Leben Sprüche
Sprüche über das Leben und seine Bedeutung
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Mein Leben liegt im Abendschein Mein Leben liegt im Abendschein, Es sinkt die Sonne tiefer nieder, Und nicht mehr lang, so geh' auch ich Dahin, wo keines kehret wieder. Im Nebel liegt der Kindheit Glück, Der Jungfrau Sehnen ward begraben, Des Weibes heiße Wünsche hab' Zum Teil ich auch dahin getragen. Ein Stern nur, er hält still noch Wacht Mit seinem hellen Zauber-Scheine, Der Stern der Lieb' in seiner Pracht, Ihn hielt ich fest im Herzensschreine. Barmherzigkeit gab ich dazu, Und Nächstenliebe ließ ich walten. So wahrte ich des Herzens Ruh', Und hab' auch frohen Sinn behalten. Und wenn es heißt, jetzt ist es aus, Heut mußt du noch von dannen gehen, So werd' ich sagen: wie du willst, Dein Wille, Herr, er mag geschehen. Nur wahre mir mein Liebstes treu, Ich leg' an deine Brust es nieder; Und wenn dann seine Stunde schlägt, So sehen wir ja doch uns wieder. So senk' dich tiefer Abend nun, Ich hab' mein Teil an Freud und Schmerzen, Ich geh' getrost ans letzte Ziel, Die Liebe wahrend treu im Herzen.
Wir sind ganz traumbefangen, wir sind aus anderm Land, wir halten eine Waage in unsrer rechten Hand. Wir sind sehr stillen Mutes, die Schalen schweben gleich. Das heißt: es rinnt vorüber, macht uns nicht arm noch reich. Wir spähen scharf und forschen, wir wanken nicht vom Ort; darinter rinnen Jahre und rinnt das Leben fort. Doch wird die Schale sinken in einer hellen Nacht, dann kam der Traum ins Träumen, dann sind wir aufgewacht.
7. Sonnengluthen, Abendschatten Wechselten im alten Gleise, Und auch dir, dem Qualenmatten, Tönt ins Ohr die gleiche Weise: Ging das Gestern, kommt das heute Und am Ende auch das Morgen, Doch in alle drei als Beute Theilen gierig sich die Sorgen. Sonnengluthen, Abendschatten Können nicht von selber enden, Aber dir, den Lebenssatten, Ist's vergönnt, sein Loos zu wenden. Nicht umsonst sei dir gegeben, Was Natur den andern schuldig: Drum so ende du dein Leben, Oder trag es still geduldig!
Das Leben ist ein Berg; solange man hinaufsteigt, sieht man den Gipfel und fühlt sich glücklich. Ist man aber oben, dann erblickt man mit einem Mal den Abgrund und das Ende, nämlich den Tod. Bergauf geht es langsam, doch bergab schnell.
Stimmungen Machtlos, ein Grashalm, blick ich manchmal gen oben Zu den Höhen der Menschheit und suche vergebens Klarheit in dem ewigen Brausen und Toben Und den unbegreiflichen Kämpfen des Lebens. Neben mir raschelt der Tod, der lauernd und kalt Unter vermoderten Blättern grinst. – – Meiner Wünsche flehendes Lied verhallt Im Nebelgespinst. Manchmal steh ich, ein Eichbaum, über der Erden, Blicke hinab auf die tausenden Ärmlichkeiten, Folge lächelnd dem endlosen Schwinden und Werden Und der winzigen Menschheit kleinlichem Streiten. Und dann ist mir, als ob ein kraftvoller Tau Morgenkühl meine Adern durchdringt. – – Meine Hoffnung steigt froh ins Wolkenblau, Wo die Lerche singt.
Die Kürze "Warum bist du so kurz? liebst du, wie vormals, denn Nun nicht mehr den Gesang? fandst du, als Jüngling, doch In den Tagen der Hoffnung, Wenn du sangest, das Ende nie?" Wie mein Glück, ist mein Lied. – Willst du im Abendrot Froh dich baden? Hinweg ist’s, und die Erd’ ist kalt, Und der Vogel der Nacht schwirrt Unbequem vor das Auge dir.
Schnadahüpfl Ja de sell, de i möcht, Waar ma heut no ganz g'recht, Aba dös sell is a Frag, Ob i 's moring, ja moring no mag. Muaßt a 's fleißi oschaug'n, Kunnt da leicht was net taug'n, Kunnt di leicht was schiniern – – – Drum muaß ma 's Diandl, ja 's Diandl probiern. Ja a so muaß ma lebn! An jed'n Deckel aufhebn, A jede Schüssel neigspecht, Ja wann ma 's allabest-allabest möcht.
An der Forderung, daß das Große ewig sein soll, entzündet sich der furchtbare Kampf der Kultur; denn alles andere, was noch lebt, ruft nein!
Das Leben ist etwas Flüssiges. Es ist also kein Wunder, daß sich die Menschen täglich, stündlich, ja augenblicklich verändern. Wenn wir jemanden im höchsten Grad seiner Liebe für uns in Marmor verwandeln könnten! Aber wer wollt es aushalten? Drum laßt's gehn, wie es geht, und schickt euch so gut drein, als ihr könnt.
Der Eine giebt; der Andere nimmt. Der Eine stirbt; der Andere wird geboren. Wenn die Menschen doch wüßten, daß jeder Geburtstag auch zugleich ein Tag des Sterbens ist!
Zum Geburtstag Vor achtunddreißig Jahr kam ich ins Elend ein, Gott Lob für Atem, Herz und Gnad' und Vaterpflege! Doch werd' ich recht beschämt, wenn ich es recht erwäge, Schon achtunddreißig Jahr und noch nicht heilig sein. Herr, laß den kleinen Rest der Augenblicke dir Allein ganz unverrückt gewidmet werden; Ich müsse leben dir, sonst nimm mich von der Erden Und laß mich droben tun, was ich nicht kann allhier! Soll Regen, Wind und Sturm in dieser Wüstenei Den abgenützen Rock noch eine Weile schleißen, Wollst du den Geist zu dir ins himmlisch' Wesen reißen, Daß nur, was irdisch heißt, von mir auf Erden sei!
Es ist unsere Sache, unser Leben zu gestalten.
Wir aber, die wir das Leben verteidigen wollen, wir müssen uns sammeln, wir müssen eine Masse bilden, eine aufrührerische Irredenta der Weltfreundschaft gegen die Weltverödung.
Die Philosophen sollen sich klarmachen, dass es nicht auf das Leben an sich ankommt, sondern darauf, dass es gut und glücklich oder besser gesagt, nicht gar zu schlecht und unglücklich verläuft.
Dämmerungen Wir leben in den zweien Dämmerungen, Die vor den Tag und vor die Nacht gewebt sind, Und unsre Gnaden sind daraus entsprungen Wie Sterne, die aus unserer Hand geschwebt sind. Auf Erden, die aus unsren Händen schweben, Füllt sich der Nil, der von uns nur gedacht ist. Die Mumienländer wird er dennoch grün beweben Bis an den Memnon, der auf unserer Morgenwacht ist.
Der Pilgrim Noch in meines Lebens Lenze War ich, und ich wandert aus, Und der Jugend frohe Tänze Ließ ich in des Vaters Haus. All mein Erbteil, meine Habe Warf ich fröhlich glaubend hin, Und am leichten Pilgerstabe Zog ich fort mit Kindersinn. Denn mich trieb ein mächtig Hoffen Und ein dunkles Glaubenswort, »Wandle«, riefs, »der Weg ist offen, Immer nach dem Aufgang fort. Bis zu einer goldnen Pforten Du gelangst, da gehst du ein, Denn das Irdische wird dorten Himmlisch unvergänglich sein.« Abend wards und wurde Morgen, Nimmer, nimmer stand ich still, Aber immer bliebs verborgen, Was ich suche, was ich will. Berge lagen mir im Wege, Ströme hemmten meinen Fuß, Über Schlünde baut ich Stege, Brücken durch den wilden Fluß. Und zu eines Stroms Gestaden Kam ich, der nach Morgen floß, Froh vertrauend seinem Faden, Werf ich mich in seinen Schoß. Hin zu einem großen Meere Trieb mich seiner Wellen Spiel, Vor mir liegts in weiter Leere, Näher bin ich nicht dem Ziel. Ach, kein Steg will dahin führen, Ach, der Himmel über mir Will die Erde nie berühren, Und das Dort ist niemals Hier.