Krieg Sprüche – mut
183 Sprüche gefunden
Die drei Rekruten Bei strömendem Regen im Biwuak Kampierten drei müde Rekruten. Sie legten den Kopf auf den Mantelsack Und zogen den Hals in die Kutten Der Regen rauschte, sie merktens kaum, Und sachte, vom Wunsch zum Gedanken Begann in Bälde ein tröstlicher Traum Vor ihren Augen zu schwanken. Sie meinten in ihrer Phantasei, Als wären sie schon Generäle, Im Schlachtengetümmel und Feldgeschrei Diktierend die barschen Befehle. Gemeinsam dünkte den dreien vereint, Man wolle sie überflügeln Und unerschöpflich flute der Feind Herab von den mörderischen Hügeln. Und Adjutanten kämen gesprengt, Bleichwangig, umblitzt von Granaten: "Wir sind umzingelt und eingezwängt. Man meutert. Man wähnt sich verraten." Da sprach der erste: "Ich hab einen Kern Von Jägern und von Husaren. Der Teufel ist ledig und Hilfe ist fern, Jetzt gilt es, die Ehre zu wahren." Ingrimmig faßt er den Säbelknauf, Ermahnte zur Pflicht und zur Ehre, Dann vorwärts ging es in rasendem Lauf, Als ob es der Sturmwind wäre. Aus tausend Schlünden zischte der Tod, Sie grüßten ihn ohne Bangen, Die meisten färbten den Boden rot, Er fiel und wurde gefangen. Bewundernd pflegt ihn der edle Feind Und schenkt ihm den rühmlichen Degen. Er hatte seit Jahren nie geweint, Jetzt spürt er im Auge sich's regen Der zweite sprach: "Ich habe zur Hand Ein Häuflein von Veteranen, Ergeben Gott und dem Vaterland Gehorsam dem Winke der Fahnen." Rasch formt er das Viereck zum letzten Stoß. "Brüder", begann er begeistert, "Gott ist uns dawider, der Feind ist zu groß, Der Tod nur wird niemals bemeistert. Heut heißt es bekunden, was einer wert, Und ob den Vätern wir gleichen. Wir kämpfen, so lange der Atem währt, Und hemmen den Durchpaß als Leichen." "Hurra!" erscholl es wie Donnergebraus. Dann rückten sie mit Gesange Langsam aus dem schirmenden Hohlweg hinaus Zum heiligen Todesgange. Und als am Abend nach bitterem Streit Man sah nach den Toten und Wunden, Da ward von dem Samaritergeleit Ein schaurig Schauspiel gefunden. Zu Bergen starrte die tapfere Schar, Leichnam auf Leichnam geschichtet, Im toten noch boten Trotz sie dar, Das Antlitz feindwärts gerichtet. Und Freund und Gegner entblößten sich stumm Vor des Anblicks grausiger Schöne, Und flüsternd gings in den Reihen um: "Hier schaut man Heldensöhne." Doch der dritte schweigend die Karte las Auf der Brüstung der Kirchhofmauer. Mitunter hob er das Augenglas Und nahm den Feind auf die Lauer. Er spähte nach rechts und spähte nach links, Die Augen funkelnd vor Tücke. Wahrhaftig entdeckt er plötzlicherdings Im Ring die erlösende Lücke. Und eh einer wußte, wie das geschah, Hatt er flugs in die Bresche geschmissen Die Reserven alle von fern und nah Und dem Feinde die Walstatt entrissen. Der Regen plätscherte nach wie vor. Da stieg auf verborgenen Stegen Gewappnet ein riesiger Geist empor Und schwebte heran durch den Regen. Er nickte dem letzten: "Herr General, Wir lernen uns näher kennen. Ob früher, ob später, es wird einmal Der Ruhm deinen Namen nennen. Ihr andern beide, merkt euch den Satz: Entschlagt euch das Oberbefehlen. In jeglichem Regimente ist Platz Für mutige Fähndrichsseelen. Pflicht, Ehre, Begeisterung geb ich euch feil, Sich bescheidend im Unterliegen. Generäle brauch ich im Gegenteil, Die nicht vergessen zu siegen."
Die Tugend besiegter Völker ist die Geduld, nicht die Resignation.
Willst du offenkundig sehen, was für eine gottlose Sache der Krieg ist, so nimm wahr, von welchen Leuten er geführt wird.
Der Bürger gilt nichts mehr, der Krieger alles, Straflose Frechheit spricht den Sitten Hohn, Und rohe Horden lagern sich, verwildert Im langen Krieg, auf dem verheerten Boden.
Der Krieg ist die Freiheit gewisser Barbaren, darum ist es kein Wunder, daß sie ihn lieben.
Die Zeit ist vorbei, um über die Nachteile des Krieges zu raisonnieren. Darüber ist schon alles gesagt worden. Jetzt bleibt nur eines zu tun, das, womit jeder Mensch hätte beginnen sollen: das heißt, nichts zu tun, wozu man nicht sittlich verpflichtet ist.
Man führt Krieg entweder um des Gewinnes willen oder um der Gerechtigkeit willen.
Es ist leicht für einen Staatsmann, sei es in dem Cabinete sei es in der Kammer, mit dem populären Winde in die Kriegstrompete zu stoßen und sich dabei an seinem Kaminfeuer zu wärmen oder von dieser Tribüne donnernde Reden zu halten und es dem Musketier, der auf dem Schnee verblutet, zu überlassen, ob sein System Sieg und Ruhm erwirbt oder nicht. Es ist nichts leichter als das, aber wehe dem Staatsmann, der sich in dieser Zeit nicht nach einem Grunde zu Kriegen umsieht, der auch nach dem Kriege noch stichhaltig ist.
Kriege und Geschäftsbücher werden mit Gott geführt.
Wer einen Krieg recht führen will, muß nicht den Ereignissen nachgehen, sondern den Ereignissen vorauseilen.
Natur und Krieg Hier, wo Gottes Sonne scheint, Welch ein emsig Weben! Eine tiefe Leitung eint Jedes Widerstreben. Und dem Krieg erklärt den Krieg Alles was empfindet, Treu dem Geiste, der den Sieg Jedem Krieg entwindet. Herrsche bald in Haus und Feld, Freundliches Jahrhundert, Wo sein Roß der Waffenheld Schwenket unbewundert; Wo zu mildgeführtem Streit Tönt des Krieges Plage, Wie aus der Vergangenheit Eine grause Sage!
Es kämpfen die Parteien und im Wald entrollt sich der Farn.
Der Krieg ist ein Faß ohne Boden.
Der Krieg will ein Haupt mit guter Zunge und doppeltem Gehirn haben.
Der Krieg rüttelt die Völker wach, gießt Stahl ins Blut.
Die Nerven des Krieges, unendlich viel Geld.
Dieselben Kartoffeln, dieselben Kapitalisten. Aber andere Röcke. Das ist der Krieg.
Frommer Stab! O hätt ich nimmer Mit dem Schwerte dich vertauscht!
Man kann einen Krieg beginnen, aber niemals beenden, wenn man will.
Der nächste Krieg wird von einer Furchtbarkeit sein, wie noch keiner seiner Vorgänger.
Der Krieg ist der natürliche Zustand, die … Befreiung von dem bleiernen Mantel der Zivilisation.