Freundschaft Sprüche – liebe

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Das ist gerade das Schöne an Liebe und Freundschaft, daß ihre eigentlichen Werte und Gaben beiden Seiten unbewußt bleiben. Was man sich bewußt gibt, ist nicht das Eigentliche, sondern das Nebensächliche.

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Das sind die besten Freunde, die sich selten besuchen.

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Zwei Menschen können für viele Jahre unter ein- und demselben Dach miteinander reden, treffen sich aber nie und zwei andere sind bei den ersten Sätzen gleich alte Freunde.

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Sehr oft ist das Wiedersehen erst die rechte Trennung. Wir sehen, daß der andere uns entbehren konnte, er betrachtet uns, wie ein Buch, dessen letzte Kapitel er nicht gelesen hat, er will uns studieren und wir haben ihn ausstudiert!

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1835

Ein der Freundschaft offenes Herz ist erhaben über einen niederen Ehrgeiz.

Friedrich II., Denkwürdigkeiten zur Geschichte des Hauses Brandenburg, 1747/48

Die Freundlichkeit eines Freundes besticht mehr als das Gold des Despoten, und sicher mehr als sein Dolch.

Seume, Apokryphen, 1806/07; erster vollständiger Druck in: Prosaische und poetische Werke, Berlin 1869

Die Liebe offenbart niemals, was die Freundschaft in ihrer höchsten Form sagen läßt.

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Frauen von Freunden Frauen von Freunden zerstören die Freundschaft. Schüchtern erst besetzen sie einen Teil des Freundes, nisten sich in ihm ein, warten, beobachten, und nehmen scheinbar teil am Freundesbund. Dies Stück des Freundes hat uns nie gehört – wir merken nichts. Aber bald ändert sich das: Sie nehmen einen Hausflügel nach dem andern, dringen tiefer ein, haben bald den ganzen Freund. Der ist verändert; es ist, als schäme er sich seiner Freundschaft. So, wie er sich früher der Liebe vor uns geschämt hat, schämt er sich jetzt der Freundschaft vor ihr. Er gehört uns nicht mehr. Sie steht nicht zwischen uns – sie hat ihn weggezogen. Er ist nicht mehr unser Freund: er ist ihr Mann. Eine leise Verletzlichkeit bleibt übrig. Traurig blicken wir ihm nach. Die im Bett behält immer recht.

Tucholsky, Werke 1907-1935. In: Die Weltbühne, 21.07.1925, Nr. 2 (Theobald Tiger), wieder in: Mit 5 PS, 1928

Willst du deinen Freund behalten – nimm ihm nicht die Freiheit.

Kühnel (Hg.), Zitaten-Handbuch. Worte und Weisheit aus vier Jahrtausenden, hg. von Joseph Kühnel, 1937

Es gibt Naturen, welche, sobald sie uns liebgewinnen, sichtlich eine Art Taufe oder Heiligung an uns vollziehen: sie zwingen uns zur Rechtschaffenheit, weil sie an uns glauben.

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Du kannst dich für deinen Freund nicht schön genug putzen: denn du sollst ihm ein Pfeil und eine Sehnsucht nach dem Übermenschen sein.

Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe aller Teile 1892). Erster Teil. Die Reden Zarathustras, 1883. Vom Freund

Die freundlichsten Freunde und die süßesten Weine halten sich am wenigsten.

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Je näher Freundschaft, je bittrer Feindschaft.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Man muss seinen Freunden so wenig als möglich beschwerlich fallen.

Hegel, Philosophische Propädeutik, 1808-11. Erster Kursus. Unterklasse. Rechts-, Pflichten-, und Religionslehre. Zweiter Abschnitt. Pflichtenlehre oder Moral. IV. Pflichten gegen Andere. §67

Es gibt Personen, um die sich bittere Feinde oft verdienter machen, als Freunde von angenehmer Höflichkeit. Jene reden doch oft die Wahrheit, diese niemals.

Cicero, Laelius über die Freundschaft (Laelius de amicitia), 45/44 v. Chr

Ich habe mir soeben einen kleinen Hund gekauft. Wenn er nicht gerade die Tollwut bekommt, so wird er mich sicherlich nicht beißen oder mir jemals Schaden zufügen: Von denen, die ich meine Freunde nenne, könnte ich das nicht behaupten.

Constant, Tagebuch (Journal intime), 1804-1816

Nur wer selbst viel Geist hat, wird den Geistreichen zu seiner Gesellschaft wünschen; seine Freundschaft hingegen wird sich nach den moralischen Eigenschaften richten: denn auf diesen beruht seine eigentliche Hochschätzung eines Menschen, in welcher ein einziger guter Charakterzug große Mängel des Verstandes bedeckt und auslischt.

Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung, 1819 (mehrfach ergänzt, seit 1844 in zwei Bänden). Zweiter Band. Ergänzungen zum zweiten Buch. Kapitel 19. Vom Primat des Willens im Selbstbewusstsein

Aus dem Gleichgültigen einen Gegner gemacht, – das liegt schon auf dem Weg zur Freundschaft.

Merian (Hg.), Weite. 366 Gedanken und Gedichte deutscher Denker und Dichter. Verlag Gerhard Merian, Stuttgart-Degerloch, um 1927

In der Freundschaft und der Liebe ist es wohl wie in der Kunst. Es muß Geheimnis da sein.

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Tiere sogar lehrt Natur ihren Freund erkennen.

Shakespeare, Coriolanus, Erstdruck 1623

Ich habe nur einen Freund; das ist das Echo. Und warum ist es mein Freund? Weil ich meinen Kummer liebe, und diesen nimmt es mir nicht fort. Ich habe nur einen Vertrauten, das ist die Stille der Nacht; und warum ist sie meine Vertraute? Weil sie schweigt.

Kierkegaard, Entweder – Oder. Ein Lebensfragment (Enten – Eller. Et Livs-Fragment), Erstdruck unter dem Pseudonym Victor Eremita 1843. Erster Teil. Diapsalmata. Übersetzt von Alexander Michelsen und Otto Gleiß, 1885