Hoffnung Sprüche – zukunft

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Ich besänft'ge mein Herz, mit süßer Hoffnung ihm schmeichelnd: Eng ist das Leben fürwahr, aber die Hoffnung ist weit.

Goethe, J. W., Gedichte

Den Fluß hinab Im Mittagsschein fahr ich im Boot allein den Fluß hinab, der mit mir sinnt und träumt. Kein Laut im Kreis; der Kiel gluckst schläfrig, leis; von Linden ist das Ufer hoch umsäumt. Der Sonne Glut strahlt wider aus der Flut mit Bäumen, deren Kronen abwärts stehn. Im Fluß erhellt sich eine Spiegelwelt, wieviel auch Wellen kommen und vergehn. Metallen blank, stahlblau und zierlich schlank fliegt die Libelle auf der Spiegelung. So leichtbeschwingt, von Sonnengold umringt, flog meine Seele einst, sehnsuchtsvoll, jung. Zu jung vielleicht, getäuscht, enttäuscht so leicht, genoß sie Hoffnung nur, wenn sie genoß; verfolgte wild ihr eignes Spiegelbild in einer Welt, die wie ein Fluß zerfloß.

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Die Hoffnung und die Furcht Es reisten (Wann? Vielleicht zu unsern Zeiten) Die Hoffnung und die Furcht durchs Land. Wie jene leichtlich Freunde fand, So wohnte diese gar bei denen, die sie scheuten. Sogleich verändert sich der Menschen Wahn und Stand. Bald fängt der Mangel an, sich voller Muth zu brüsten, Der Ueberfluß, verzagt zu sein. Warum? Die Hoffnung kehrt beim ärmsten Alchymisten, Die Furcht beim reichsten Wuchrer ein.

Hagedorn, Fabeln und Erzählungen, Erstdruck 1750. Zweites Buch. Originaltext

Catilina kannte die Gefahr einer Verschwörung wohl, aber sein Mut ließ ihn hoffen, er werde sie überwinden: die Meinung beherrscht nur die Schwachen; aber die Hoffnung täuscht die größten Seelen.

Vauvenargues, Nachgelassene Maximen, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

Hoffnung Die Blutkoralle glüht Im dunklen Meeresschoße, Am kalten Fels noch blüht Die schöne Alpenrose, Manch Blümlein, rot und weiß, Im wilden Heidengrunde; So sproßt ein Hoffnungsreis Aus jeder Herzenswunde.

Pesendorfer, Mein Spruchbüchlein, 1913

Du hast mehr in der Hoffnung genossen, als du jemals in Wirklichkeit genießen wirst.

Rousseau, Emil oder über die Erziehung (Émile ou de l'éducation), 1762

Wir geben keine Hoffnung auf, bevor wir nicht eine neue haben.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944. 1897

Wozu hat denn der Mensch das himmlische Geschenk, die Hoffnung empfangen?

Brahms, J., Briefe. An Clara Schumann, 11. Oktober 1857

Fort, fort, ihr Wahrheiten, die ihr düster blickt! Nicht will ich auf meinen Bergen herbe ungeduldige Wahrheiten sehn. Vom Lächeln vergüldet nahe mir heut die Wahrheit, von der Sonne gesüßt, von der Liebe gebräunt, – eine reife Wahrheit breche ich allein vom Baum.

Nietzsche, Dionysos-Dithyramben, 1889. Aus: Von der Armut des Reichsten

Ein Uhrmacher: "Wenn man fürchtet – geht der Uhrzeiger rasch; wenn man hofft – geht er langsam."

Weiß, So seid Ihr! Zweite Folge, 1909

Schwellender Knospen im Lenz sind unsere Hoffnungen ähnlich; Stets, wenn die eine verwelkt, schließet die andre sich auf.

Übersicht der deutschen Litteratur oder Auszug aus den besten deutschen Schriftstellern der gebundenen und ungebundenen Rede, 1828. Aus: Unsre Hoffnungen

Schwebt Hoffnung doch immer Mit lieblichem Schimmer Dem Strahle des kommenden Tages vorauf.

Fernow, C. L., Gedichte. Aus: Spinnelied, 1796 (Schlussworte)

Wir gehen eher an den Folgen einer getäuschten Hoffnung zugrunde als an der Reue über eine bestimmte Tat.

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Von wannen du nichts gehofft hast, daran verzweifle nicht, denn was dem Menschen verliehen wird, das wird ihm meistenteils von unverhofften Seiten gewährt. Was der Mensch hofft, ist gleichsam an dasjenige gebunden, was er nicht gehofft. Lass also deine Hoffnung immer am meisten auf die unverhoffte Seite gerichtet sein.

Diez (Übers.), Buch des Kabus oder Lehren des persischen Königs Kjekjawus für seinen Sohn Ghilan Schach, 1811. 6. Kapitel: Dass Tugend besser ist als Herkunft

Wer der Hoffnung kehrt den Rücken und sich dies zum Grundsatz macht, Nicht zu hoffen mehr, hat alles wohl studiert, gelernt, vollbracht.

Narájana, Hitopadêsha (Der freundliche Ratgeber), 9./10. Jhdt. n. Chr. Übersetzt von Ludwig Fritze, 1888

Welch ein Anker ist die Hoffnung!

Prudhomme, Intimes Tagebuch und Gedanken

Hoffnung beschwingt Gedanken, Liebe Hoffnung.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Lyrisches. Aus einem Stammbuch von 1604

Die Hoffnung, ein altes Glück wiederherzustellen, flammt immer einmal wieder in dem Menschen auf.

Goethe, Die Wahlverwandtschaften, 1809. 2. Teil, 15. Kap.

Letzte Hoffnung An Verwelken und Verblühen Hab' ich längst mein Herz gewöhnt; Mit des Lebens Leid und Mühen Hab' ich längst mich ausgesöhnt. Doch mein armes Herz auf Erden Dennoch manche Hoffnung trägt – Möge sie erfüllet werden, Weil es sie fürandrehegt!

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Wir haben keine andere Hoffnung, als auf Wahrheit und Recht.

Pestalozzi, Meine Nachforschungen über den Gang der Natur in der Entwicklung des Menschengeschlechts, 1797

Der Letzte, von dem ein Mensch aufhört, Gutes zu hoffen, ist er selbst. Man kann es nie unterlassen, auf sich selbst Hoffnungen zu setzen.

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