Leben Sprüche – sinn

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Hülfloser Kampf des Bessern, der die Sittlichkeit und Bildung sucht, mit dieser Welt, die statt deren nur Recht und Gebot kennt, statt Lebens nur todte Formeln bietet, statt freien Handelns nur Regel und Gewohnheit liebt.

Schleiermacher, Monologen. Eine Neujahrsgabe, Erstdruck 1800

Strebe, daß du nach deinem Hinscheiden fühlest, du habest gelebt! –

Hufeland (Hg.), Worte des Herzens von J. C. Lavater. Für Freunde der Liebe und des Glaubens, hg. von Christoph Wilhelm Hufeland, 8. Auflage 1852 (EA: 1825)

Denn nur zum Sterben ward dies Leben uns gegeben, Und was der Tod uns schenkt, das ist das wahre Leben.

Wieland, Zwölf moralische Briefe in Versen, 1752. 10. Brief

Leben und Tod sind die beiden Seiten derselben Münze.

Vivekananda, Jnana-Yoga. Der Pfad der Erkenntnis, 1899

Zage nie beim Gefühl: Mein Leben ist Wahrheit und Liebe!

Lavater, Taschenbüchlein für Weise, 1789. [96]

Nimm mich, wie ich mich gebe, und denke, daß es besser ist zu sterben, weil man lebte, als zu leben, weil man nie gelebt!

Hölderlin, Hyperion oder der Eremit in Griechenland, 2 Bde., 1797-99. Erster Band. Erstes Buch. Hyperion an Bellarmin

Das Leben ist ein Spiel, in welchem der Einsatz höher ist als der Gewinn.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Und doch, obwohl ein jeder von sich strebt wie aus dem Kerker, der ihn haßt und hält, – es ist ein großes Wunder in der Welt: ich fühle: alles Leben wird gelebt. Wer lebt es denn? Sind das die Dinge, die wie eine ungespielte Melodie im Abend wie in einer Harfe stehn? Sind das die Winde, die von Wassern wehn, sind das die Zweige, die sich Zeichen geben, sind das die Blumen, die die Düfte weben, sind das die langen alternden Alleen? Sind das die warmen Tiere, welche gehn, sind das die Vögel, die sich fremd erheben? Wer lebt es denn? Lebst du es, Gott, – das Leben?

Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. Das Stundenbuch. Das Buch von der Pilgerschaft, 1901

Das Leben ist ein Gemälde – um so schöner, je ungenauer man es betrachtet.

Weiß, So seid Ihr! Zweite Folge, 1909

Leben heißt tausend Umwege zum Tode machen.

Morgenstern, C., Tagebücher. September 1897

Das Meisterstück eines Menschen, auf das er besonders stolz sein kann, ist, sinnvoll zu leben: Alles übrige – wie regieren, Schätze sammeln, Bauten errichten – sind Nebensachen.

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Süßes Leben! schöne freundliche Gewohnheit des Daseins und Wirkens!

Goethe, Egmont, 1788. 5. Akt, Egmont zu Ferdinand

Dein Leben, und wärest du der armseligste aller Erdensöhne, ist kein eitler Traum, sondern eine erhabene Tatsache. Es ist dein, es ist alles, was du hast, um damit vor die Ewigkeit zu treten.

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Das Leben ist ein großes Kapital; aber mit so viel Bedingungen, Abzügen, Klauseln verknüpft, dass am Ende nicht viel mit demselben anzufangen ist.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Die Blumen schwanden, auch die letzten, Die Mensch und Tier und Flur ergötzten Mit Blütenduft und Farbengold; Doch alle keimten, wuchsen, blühten, Und ehe sie im Herbst verglühten, Erfüllten sie, was sie gesollt. Laß meines Lebens Herbst erst kommen, O Herr, wenn ich zu Nutz und Frommen Der Welt gewirkt auf meiner Bahn! Ruf mich zu dir an jenem Tage, Wo ich mit Zuversicht mir sage: Was ich gesollt, hab ich gethan!

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Ein Rätsel ist das Menschensein, Kein Grübler denkt es aus; Jung lebt in Freuden man hinein, Aus Schmerzen alt hinaus!

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944. 1875

Ernst liegt das Leben vor der ernsten Seele.

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Die Piccolomini, 1799. 3. Akt, 8. Auftritt, Thekla

Wer leben will und sich wohl befinden, Kümmere sich nicht um des Nachbars Sünden.

Heyse, Spruchbüchlein, 1885

Und glaub nur nicht, daß alle Menschen leben, die sind zwar lebendig, aber sie leben nicht [...].

Arnim, Die Günderode, 1840

Das Leben ist ein frecher Tanz, nur wer's verachtet, hat es ganz und klagt nicht, wenn's vorbei!

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Ich bin nur einer deiner Ganzgeringen, der in das Leben aus der Zelle sieht und der, den Menschen ferner als den Dingen, nicht wagt zu wägen, was geschieht. Doch willst du mich vor deinem Angesicht, aus dem sich dunkel deine Augen heben, dann halte es für meine Hoffahrt nicht, wenn ich dir sage: Keiner lebt sein Leben. Zufälle sind die Menschen, Stimmen, Stücke, Alltage, Ängste, viele kleine Glücke, verkleidet schon als Kinder, eingemummt, als Masken mündig, als Gesicht – verstummt.

Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. Das Stundenbuch. Das Buch von der Pilgerschaft, 1901