Gott Sprüche – nachdenklich

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Erfülle den Willen Gottes wie deinen eigenen, dann wird Gott deinen Willen erfüllen, wie seinen; verzichte auf deine Wünsche, dann wird er machen, daß andere auf ihre Wünsche zu Gunsten der deinigen verzichten.

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Gott sitzt hoch, aber er sieht weit.

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Du musst ein guter Kerzenmacher sein, wenn du Gott eine wächserne Nase drehen willst.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Gott ist nicht tot, er ist nur beim ›Wort zum Sonntag‹ eingeschlafen.

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Nehmt die Gottheit auf in euren Willen, Und sie steigt von ihrem Weltenthron.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Das Ideal und das Leben, Erstdruck 1795 unter dem Titel "Das Reich der Schatten", später auch unter dem Titel "Das Reich der Formen"

Das hohe Göttliche, es ruht in ernster Stille; Mit stillem Geist will es empfunden sein.

Schiller, Die Huldigung der Künste. Ein lyrisches Spiel, Erstaufführung in Weimar am 12. November 1804. Tanz

Die Liebe beginnt da, wo das Denken aufhört. Wir brauchen aber die Liebe von Gott nicht zu erbitten, sondern wir müssen uns für sie nur bereit halten.

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Gott braucht auch dich, daß er sein Werk vollende. Deine Hände sind Gottes Hände.

Lissauer, Der inwendige Weg. Neue Gedichte, 1920

Soll Gott gesehen werden, so muß es in einem Lichte geschehen, das Gott selbst ist. Das Auge, in dem ich Gott sehe, ist dasselbe Auge, darin mich Gott sieht – mein Auge und Gottes Auge ist ein Auge und ein Erkennen und ein Lieben.

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Fragst du, wie Gott, das Wort, in einer Seele wohne? So wisse: wie das Licht der Sonnen in der Welt, Und wie ein Bräutgam sich in seiner Kammer hält, Und wie ein König sitzt in seinem Reich und Throne, Ein Lehrer in der Schul, ein Vater bei dem Sohne Und wie ein teurer Schatz in einem Ackerfeld Und wie ein lieber Gast in einem schönen Zelt, Und wie ein Kleinod ist in einer guldnen Krone, Wie eine Lilie in einem Blumental Und wie ein Saitenspiel bei einem Abendmahl Und wie ein Zimmetöl, in einer Lamp entzunden, Und wie das Himmelsbrot in einem reinen Schrein Und wie ein Gartenbrunn und wie ein kühler Wein: Sag, ob er anders wo so schöne wird gefunden?

Silesius, Cherubinischer Wandersmann, 1675

Ist's denn nötig, daß wir die Art und Weise, wie Gott wirkt, völlig begreifen?

Luther, Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche, 1520

Du brauchst Gott weder hier noch dort zu suchen; er ist nicht weiter als vor der Tür des Herzens. Dort steht er und harrt und wartet.

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Ich sah den Herrn vorübergehen von Ferne und versank in Staunen.

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Aber den anstrengendsten von allen Gedanken, im Vergleich mit dem selbst der ernste Gedanke an den Tod leichter ist, den Gedanken an Gott, kann der Religiöse mit einer solchen Leichtigkeit wie du und ich und Hinz und Kunz und Justizrat Müller bewegen, denn das steht wohl fest, daß an uns keiner etwas merkt.

Kierkegaard, Abschließende unwissenschaftliche Nachschrift zu den Philosophischen Brocken, 1846. Übersetzt von Hermann Gottsched, 1910

Wie höflich ist Gott. Er sagte: "Er soll dein Herr sein!" Dann schwieg er und sah dich freundlich und erwartungsvoll an und glaubte, du sagtest nun deinerseits: "Und ich will Ihr Diener sein und Sie auf meinen Händen tragen!" Und immer noch schweigt er und wartet auf dies, dein Wort.

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Gott will Begegnung mit uns feiern: will unsere anbetende, liebende Antwort.

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Ich glaube einen Gott! – Dies ist ein schönes, löbliches Wort; aber Gott anerkennen, wo und wie er sich offenbare, das ist eigentlich die Seligkeit auf Erden.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus dem Nachlass. Über Literatur und Leben

Vater im Himmel! Auf vielerlei Weise redest Du zu einem Menschen; Du, dem Weisheit und Verstand allein gehören, Du willst Dich ihm doch verständlich machen. Ach, und auch wenn Du schweigst, so redest Du ja doch mit ihm [...] So laß es gesegnet sein auch dieses Schweigen, wie jedes Deiner Worte zu einem Menschen, laß ihn nie vergessen, daß Du auch dann redest, wann Du schweigst; schenke ihm diesen Trost, wenn er auf Dich baut, daß Du aus Liebe schweigst, wie Du aus Liebe redest, so daß nun, ob Du schweigest oder redest, Du doch derselbe Vater bist, dieselbe Väterlichkeit, ob Du durch Deine Stimme leitest oder durch Dein Schweigen erziehest.

Kierkegaard, Die Tagebücher 1834-1855, Auswahl und Übertragung von Theodor Haecker, 2 Bde., 1923. 1846

Die Ehrfurcht vor Gott ist die Ehrfurcht vor dem Zusammenhang aller Dinge und Überzeugung von höheren Wesen als der Mensch ist.

Nietzsche, F., Nachgelassene Fragmente. Herbst 1884 – Anfang 1885

Das Beste, was du von Ihm verlangen kannst, ist das, was Er von dir verlangt.

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Es ist Gottes Art, durch kleine Dinge große Wirkungen hervorzurufen.

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