Hoffnung Sprüche – zukunft

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Die Hoffnung ist ein Scharlatan, der uns ohne Unterlaß betrügt, und was mich betrifft, so hat mein Glück erst begonnen, nachdem ich sie verloren habe. Ich würde gerne die Inschrift Dantes am Höllentor über den Eingang zum Paradies setzen: ›Ihr, die ihr hier eintretet, laßt alle Hoffnung fahren!‹

Chamfort, Maximen und Gedanken. Charaktere und Anekdoten (Maximes et pensées: Caractères et anecdotes), 1795. In: Die französischen Moralisten. Die Aphorismenbücher in vollständiger Gestalt. Verdeutscht und hg. von Fritz Schalk, Leipzig 1938

Die Hoffnung ist erlahmt. Kann es Schlimmeres geben?

Bosshart, Bausteine zu Leben und Zeit, posthum hg. von Elsa Bosshart-Forrer, 1929

Das alte, liebe, böse Hoffen – Die Seele lässt es einmal nicht.

Fontane, T., Gedichte. Aus: Zerstoben sind die Wolkenmassen

Die Hoffnungen der richtig Denkenden sind erfüllbar, die der Unverständigen unerfüllbar.

Diels/Kranz (Hg.), Die Fragmente der Vorsokratiker, hg. von Hermann Diels und Walther Kranz, 3 Bde., 1903-10. 58.

Der Schatten, den der Tod eines Gerechten über das Leben der Seinen wirft, vergeht, wenn die Hoffnung aufgeht und zum Bewusstsein kommt.

Gotthelf, Der Sonntag des Großvaters. Erzählung, 1852

Falls die letzte Stunde angebrochen ist während jemand Palmensamen in der Hand hält, die er einpflanzen könnte bevor die Stunde schlägt, soll er sie einpflanzen.

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DieHoffnungnicht allein Auf holde Täuschung, auch derWunschentschlief.

Leopardi, Gesänge (Canti), in: Gedichte und Prosaschriften, Berlin 1889, übersetzt von Paul Heyse. Erstdruck: Florenz 1831, erweiterte Fassung Neapel 1835. Aus: 28. An mich selbst

Ob ein Gott sei? Ob er einst erfülle, Was die Sehnsucht weinend sich verspricht? Ob, vor irgendeinem Weltgericht, Sich dies rätselhafte Sein enthülle? Hoffen soll der Mensch! Er frage nicht!

Tiedge, C. A., Gedichte. Aus: Urania, Klagen des Zweiflers. Vertont von Ludwig van Beethoven 1804/05

Schein und Wirklichkeit 1. In Mittagsglut, auf des Gebirges Grat Schlief unter alten Fichten müd ich ein; Ich schlief und träumte bis zum Abendschein Von leerem Hoffen und verlorner Tat. Schlaftrunken und verwirrt erwacht' ich spat; Gerötet war ringsum Gebüsch und Stein, Des Hochgebirges Eishaupt und Gebein, Der Horizont ein sprühend Feuerrad. Und rascher fühlt' ich meine Pulse gehen, Ich hielt die Glut für lichtes Morgenrot, Erharrend nun der Sonne Auferstehen. Doch Berg um Berg versank in Schlaf und Tod. Die Nacht stieg auf mit frostig rauhem Wehen, Und mit dem Mond des Herzens alte Not. 2. So manchmal werd' ich irre an der Stunde, An Tag und Jahr, ach, an der ganzen Zeit; Es gärt und tost, doch mitten auf dem Grunde Ist es so still, so kalt, so zugeschneit; Habt ihr euch auf ein neues Jahr gefreut, Die Zukunft preisend mit beredtem Munde? Es rollt heran und schleudert, o wie weit! Euch rückwärts. – Ihr versinkt im alten Schlunde. Doch kann ich nie die Hoffnung ganz verlieren, Sind auch noch viele Nächte zu durchträumen, Zu schlafen, zu durchwachen, zu durchfrieren! So wahr erzürnte Wasser müssen schäumen, Muss, ob der tiefsten Nacht, Tag triumphieren, Und sieh: Schon bricht es rot aus Wolkensäumen!

Keller, G., Gedichte. Aus der Sammlung: Gedichte, 1846, dort unter dem Titel: Was ist es an der Zeit?

Es quillet Hoffnung fort in unsrer Brust, Doch uns entweicht das immer nahe Glück; Verbannt und mattlos irrt der matte Geist, Er lebt und webt in einer beß'ren Zukunft.

Pope, Versuch über den Menschen. Eine genauere Übersetzung, 1809. Erste Epistel

Zum offnen Himmel lenkt den Blick!

Hugo, Oden und Balladen (Odes et ballades), 1818-1822, übersetzt von Ludwig Seeger 1860. Die Vendée. Zweite Ode, 1819. Originaltext der Übersetzung

Hoffnung Wenn die Hoffnung nicht wär', Wir lebten nicht mehr! Sie allein kann uns trösten, Kann lindern die Pein. Wie gieng es denn hin, wie gieng es denn her, Wenn die Hoffnung nicht wär'! Die Armuth, sie weint, Ihr Gold wird verpraßt; Die göttliche Wahrheit, Sie ist verhaßt! Wie gieng es denn hin, wie gieng es denn her, Wenn die Hoffnung nicht wär'! Vor Gott sind wir gleich, Hier aber liegt, ach! In der Wiege die Größe, In der Wiege die Schmach! Wie gieng es denn hin, wie gieng es denn her, Wenn die Hoffnung nicht wär'! Nur der Adel regiert, Der Bürger ist Sclav, Und ist doch voll Weisheit, Ist kräftig und brav! Wie gieng es denn hin, wie gieng es denn her, Wenn die Hoffnung nicht wär'! Unser Recht vom Himmel, Sie schlugen's entzwei; Sie traten's mit Füßen, Und wir dachten dabei: Wie gieng es denn hin, wie gieng es denn her, Wenn die Hoffnung nicht wär'! So ha'n wir gehoffet, Und hoffen noch jetzt; Aber Hoffen und Harren Macht Narren zuletzt. Es ging besser hin, es ging besser her, Wenn die Hoffnung nicht wär'! Unsre Hoffnung ist der Geist, Der die Ketten zerreißt; Unsre Hoffnung ist das Schwert, Gen Tyrannen gekehrt! Wie ging es denn hin, wie ging es denn her, Wenn die Hoffnung nicht wär'!

Glaßbrenner, Verbotene Lieder. Von einem norddeutschen Poeten, 1844. Originaltext

Jeder Mißvergnügte greift nach einem Strohhalme, der wie Hoffnung aussieht.

Laube, Struensee. Trauerspiel in fünf Akten, 1847. Erster Akt, fünfte Szene. Ranzau

Nur wer nichts mehr hofft, nichts – mag gelassen sein.

Geibel, Brunhild. Eine Tragödie, 1857. Zweiter Auftritt, Brunhilde

Er hängt an keinem Baume er hängt an keinem Strick, sondern an dem Traume der freien Republik.

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Denjenigen, den das Schicksal bereits plündert, verführt die Hoffnung auf Gewinn dazu, immer weiter zu spielen.

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Hoffentlich wird‘s nicht so schlimm, wie es ist.

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Der Hoffnung folgt die Angst.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 5. Brief. Übers. Internet Originaltext: Spem metus sequitur

Wer sich von der Hoffnung nährt, ist stets in der Schwebe und lebt nicht.

Erasmus von Rotterdam, Schülergespräche (Familiarum colloquiorum formulae), 1526. Übers. Internet. Originaltext: Qui spe aluntur, pendent, non vivunt.

Bewahre Hoffnung! Die Hoffnung allein verlässt auch im Tod den Menschen nicht.

Pseudo-Cato, Disticha Catonis. 2.25. Übers. Internet. Originaltext: Spem retine; spes una hominem nec morte relinquit.

Wer auf Hoffnung jagt, der fängt Nebel.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846