Gedanken Sprüche
Nachdenkliche Sprüche und Gedanken
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Es hauset der Gedanke Im unendlichen Weltensaal; Nicht bannt ihn eine Schranke, Nicht hemmt ihn eine Kette, Es ringet Höh' und Thal Sein Fittig aus, verbrannte Zon' und Pol, Und fleugt mit allen Stürmen in die Wette. Doch, ach, es stöhnt in friedeloser Qual, Lebt mit sich selbst im Zanke, Der Kranke, Fühlt, daß die Welt ihm ewig leer und hohl Und findet nirgend eine Ruhestätte. – Der Lieb' in ihrem kleinen Kabinette Ist himmlisch wohl.
Das Jahr ist ein Kranz aus Blumen, Ähren, Früchten und trockenen Kräutern.
Auf deinem feinesten Pro-patria-Papier Befestige, mein Freund, die gründlichen Gedanken, Um deren Wahrheit, Grund und Engelsschönheit wir Uns leicht nicht mit einander zanken; Die andern schreib auf Löschpapier.
Große Gedanken, die eigentlichen Lebensgedanken der »oberen Seele« stimmen die »untere«nichtweihevoll, und wir können ganz gut einer abgebrochenen Gedankenreihe Nietzsches nachspüren und zugleich einen blöden crevé um sein englisches smoking beneiden.
… ein friedevoller, leuchtender Gedanke, der in dem Kampf des Tages Sieger blieb …
Die genialsten Gedanken sind nicht mehr als Veränderungen anderer genialer Gedanken und kleine Beigaben.
Hierarchisch sind wir bis auf den heutigen Tag unterdrückt von denen, welche sich auf Gedanken stützen. Gedanken sind das Heilige.
Die Muschelforscher nennen jene Muschelschalen, welche heraufgefischt werden aus den Tiefen des Meeres und die nie am Gestade gesehen werden, pelagii, die andern aber, welche an das Ufer geworfen werden und wegen der Verwitterung und Abschürfung nie so schön und zart sind wie die ersteren, littorales. So ist es auch mit den Gedanken der Poeten. Einige sind frisch, aus dem tiefen Ozean aufsteigend, strahlend von unvorstellbarer Schönheit, – pelagii; andere aber erscheinen in Vergleichung mit ihnen abgenutzt, … abgeschiefert, abgeschliffen … – littorales.
Ich bin der Meinung, daß Gedanken durch die Deutlichkeit einen großen Teil ihrer Neuheit, Kühnheit und Wahrheit verlieren können.
Zum eigenen, in uns aufsteigenden Gedanken verhält der fremde, gelesene, sich wie der Abdruck einer Pflanze der Vorwelt im Stein zur blühenden Pflanze des Frühlings.
Das Denken ist brutal, es kennt keine Rücksichten […]; was gibt es Brutaleres als einen Gedanken?
Da der Mensch selbst nur ein Kurzschluß ist zwischen Oben und Unten, so bringt ers zu nichts besserem als zum Funken, der alle Sicherungen durchbrennt, das heißt zum Gedanken.
Seine Gedanken an vorübergehende Ereignisse heften, heißt in den Sand schreiben, in die Wogen zeichnen und auf Windesflügel bauen.
Es lebe der große Gedanke, der ewige, unvergeßliche Gedanke. Jeder Mensch, wer er auch sei, muß sich davor beugen, daß der große Gedanke existiert.
Sich selbst zu vergessen, ist doch dem Menschen das Gesündeste, was es gibt!
Nur von Gedanken, die man auszusprechen vermag, weiß man wirklich, dass siesind.
Wo nehmen denn die Dichter die Gedanken her? Viel weiß man, wenn man das nur weiß.
Der Gedanke betrachtet sich den Weg und geht bedächtig im schönen Schrittwechsel, damit er nicht über die eigenen Füße stolpert.
Da und da hatte ich einen großen Gedanken, hab' ihn aber vergessen. Was mag es wohl sein? Ich plage mich mit Erraten.
Der gewöhnliche Lauf unsrer Gedanken geht so schnell; die Wellen unsrer Empfindungen rauschen so dunkel ineinander: es ist auf einmal so viel in unsrer Seele, daß wir in Absicht der meisten Ideen wie im Schlummer an einer Wasserquelle sind, wo wir freilich noch das Rauschen jeder Welle hören, aber so dunkel, daß uns endlich der Schlaf alles merkbare Gefühl nimmt.
Der erste Gedanke ist oft der beste, und in Wahrheit, es gibt vorläufige Urtheile, die werth sind in Rahmen gefaßt zu werden.