Gedanken Sprüche
Nachdenkliche Sprüche und Gedanken
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Die größten Gedanken sind die größten Ereignisse.
Man beginnt Gedanken zu entwickeln und bricht, sobald einem bewußt wird, was man sagt, plötzlich ab, weil es lächerlich erscheinen muß.
Die wirklichen Gedanken gehen bei wirklichen Dichtern alle verschleiert einher wie die Ägypterinnen: Nur das tiefe Auge des Gedankens blickt frei über den Schleier hinweg.
Ich glaube der schlechteste Gedanke kann so gesagt werden, daß er die Wirkung des besten tut, sollte auch das letzte Mittel dieses sein, ihn einem schlechten Kerl in einem Roman oder Komödie in den Mund zu legen.
Deutliche Aussprache des Schwierigen gibt Geistesgegenwart.
Die Gedanken der Menschen haben überall ihre Ufer. Bei den einen sind sie flach verlaufend und niedrig, bei den andern hoch und trotzig abspringend. Gleichviel, es sind Ufer. Um sie herum wogt unübersehbar der große Ozean ihrer Beschränkung. Wie mancher tollkühne Schwimmer hat in diesen Wogen schon sein Grab gefunden!
Die soziale Ungerechtigkeit sät den ewigen Haß und erntet das allgemeine Leiden.
Ein Gedanke wird erst dann Gedanke und fruchtbar, wenn er durch nichts gebunden ist: Darin besteht seine Stärke im Vergleich zu anderen sinnlichen Dingen.
Gedanken sind bunte Bälle, die du gegen die Wände deines Ichs wirfst. Wenn du sie nicht mehr fangen kannst, lasse sie nur getrost fallen.
Was wir einen glänzenden Gedanken nennen, ist meist nur ein verfänglicher Ausdruck, der uns mit Hilfe von ein wenig Wahrheit einen verblüffenden Irrtum aufzwingt.
Gedankenlos handeln wir am häufigsten dann, wenn wir in Gedanken sind.
Nirgends wuchert mehr Unkraut als auf dem Grabe eines großen Gedankens.
Nicht jeder, der denkt, hat Gedanken.
Sonett 44 Wär meines trägen Fleisches Stoff Gedanke, Nie hemmt' ein Abstand feindlich meine Bahn; Dem Raum zum Trotz von jeder fernen Schranke Wollt ich mich dir, wo du auch weiltest, nahn. Mir wär es gleich, hätt' ich zum fernsten Strande Von dir hinweg auch meinen Fuß gelenkt; Denn der Gedanke fliegt durch Meer und Lande So schnell als er, wohin er strebt, sich denkt. Doch daß ich nicht Gedanke, der Gedanke Ist Tod; ich folgte gern dir viele Meilen; Aus Staub und Naß gezeugt, klag ich und kranke Mit Stöhnen, will die Zeit nicht rasch enteilen. Nichts kann so träger Urstoff uns verleihn Als bittre Thränen, Zeichen unsrer Pein.
Es ist nichts so klein, dass ein menschlicher Gedanke es nicht weihen; nichts so groß, dass ein solcher es nicht entweihen könnte.
Erdengedanken leben im menschlichen Herzen, wie unselige Geister. Wenn man alles längst gestorben und begraben glaubt, so erscheinen sie wieder zur nächtlichen Stunde und quälen uns.
Wenn ein scharfsinniger Kopf nicht einsieht, dass ein Gedanke nützlich ist, so ist er höchstwahrscheinlich falsch.
Ein Gedanke kann einen Menschen töten.
Es ist etwas Eigenes um die Gedanken, wenn sie so daher kommen und füllen einem den Kopf. Man weiß eigentlich nicht: Woher? Und wozu? Doch – bewahre sie nur auf, wie eine sorgsame Hausfrau die übrigen bunten „Flecke“ ihrer Kleider! Der Riss wird sich finden, den du zu decken hast.
Manche Gaben, Kräfte, Gedanken fallen dem Menschen sozusagen in den Kopf hinein. Er empfängt sie, wie die Speisen in gewissen Anstalten, die durch ein kleines Schiebfenster plötzlich vorhanden sind. Niemand fragt: Wer kocht sie? Oder: Wie wurden sie gekocht? Genug, man hat sie!
Die Lippe ist der Wetzstein des Geistes, über die Lippe muß der Gedanke oft hin- und herlaufen, damit er Glanz, Farbe und Gestalt gewinne.