Gott Sprüche

Sprüche über Gott

1609 Sprüche in dieser Kategorie

Der Verstoßene Allenthalben irret umher, wen Gott von der Tür stößt, Wem er sie öffnet, den nimmt jeder mit Gütigkeit auf.

Herder, Blumen aus morgenländischen Dichtern gesammlet (in: Zerstreute Blätter, 4. Sammlung), 1792. Drittes Buch

Immer steht jeder Mensch Gott allein gegenüber.

Internet

Vor Menschen sei ein Mann, vor Gott ein Kind.

Internet

Wer Gott schaut, stirbt.

Internet

Gott ist allmächtig und voll Mitleid, doch wenn du Gerste anbaust, hoffe bei der Ernte nicht auf Weizen.

Rumi, Das Lied der Liebe

Nicht: Wie geht es uns – wie geht es Gott?

Internet

Nenne die Gottheit wie du willst. Sie bleibt immer anonym. Worauf es allein ankommt, ist, daß der Topf sich beuge vor dem Töpfer, das Gemächte vor dem Schöpfer.

Internet

Ein französischer Bischof, zur Zeit Ludwigs XIV., besuchte ein vornehmes Haus und fragte dort den achtjährigen Sohn der Familie, einen aufgeweckten Jungen, indem er eine Orange aus einem Körbchen auf dem Tisch nahm: "Mein Kind, ich will dir diese Orange geben, wenn du mir sagst, wo Gott ist." — "Und ich, Herr Bischof, werde Ihnen den ganzen Korb voll Orangen geben, wenn Sie mir sagen, wo Gott nicht ist", erwiderte ihm der Knabe.

Langbehn, Der Geist des Ganzen, posthum hg. von B. M. Nissen 1930. An Bischof von Keppler am 12. Dezember 1899

Gottes Wille hat kein Darum.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Es steht nirgends geschrieben, daß Gott unseren Kopf verlange, wohl aber unser Herz.

Kügelgen, Lebenserinnerungen des alten Mannes in Briefen an seinen Bruder Gerhard 1840-1867, Leipzig 1923

[Gott] Du kommst und gehst. Die Türen fallen viel sanfter zu, fast ohne Wehn. Du bist der Leiseste von allen, die durch die leisen Häuser gehn. Man kann sich so an dich gewöhnen, daß man nicht aus dem Buche schaut, wenn seine Bilder sich verschönen, von deinem Schatten überblaut; weil dich die Dinge immer tönen nur einmal leis und einmal laut. Oft wenn ich dich in Sinnen sehe, verteilt sich deine Allgestalt; du gehst wie lauter lichte Rehe, und ich bin dunkel und bin Wald. Du bist ein Rad, an dem ich stehe: von deinen vielen dunklen Achsen wird immer wieder eine schwer und dreht sich näher zu mir her, und meine willigen Werke wachsen von Wiederkehr zu Wiederkehr

Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. Das Stundenbuch. Das Buch vom mönchischen Leben, 1899

Ein loses Blatt, das zwecklos, rastlos treibt, Die Seele ist's, der keine Hoffnung bleibt. Ein loses Blatt, das welk geworden ist, Ihm gleicht der Mensch, der seinen Gott vergißt. Ein loses Blatt, dem Sturm gegeben preis, Das ist ein Herz, das nicht von Liebe weiß.

Lüttringhaus (Hg.), Lebensworte aus dem Munde guter und großer Menschen aller Zeiten und Völker für Geist und Gemüt, hg. von J. D. Lüttringhaus, Lüdenscheid, um 1880

Die Vorsehung begünstigt gewiß nicht einzelne, sondern die tiefe Weisheit ihrer Ratschläge dehnt sich auf die Zurechtweisung und Veredlung aller aus.

Humboldt, W., Briefe an eine Freundin (gemeint ist Charlotte Diede), 2 Bde., 1847. 28. Januar 1827

Dieses Wiedererkennen Gottes in der Welt ist die eigentümliche Fähigkeit und Begabung jedes großen Menschen.

Friedell, Kulturgeschichte der Neuzeit, 3 Bde., 1927-31. Erstes Buch. Sechstes Kapitel: Die Deutsche Religion. Gott und die Völker

Gott in der Welt suchen, das ist Menschenaufgabe. Ihn auch finden? Das ist Gnade, das heißt besonderes Schicksal, besondere Anlage.

Bosshart, Bausteine zu Leben und Zeit, posthum hg. von Elsa Bosshart-Forrer, 1929

Von der Gottheit nichts begehren als sie selber, würde wohl das Richtige sein.

Feuerbach, Ein Vermächtnis, hg. von Henriette Feuerbach, 2. vermehrte Auflage 1885

Ist ein Gott in mir, so ist er nicht mit mir zufrieden, ich aber auch nicht immer mit ihm.

Schleich, Erlebtes, Erdachtes, Erstrebtes, 1928

Gott aufnehmen, heißt anfangen, wahrer Mensch zu werden.

Internet

Nichts geschieht ohne den Willen des Allmächtigen. Entweder läßt er zu, daß es geschehe, oder er tut es selbst.

Internet

Gott ist das, wovon etwas Größeres nicht gedacht werden kann.

Internet

Denkt euch: Gott saß vor der Orgel der Möglichkeiten und improvisierte die Welt. Wir Armen, Menschen, hören immer nur die vox humana heraus. Ist sie schon schön, wie herrlich muß das Ganze sein!

Schleich, Die Weisheit der Freude, 1920