Glück Sprüche – erfolg

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»Verdammlich ist's, nach Glück zu streben; Das Ziel des Menschen ist die Pflicht.« – Allein beglückt es euch denn nicht, Euch euren Pflichten hinzugeben?

Heyse, Spruchbüchlein, 1885

Jedes Glück hat einen kleinen Stich. Wir möchten so viel: Haben. Sein. Und gelten. Daß einer alles hat: das ist selten.

Tucholsky, Werke 1907-1935. Aus: Das Ideal, in: Berliner Illustrirte Zeitung, 31.07.1927, Nr. 31 (Theobald Tiger)

Ist das Glück dir auch gewogen, Ob dir’s nützt, musst du erst zeigen; Hast du Fiedel auch und Bogen, Deshalb kannst du noch nicht geigen.

Roderich, In Gedanken. Vers-Aphorismen, 1907

Wenn man sich recht herzlich freut, daß jemand Glück hatte, so ist damit noch nicht gesagt, daß man ihm auch einräumen will, das Glück verdient zu haben.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Nicht der weiß ein Glück zu schätzen, welcher es gewonnen hat, sondern der, welcher es verloren.

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Jeder hat sein eigen Glück unter den Händen, wie der Künstler eine rohe Materie, die er zu einer Gestalt umbilden will. Aber es ist mit dieser Kunst wie mit allem; nur die Fähigkeit dazu wird uns angeboren, sie will gelernt und sorgfältig ausgeübt sein.

Goethe, Wilhelm Meisters Lehrjahre, 1795/6. 1. Buch, 17. Kapitel

Jedes erreichte Glück hört auf – Glück zu sein.

Vogel, Im Zwielicht. Aphorismen, 1946

Man soll das Glück beim Schopfe fassen – besonders wenn es ein Mädchenzopf ist.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

In dem sogenannten »Glück« oder »Erfolg« sind die Schlechten weit davon entfernt, glücklich zu sein. Schon der Furcht wegen nicht, die sich beständig an ihre Sohlen heftet, und die keiner anders, als auf kurze Zeit und mit sehr verderblichen Mitteln abzuschütteln imstande ist.

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Verstand, o Mensch, und Wille sind die Waffen, Dein Glück zu schaffen.

Herder (Hg.), Adrastea (Zeitschrift), 1801-03/04 (11. und 12. Stück hg. durch seinen Sohn W. G. von Herder). Thomas Campanella. Stimme eines gefesselten Prometheus aus seiner Kaukasushöhle. Aus: Macht des Menschen

Dem Menschen sei nicht erlaubt, sein Glück durch eine Missetat zu sichern.

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Ein volles, echtes, junges Menschenglück flößt immer Respekt ein, trägt wie jeder Erfolg seine triumphierende Rechtfertigung in sich.

Schubin, Asbéin. Aus dem Leben eines Virtuosen, 1888

Schnelles Glück hat schnelle Fahrten.

Logau, Sämmtliche Sinngedichte, 1872 (EA: 1654). Aus: Hoffnung

Genieße also, was dir das Glück gegönnt hat und was du dir erworben hast, und suche dir's zu erhalten.

Goethe, J. W., Briefe. An (Schwester) Christiane von Goethe, 2.Juli 1808

Wer sich am wenigsten auf Das Glück verläßt, behauptet sich am besten.

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Es gibt [...] viele Wege, die zu dem Glück führen können, wie es dem Menschen erreichbar ist; keinen, der sicher dahin leitet.

Freud, Das Unbehagen in der Kultur, 1930

Das rechte weltliche Glück und das himmlische Glück werden akkurat auf dem gleichen Wege gefunden.

Gotthelf, Uli der Pächter (auch: Ueli der Pächter), 1849

Hast du Glück, beherrschest du die Teufel; hast du Unglück, beherrschen sie dich.

Wyss-Vögtlin (Übers.), 700 chinesische Sprichwörter, 1965 (EA: 1942)

Ihr Glück schmieden viele so, dass sie jeden Nebenmenschen als Amboss betrachten.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Jeder ist seines Glückes Schmied, – ja wohl, aber zum Schmieden gehören nicht nur rüstige Arme, sondern auch leidlich gutes Handwerkszeug, und dieses Handwerkzeug, das ist gerade das Glück selber.

Scherr, Michel. Geschichte eines Deutschen unserer Zeit, 4 Bde., 1858

Das selbstgeschaffene Glück baut sich auf Misserfolgen auf.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913