Gott Sprüche – klassisch

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Wenn der liebe Gott sich im Himmel langweilt, dann öffnet er das Fenster und betrachtet die Boulevards von Paris.

Heine, Französische Zustände, entstanden 1831-32. Artikel 5. Dieses Zitat soll nach Heine ein altes Sprichwort sein

Je größer der Mensch, desto größer sein Gott.

Essigmann, Gott, Mensch und Menschheit. Aphorismen, 1916

Der Ernährer aller Menschen ist Gott und der Staat ihr Unterernährer.

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Ein Gott hat mancherlei Lieder mir in die Seele gepflanzt.

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Es muß einen Gott geben, kein Volk lebt auf der Erde, das nicht einen Gott hätte.

Gorki, Ein Sommer (Лето), 1909, in: Eine Beichte. Ein Sommer. Zwei Romane. Einzige autorisierte Übersetzung aus dem Russischen von August Scholz, Berlin 1926

O, wollten halb so eifrig nur dem Himmel wir uns weih'n, Als schöner Weiber Dienste – traun, wir könnten Engel sein!

Moore, National Airs, 6 Bde., 1818-27. Aus: Row gently here, übersetzt von Ferdinand Freiligrath 1836

Gott wollte die Menschen züchtigen, da sandte er ihnen die Juristen.

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Gott wird oft von vielen als Zeuge angerufen: sie wissen, dass er keine Aussagen macht.

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906

Gleichartig sind Götter und die sterblichen Menschen geboren.

Hesiod, Werke und Tage, um 700 v. Chr

Jeder Mensch hat die Sehnsucht, sich unter etwas Erhabenes zu stellen, einem Gott zu dienen.

Bosshart, Bausteine zu Leben und Zeit, posthum hg. von Elsa Bosshart-Forrer, 1929

Was dir erscheint, ist nicht, es zerrinnt wie ein eitles Traumbild Spurlos: Einer nur ist, Gott, der dir nirgend erscheint.

Anonym, Unumstößliche Beweise für die Unsterblichkeit der menschlichen Seele, niedergelegt in den erhabensten Gedanken und Aussprüchen der hervorragendsten Menschen aller Zeiten und Nationen, 1858

Der Instinkt, der einen Gott verlangt, ist erhabener als die Spitzfindigkeit, die ihn verwirft.

Vinet, Über die Moralisten des 16. und 17. Jahrhunderts (Études sur les moralistes aux XVIe et XVIIe siècles), übersetzt von Zimmermann 1859

Götter haben schon oft geringere Hütten betreten.

Ovid, Metamorphosen, entstanden um 1 oder 3 bis 8 n. Chr

Gott ist nicht wählerisch in seinen Boten und Werkzeugen, und die irren sich, die da meinen, daß er die Welt mit spitzen Fingern anfasse und das Nämliche von ihnen verlange.

Raabe, Im alten Eisen, 1887. 20. Kapitel

Denn im Anfang war der Mensch und seine GötterEins, da, sich selber unbekannt, die ewige Schönheit war.

Hölderlin, Hyperion oder der Eremit in Griechenland, 2 Bde., 1797-99. Erster Band. Zweites Buch. Hyperion an Bellarmin

Ich genüge mich an meinem Stande Ich genüge mich an meinem Stande, in den der Höchste mich gesetzt, Und acht es gar für keine Schande, bin ich nicht jedem gleichgeschätzt. Ich darf so wenig meinen Schöpfer anklagen als der Ton den Töpfer.

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Die Götter leben, Erkenne sie, die furchtbar dich umgeben!

Schiller, Die Braut von Messina oder die feindlichen Brüder. Ein Trauerspiel mit Chören, 1803. Zweiter Chor

Wenn die Götter ihr verjagt, Kommen die Gespenster.

Geibel, E., Gedichte. Gedichte und Gedenkblätter, Stuttgart 1865

Gibt es Gott? Ich weiß es nicht. Ich weiß, es gibt ein Gesetz meines geistigen Wesens. Die Quelle, den Ursprung dieses Gesetzes nenne ich Gott.

Tolstoi, Tagebücher. 1906

Da oben ist ein anderer Ätti (Vater), strahlend in ewigem Lichte der allmächtigen Liebe; es ist der reiche Gott und die Sterne sind sein glänzend Kleid. Und den haben viele verloren aus den Augen, und sie wissen nicht, wo er ist; und doch haben sie keine Angst und behaglich wandern sie auf dem Lebensmarkte auf und ab, .... ja, gemahnt an ihn, erschrecken sie, und möchten die Reden von ihm für Träume ausgeben, für Träume schwindsüchtiger und mondsüchtiger Thoren.

Gotthelf, Leiden und Freuden eines Schulmeisters, 1838-39

Im Anfange hatten die Menschen keine anderen Könige als die Götter und keine andere Regierung als die theokratische. … Schon daraus allein, daß man Gott an die Spitze jeder politischen Gesellschaft stellte, folgte, dass es ebenso viele Götter wie Völker gab. Zwei einander fremde und fast immer feindselig gesinnte Völker konnten nicht auf die Dauer einen und denselben Herrn anerkennen.

Rousseau, Vom Gesellschaftsvertrag oder Prinzipien des Staatsrechtes (Du Contrat social ou Principes du droit politique), entstanden 1754-58, Erstdruck 1762. 4. Buch, 8. Kapitel