Kinde helfen, daß aus ihm werde, was nach seinen Anlagen aus ihm werden soll.

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Man muß alles das vermeiden, was starke Neigungen erregen kann und das Kind langsam an Entbehrung der Dinge gewöhnen, nach welches es ein zu großes Verlangen gezeigt hat, damit es einmal die Dinge zu erlangen hoffe, welche es so eifrig begehrt.

Fénelon, Töchtererziehung oder Über die Erziehung der Mädchen (Traité de l’éducation des filles), entstanden 1681, Erstdruck 1687

Das Wort Erziehung sollte man ausstreichen, das Wort Vorbild sollte man dafür hinsetzen.

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In einer heiteren Stunde ist man unter seinen Zöglingen allmächtig. Sie hangen an uns mit ganzer Seele, sie fassen all unsere Worte auf, sie befolgen all unsere Winke. Könntest du immer heiter sein, so wäre kein Geschäft leichter als die Erziehung.

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Früh lehre man die Kinder, sich über eine erlittene Kränkung, einen bitter empfundenen Schmerz der Klage zu enthalten.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Pädagogik Zur Kinderlehre wird's genügen, Lehrt ihr das A und O verstehn, Die Mädchen: einen Mann zu kriegen, Die Buben: ihren Mann zu stehn.

Heyse, Spruchbüchlein, 1885

Die Eltern machen unwillkürlich aus dem Kinde etwas ihnen Ähnliches – sie nennen das „Erziehung“ –, keine Mutter zweifelt im Grunde ihres Herzens daran, am Kinde sich ein Eigentum geboren zu haben, kein Vater bestreitet sich das Recht, es seinen Begriffen und Wertschätzungen unterwerfen zu dürfen.

Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse, 1886. Fünftes Hauptstück. Zur Naturgeschichte der Moral