Krieg Sprüche

Sprüche über Krieg

521 Sprüche in dieser Kategorie

Reichen die Kräfte des Feindes zum Weitermarschieren noch aus, so müssen es auch die unsrigen.

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Die größten Kriege, die gemeinsten Schandtaten der Menschheit, entstanden aus den besten Absichten.

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Die drei Rekruten Bei strömendem Regen im Biwuak Kampierten drei müde Rekruten. Sie legten den Kopf auf den Mantelsack Und zogen den Hals in die Kutten Der Regen rauschte, sie merktens kaum, Und sachte, vom Wunsch zum Gedanken Begann in Bälde ein tröstlicher Traum Vor ihren Augen zu schwanken. Sie meinten in ihrer Phantasei, Als wären sie schon Generäle, Im Schlachtengetümmel und Feldgeschrei Diktierend die barschen Befehle. Gemeinsam dünkte den dreien vereint, Man wolle sie überflügeln Und unerschöpflich flute der Feind Herab von den mörderischen Hügeln. Und Adjutanten kämen gesprengt, Bleichwangig, umblitzt von Granaten: "Wir sind umzingelt und eingezwängt. Man meutert. Man wähnt sich verraten." Da sprach der erste: "Ich hab einen Kern Von Jägern und von Husaren. Der Teufel ist ledig und Hilfe ist fern, Jetzt gilt es, die Ehre zu wahren." Ingrimmig faßt er den Säbelknauf, Ermahnte zur Pflicht und zur Ehre, Dann vorwärts ging es in rasendem Lauf, Als ob es der Sturmwind wäre. Aus tausend Schlünden zischte der Tod, Sie grüßten ihn ohne Bangen, Die meisten färbten den Boden rot, Er fiel und wurde gefangen. Bewundernd pflegt ihn der edle Feind Und schenkt ihm den rühmlichen Degen. Er hatte seit Jahren nie geweint, Jetzt spürt er im Auge sich's regen Der zweite sprach: "Ich habe zur Hand Ein Häuflein von Veteranen, Ergeben Gott und dem Vaterland Gehorsam dem Winke der Fahnen." Rasch formt er das Viereck zum letzten Stoß. "Brüder", begann er begeistert, "Gott ist uns dawider, der Feind ist zu groß, Der Tod nur wird niemals bemeistert. Heut heißt es bekunden, was einer wert, Und ob den Vätern wir gleichen. Wir kämpfen, so lange der Atem währt, Und hemmen den Durchpaß als Leichen." "Hurra!" erscholl es wie Donnergebraus. Dann rückten sie mit Gesange Langsam aus dem schirmenden Hohlweg hinaus Zum heiligen Todesgange. Und als am Abend nach bitterem Streit Man sah nach den Toten und Wunden, Da ward von dem Samaritergeleit Ein schaurig Schauspiel gefunden. Zu Bergen starrte die tapfere Schar, Leichnam auf Leichnam geschichtet, Im toten noch boten Trotz sie dar, Das Antlitz feindwärts gerichtet. Und Freund und Gegner entblößten sich stumm Vor des Anblicks grausiger Schöne, Und flüsternd gings in den Reihen um: "Hier schaut man Heldensöhne." Doch der dritte schweigend die Karte las Auf der Brüstung der Kirchhofmauer. Mitunter hob er das Augenglas Und nahm den Feind auf die Lauer. Er spähte nach rechts und spähte nach links, Die Augen funkelnd vor Tücke. Wahrhaftig entdeckt er plötzlicherdings Im Ring die erlösende Lücke. Und eh einer wußte, wie das geschah, Hatt er flugs in die Bresche geschmissen Die Reserven alle von fern und nah Und dem Feinde die Walstatt entrissen. Der Regen plätscherte nach wie vor. Da stieg auf verborgenen Stegen Gewappnet ein riesiger Geist empor Und schwebte heran durch den Regen. Er nickte dem letzten: "Herr General, Wir lernen uns näher kennen. Ob früher, ob später, es wird einmal Der Ruhm deinen Namen nennen. Ihr andern beide, merkt euch den Satz: Entschlagt euch das Oberbefehlen. In jeglichem Regimente ist Platz Für mutige Fähndrichsseelen. Pflicht, Ehre, Begeisterung geb ich euch feil, Sich bescheidend im Unterliegen. Generäle brauch ich im Gegenteil, Die nicht vergessen zu siegen."

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Unsere Soldaten konnten auf den toten Körpern des Feindes wie auf einer Insel stehen.

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Kann es etwas Widersinnigeres geben, als daß ein Mensch das Recht hat, mich zu töten, weil er jenseits des Wassers wohnt und weil sein Herrscher mit dem meinigen in Streit geraden ist, obzwar ich mit ihm niemals einen Streit gehabt habe?

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Der Krieg besteht unter den Völkern, wie er in der ganzen Natur und in dem Herzen des Menschen besteht.

Proudhon, Der Krieg und der Friede (La Guerre et la Paix), 1861

Den Toten zur Ehr Den Lebenden zur Mahnung Den Kommenden zur Warnung

Inschrift. Am Gefallenendenkmal am Plambacheck in Niederösterreich

Ach! armes Land, Das fast vor sich erschrickt! Nicht unsre Mutter Kann es mehr heißen, sondern unser Grab: Wo nur, wer von nichts weiß, noch etwa lächelt; Wo Seufzen, Stöhnen, Schrei'n die Luft zerreißt, Und keiner achtet drauf; Verzweifeln gilt Für töricht Übertreiben; keiner fragt: »Um wen?« beim Grabgeläut'; der Wackern Leben Welkt schneller als der Strauß auf ihrem Hut, Sie sterben, eh' sie krank sind.

Shakespeare, Macbeth, Erstdruck 1623, hier übersetzt von Dorothea Tieck, Berlin 1832. 4. Aufzug, 3. Szene, Rosse

Die Tugend besiegter Völker ist die Geduld, nicht die Resignation.

Spengler, Neubau des deutschen Reiches, 1924. 8. Zur Weltlage

Willst du offenkundig sehen, was für eine gottlose Sache der Krieg ist, so nimm wahr, von welchen Leuten er geführt wird.

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Der Bürger gilt nichts mehr, der Krieger alles, Straflose Frechheit spricht den Sitten Hohn, Und rohe Horden lagern sich, verwildert Im langen Krieg, auf dem verheerten Boden.

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Prolog, 1798

Wer eine Stadt erobert, die gewohnt war, frei zu sein, und sie nicht zerstört, mag sich darauf gefaßt machen, von ihr zugrunde gerichtet zu werden. Denn der Name der Freiheit und die alte Staatsverfassung dienen stets als Vorwand für Aufstände und werden weder im Lauf der Zeit noch durch Wohltaten in Vergessenheit geraten.

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Die Römer und Batavier kriegen menschlich, denn sie kriegen nicht für die Religion.

Schiller, Geschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande von der spanischen Regierung, 1788. Einleitung

Es gibt keine anderen Kriege als Bruderkriege, weil alle Menschen Brüder sind.

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Krieg ist das einzige Spiel, wo beide Parteien verlieren.

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Der Krieg betrügt allzeit seinen Mann.

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Im Krieg sind es immer die Schuhe, die am meisten fehlen.

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Der Krieg ist die Freiheit gewisser Barbaren, darum ist es kein Wunder, daß sie ihn lieben.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1848

Die Zeit ist vorbei, um über die Nachteile des Krieges zu raisonnieren. Darüber ist schon alles gesagt worden. Jetzt bleibt nur eines zu tun, das, womit jeder Mensch hätte beginnen sollen: das heißt, nichts zu tun, wozu man nicht sittlich verpflichtet ist.

Tolstoi, Für alle Tage. Ein Lebensbuch. Erste vollständig autorisierte Übersetzung, hg. von Dr. E. H. Schmitt und Dr. A. Skarva, 2 Bde., Dresden 1906/07

Krieg ist zuerst die Hoffnung, daß es einem besser gehen wird, hierauf die Erwartung, daß es dem andern schlechter gehen wird, dann die Genugtuung, daß es dem andern auch nicht besser geht, und hernach die Überraschung, daß es beiden schlechter geht.

Kraus, Nachts. Aphorismen, 1924. VI. Nachts

Der Krieg ist eine Schule aller Laster.

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