Leben Sprüche – sinn

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Lebensüberfluß Rauschende Bäche quellenden Lebens, Tönet wie Lieder in meine Ruh! Sehet, erfüllt ist's: nimmer vergebens Schau' ich in Sehnsucht den Wellen zu. Draußen in sommerdämmernder Laube Wiegt die holde Geliebte mein Kind, Hoch an dem Dache reift mir die Traube, Goldne Fäden die Parze spinnt. Schwellende Segel auf ruhigen Wogen Bringen mir Gäste, Früchte und Fracht; Meine Auen sind bienenumflogen, Nachtigallen singen bei Nacht. Rauschende Bäche quellenden Lebens, Spült ihr mich fort einst in Wogenschaum, Singen dann will ich: nicht vergebens Hab' ich geträumt den irdischen Traum!

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Das menschliche Leben ist das einzige, das erforscht zu werden verdiente. Damit verglichen, ist alles übrige ohne Belang.

Wertheimer (Hg.), Weisheiten von Oscar Wilde, übersetzt von Paul Wertheimer, 1921 (EA: 1907)

Wir fühlen alle, das Leben ist eine große Gabe, und mit dieser Gabe sollen wir vieles, vieles gewinnen, mit dieser zeitlichen Gabe sollen wir das ewige Leben erwerben.

Gotthelf, Geld und Geist oder Die Versöhnung, 1843/44

Das Belebende Nur an des Lebens Gipfel, der Blume, zündet sich Neues In der organischen Welt, in der empfindenden, an.

Schiller, F., Gedichte. Tabulae Votivae, Erstdruck in: Musenalmanach für das Jahr 1797

Aber im Gegenteile scheint mir derjenige erst zu leben und seines geistigen Daseins froh zu werden, der mit irgend einer Sache eifrig beschäftigt, durch eine treffliche Tat oder eine edle Kunst sich Ruf zu erwerben sucht.

Sallust, Über die Verschwörung des Catilina (De coniuratione Catilinae oder Bellum Catilinae), um 41 v. Chr. Übersetzt von Karl Cless, 1856

Man verzichtet so spät auf die Illusion, daß das Leben nun bald anfangen soll und hält sich so lange bei der Vorbereitung auf, daß es solcher Meilensteine von 25 Jahren bedarf, um sich durch den Rückblick klar zu machen, wie lang die Strecke ist und wie viele gute und schlechte Stationen man passiert hat.

Bismarck, O., Briefe. An seine Schwester, am 28. Oktober 1869

Das Leben mäßigt uns immer, mäßigt uns so lange, bis wir als stille Leute mit idealen Leichengesichtern bedürfnislos in unsern Särgen liegen.

Pauly, Aphorismen, 1905

Es ist das Gefühl, dass in diesem Weltmechanismus etwas Ewiglebendes enthalten sein muss, was sich in allen das Ganze erfassenden Menschenseelen zu der Vorstellung „Gott“ gestaltet.

Pauly, Aphorismen, 1905

Die kurze Spanne des Lebens verbietet uns, auf weite Sicht zu planen.

Horaz, Gedichte (Carmina). 1, 4, 15 Originaltext: Vitae summa brevis spem nos vetat inchoare longam.

Wie könnten wir die große Selbstkorrektur des Lebens anders als ahnungsvoll verfolgen?

Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1905

Es gibt Leute, die am Leben sterben.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Lebe dein Leben und Amen.

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Jedes Land, jede Gesellschaft, jedes Lebensalter, jedes Verhältnis, jedes Portemonnaie fordert ein ganz bestimmtes Benehmen, und die entsprechende Haltung zu treffen, ist die recht eigentliche Lebensklugheit.

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Denn der hat viel gewonnen, der das Leben verstehen kann, ohne zu trauern.

Hölderlin, Reflexion, entstanden wohl 1799

Sammle dir jeden Tag etwas Ewiges, das dir kein Tod raubt, das den Tod und das Leben dir lieblicher jeden Tag macht.

Hufeland (Hg.), Worte des Herzens von J. C. Lavater. Für Freunde der Liebe und des Glaubens, hg. von Christoph Wilhelm Hufeland, 8. Auflage 1852 (EA: 1825)

Ein alter Gesangbuchvers räth uns an, so zu leben, wie wir, wenn wir sterben, wünschen würden, gelebt zu haben. Man kann dem Spruch auch die Anwendung geben: Lebe mit jedem Menschen so, wie du, wenn er stirbt, wünschen würdest, mit ihm gelebt zu haben!

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Ein geordnetes Leben läßt sich nur in geordneten Verhältnissen führen – der beste Vorsatz muß an den unüberwindlichen Hindernissen erlahmen, und mit der Entmutigung tritt dann wieder das haltlos gleichgültige Dahintreiben ein, das den Menschen zum willenlosen Spiele der Umstände macht.

Byr, Mit eherner Stirn. Roman, 4 Bde., 1868

Gäbst du dahin als Preis der ganzen Erde Reiche, Um einen Tag wird doch dein Sein vermehret nicht.

Saadi, Der Fruchtgarten, dt. auch: Lustgarten oder Duftgarten (Bustan, gelegentlich auch als Bostan oder Bastan übertragen), 1257. Übersetzt von Karl Heinrich Graf, 1850

Glaubst du, das Dasein hänge von der Zeit ab? Das tut es freilich; – aber Handlungen sind unsere Epochen.

Byron, Manfred, Dramatisches Gedicht, Erstdruck als »The Prisoner of Chillon«, 1816

Mach' dich vertraut mit dem Gedanken, Daß doch das Letzte kommen muß, Und statt in Trübsinn hin zu kranken, Wird dir das Dasein zum Genuß.

Fontane, T., Gedichte. 1875

Daß wir geschaffen sind, das Unfaßbare zu fassen und das Unerträgliche zu ertragen – das ist es, was unser Leben so schmerzvoll und was es zugleich so unerschöpflich reich macht.

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927