Leben Sprüche – sinn

1867 Sprüche gefunden

Aktive Filter: Leben sinn

Todesblüte ist das Leben, Lebensblüte ist der Tod.

Raßmann (Hg.), Hesperische Nachklänge in deutschen Weisen. Eine neue Sammlung deutscher Glossen, Villancico’s, Cancionen, Sestinen, Canzonen, Balladen, Madrigale, Minneliedern etc. Aus gedruckten und ungedruckten Quellen, 1824

Das Leben ist das einz'ge Gut des Schlechten.

Schiller, Maria Stuart, 1800

Unser Leben ist der aufzuckende Schmerz einer Wunde.

Hebbel, Genoveva, 1843

Das Thier sucht seine Nahrung, gräbt sich eine Höhle oder baut sich ein Nest, wird von einem blinden Triebe zur Erhaltung seiner Gattung genöthigt, schläft und stirbt. Was thut der größte Theil der Menschen mehr?

Wieland, Geschichte des Agathon, 2 Bde., 1766-67; umgearbeitet 1773 und 1794

Das Leben ist wie ein Cirkus, die Hanswürste darin haben das meiste Glück beim Publikum.

Aachener Kritische Revue, 1891-94

Mancher bekommt einen Orden als Abendstern seines Lebens.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Was ist Leben? Die Nutznießung einer Anhäufung von Molekeln (Moleküle).

Goncourt, Ideen und Impressionen (Idées et sensations), 1866 (dt. 1904)

Scheinleben ist häufiger als scheintot.

Internet

»Wann endlich«, dacht' ich, »sinnlos-blödes Spiel, Wirst du dich enden? Auf und ab und auf Wiegt seit Äonen sich die Lebensschaukel; Auf einer Seite staunend sitzt das Leben, Und auf der andern grinsend wippt der Tod – Und auf und ab, stumpfsinnig, wird die Wippe Durch Ewigkeiten gehn. Wo lebt der Gott, Den dieses grause Einerlei vergnügt? Der ärmste Menschengeist, er hätte längst Voll Überdruß und Ekel dieses Spielzeug Zertrümmert –!«

Ernst, O., Gedichte. Aus: Chidhr

Menschen dürfen ja nicht gedankenlos in den Tag hinein leben.

Storm, T., Briefe. An Constanze Esmarch, 1846

Halte dir stets vor Augen, daß die Natur nicht Gott, daß ein Mensch keine Maschine und daß eine Vermutung keine Tatsache ist.

Internet

Wenn's Leben nicht mit Narrheit verzuckert wär, so ertrüg es kein Bär.

Internet

Lieben, Hassen, Hoffen, Zagen, Alle Lust und alle Qual, Alles kann ein Herz ertragen, Einmal um das andere Mal. Aber weder Lust noch Schmerzen, Abgestorben auch der Pein, Das ist tödlich deinem Herzen, Und so darfst du mir nicht sein! Mußt dich aus dem Dunkel heben, Wär es auch um neue Qual, Leben mußt du, liebes Leben, Leben noch dies eine Mal!

Hofmannsthal, Ariadne auf Naxos, Libretto zur Oper von Richard Strauss, 1916. Lied des Harlekin

Denn was der Mensch erstrebt hat, das ist in der Tat weder Schmerz noch Vergnügen, sondern einfach Leben.

Wilde, Der Sozialismus und die Seele des Menschen. Aus dem Zuchthaus zu Reading. Aesthetisches Manifest (The Soul of Man under Socialism), Erstdruck 1891

Es lebt nur, wer sich vielen nützlich erweist, es lebt nur, wer von sich selbst den rechten Gebrauch zu machen weiß.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 60. Brief. Übersetzt von Otto Apelt, 1924

Jeder von uns rechnet auf ein ungewöhnlich langes Leben, aber keiner gesteht es ein.

Aachener Kritische Revue, 1891-94

So unbedeutend ist keines Menschen Leben, daß es, ins rechte Licht gestellt, nicht für die übrigen von Interesse sein könnte.

Internet

Lebenslauf Größers wolltest auch du, aber die Liebe zwingt All uns nieder, das Leid beuget gewaltiger, Doch es kehret umsonst nicht Unser Bogen, woher er kommt. Aufwärts oder hinab! herrschet in heilger Nacht, Wo die stumme Natur werdende Tage sinnt, Herrscht im schiefesten Orkus Nicht ein Grades, ein Recht noch auch? Dies erfuhr ich. Denn nie, sterblichen Meistern gleich, Habt ihr Himmlischen, ihr Alleserhaltenden, Daß ich wüßte, mit Vorsicht Mich des ebenen Pfads geführt. Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen, Daß er, kräftig genährt, danken für Alles lern, Und verstehe die Freiheit, Aufzubrechen, wohin er will.

Hölderlin, F., Gedichte

Wie einer ist, so schaut er, wie einer denkt, so traut er, wie einer ringt, erwirbt er, wie einer lebt, so stirbt er.

Tonger (Hg.), Wollen und Wirken (der 'Lebensfreude' 2. Bd.). Sprüche und Gedichte, gesammelt und hg. von P. J. Tonger, o.J. (um 1910)

Dankbares Leben Wie schön, wie schön ist dieses kurze Leben, Wenn es eröffnet alle seine Quellen! Die Tage gleichen klaren Silberwellen, Die sich mit Macht zu überholen streben. Was gestern freudig mocht das Herz erheben, Wir müssen's lächelnd heute rückwärts stellen; Wenn die Erfahrungen des Geistes schwellen, Erlebnisse gleich Blumen sie durchweben. So mag man breiter stets den Strom erschauen, Auch tiefer mählich sehn den Grund wir winken Und lernen täglich mehr der Flut vertrauen. Nun zierliche Geschirre, sie zu trinken, Leiht, Götter! uns, und Marmor, um zu bauen Den festen Damm zur Rechten und zur Linken!

Keller, G., Gedichte. Sonette

Des Menschen Leben ist eine Reise, eine Reise, die vollendet werden muß, wie schlecht die Straßen und Einrichtungen auch sind.

Goldsmith, Der Weltbürger oder Briefe eines chinesischen Philosophen aus London an seine Freunde im Orient (The Citizen of the World or Letters from a Chinese Philosopher, residing in London, to his Friends in the East), 1762