Gott Sprüche

Sprüche über Gott

1609 Sprüche in dieser Kategorie

Ich finde dich in allen diesen Dingen, denen ich gut und wie ein Bruder bin; als Samen sonnst du dich in dem Geringen und in dem Großen gibst du groß dich hin... Das ist das wundersame Spiel der Kräfte, daß sie so dienend durch die Dinge gehn: in Wurzeln wachsend, schwindend in die Schäfte und in den Wipfeln wie ein Auferstehn.

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Alle, welche dich suchen, versuchen dich. Und die, so dich finden, binden dich an Bild und Gebärde. Ich aber will dich begreifen wie dich die Erde begreift; mit meinem Reifen reift dein Reich. Ich will von dir keine Eitelkeit, die dich beweist. Ich weiß, daß die Zeit anders heißt als du. Tu mir kein Wunder zulieb. Gieb deinen Gesetzen recht, die von Geschlecht zu Geschlecht sichtbarer sind.

Rilke, Gedichte. Das Stundenbuch. Das Buch von der Pilgerschaft (1901)

Ernste Stunde Wer jetzt weint irgendwo in der Welt, ohne Grund weint in der Welt, weint über mich. Wer jetzt lacht irgendwo in der Nacht, ohne Grund lacht in der Nacht, lacht mich aus. Wer jetzt geht irgendwo in der Welt, ohne Grund geht in der Welt, geht zu mir. Wer jetzt stirbt irgendwo in der Welt, ohne Grund stirbt in der Welt: sieht mich an.

Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. Das Buchder Bilderm 1902/1906, Des ersten Buches zweiter Teil

Der du erschufst die Welt, ohn' ihrer zu bedürfen, Erschaffen hast du sie nach deiner Lieb' Entwürfen. Nach deiner Weisheit Plan, dem Zwecke deiner Macht: Und kein Nachdenken denkt, was du hast vorgedacht.

Rückert, Gedichte. Die Weisheit des Brahmanen, 1836-1839

Im Herzen stehest du, und bist der Liebe Geist: Und dich erkennt das Herz, das dich mit Liebe preist.

Rückert, Gedichte. Die Weisheit des Brahmanen, 1836-1839

Gott ist von keinem Raum, von keiner Zeit umzirkt, Denn Gott ist da und dann, wo er und wann er wirkt. Und Gott wirkt überall, und Gott wirkt immerfort; Immer ist seine Zeit, und Überall sein Ort.

Rückert, Gedichte. Die Weisheit des Brahmanen, 1836-1839

Wer Gott will finden dort, der muß ihn mit sich bringen; Nur wenn er ist in dir, siehst du ihn in den Dingen.

Rückert, Gedichte. Die Weisheit des Brahmanen, 1836-1839

Wie könnte denn ein Mensch aus Gottes Liebe fallen!

Rückert, Gedichte. Bausteine zu einem Pantheon. Angereihte Perlen

Nichts kann vom Menschen bestimmt werden, denn alles ist vom Himmel verfügt.

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Ein Derwisch betrachtet den Himmel mit den Sternen und sagt: "O Gott, wenn schon das Dach deines Gefängnisses so schön ist, wie muss erst das Dach deines Gartens (Paradieses) sein!"

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Abū 'Alī Tūsī fragt Mīr Kārēz, ob der Weg von Gott zum Menschen oder vom Menschen zu Gott führe. Er antwortet: "Beides ist falsch. Der Weg führt von Gott zu Gott."

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Wer einen Augenblick die Nähe Gottes erlangt, der gleicht einem Tautropfen im Meer. Der Tropfen, der im Meere unterging, für den sind beide Welten außer Gott nur noch Wahn.

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Ich sah meinen Herrn mit dem Auge des Herzens und sagte: "Wer bist du?" Er antwortete: "Du."

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Hier sind deine Diener, die sich versammelt haben, um mich zu töten aus Eifer für deine Religion und im Streben nach dir. Verzeih ihnen und sei ihnen gnädig; denn wenn du ihnen den verhüllenden Schleier weggezogen hättest wie mir, so würden sie das nicht mit mir tun, und wenn du mir dasselbe verdeckt hättest wie ihnen, so wäre ich nicht in dieser Prüfung. Dir gebührt Preis für das, was du tust, und dir gebührt Preis für das, was du willst.

Al-Hallādsch, Gedichte

Die Seele fragte: "Sag, wo bist du Herr, daß ich dich aufsuchen kann?" Und Gott antwortete: "Wenn du anfängst, mich zu suchen, bist du schon zu mir hingelangt."

al-Ghazâlî, Islamische Mystiker

Der Prophet besitzt eine besondere, das natürliche Maß übersteigende Eigentümlichkeit in seiner kombinierenden Phantasie. Wenn diese die Oberherrschaft gewinnt und erstarkt und von den Sinnen nicht in Anspruch genommen und abgelenkt wird, erschaut sie die wohlbewahrte Schicksalstafel und empfängt die Wesensformen der partikulären Dinge der Zukunft in sich eingeprägt. Den Propheten überkommt dieses Schauen im wachen Zustande, die übrigen Menschen im Schlafe.

al-Ghazâlî, Das Elixier der Glückseligkeit (Kīmiyāʾ as-saʿada)

Die Unmöglichkeit, in der ich mich befinde, zu beweisen, daß es keinen Gott gebe, tut mir eben seine Existenz dar.

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Ich fühle, daß es einen Gott gibt, und ich fühle nicht, daß es keinen gebe; das genügt mir, alles Vernünfteln ist dabei wertlos; ich folgere also, daß Gott existiert.

La Bruyère, Die Charaktere oder Die Sitten im Zeitalter Ludwigs XIV. (Les Caractères de Théophraste, traduits du grec, avec les caractères ou les mœurs de ce siècle), 1688

Ich möchte einen nüchternen, maßvollen, keuschen, rechtlich denkenden Menschen behaupten hören, es gebe keinen Gott: Ein solcher Mensch würde wenigstens ganz uneigennützig sprechen. Doch er ist nicht zu finden.

La Bruyère, Die Charaktere oder Die Sitten im Zeitalter Ludwigs XIV. (Les Caractères de Théophraste, traduits du grec, avec les caractères ou les mœurs de ce siècle), 1688

Was nah ist und was ferne, Von Gott kömmt alles her! Der Strohhalm und die Sterne, Der Sperling und das Meer. [...] Von Ihm sind Büsch und Blätter, Und Korn und Obst von Ihm, Von Ihm mild Frühlingswetter, Und Schnee und Ungestüm.

Claudius, Asmus omnia sua secum portans, oder Sämtliche Werke des Wandsbecker Bothen, 1774-1812. Aus: Das Bauernlied

Er, Er macht Sonnaufgehen, Er stellt des Mondes Lauf, Er läßt die Winde wehen, Er tut den Himmel auf.

Claudius, Asmus omnia sua secum portans, oder Sämtliche Werke des Wandsbecker Bothen, 1774-1812. Aus: Das Bauernlied