Leben Sprüche – sinn

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Eitelkeit des Zeitlichen Was frommt dir die Gestalt? Was frommt dein hoher Sinn? Ein Laken und ein Bett ist endlich dein Gewinn. Spiel' noch so lang' und gut die Rolle hier auf Erden, Der Schauplatz muß einmal doch zugezogen werden.

Canitz, Gedichte. Aus: Nebenstunden unterschiedener Gedichte, 1700

Beklagenswerter, der nicht sein Leben, sondern seine Autobiographie lebt.

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927

Das Leben ist ein ständiges Fortzeugen, auf Aufgabe folgt Aufgabe, nirgends ist ein punctum finale.

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Zwei Dinge bedeuten mir Leben: die Freiheit und die Frau, die ich liebe.

Voltaire, Der Freimütige (Le Huron ou l'Ingénu), 1767

Leben an sich ist, von dem Standpunkte der theoretischen Naturforschung betrachtet, nichts als Anordnung von Molekülen in mehr oder minder festen Gleichgewichtslagen, und Einleitung eines Stoffwechsels, teils durch deren Spannkräfte, teils durch von außen übertragene Bewegung. Es ist ein Mißverständnis, hier etwas supernaturalistisches zu sehen.

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Das Leben ist eine Krankheit, der Schlaf ein Palliativ, der Tod die Radikalkur.

Weber, Demokritos oder hinterlassene Papiere eines lachenden Philosophen, 12 Bde., 1832-40. Todesbetrachtungen und die Todesfurcht in ihrer Lächerlichkeit

Alles Lebendige kommt aus dem Ei.

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Das Leben ist durchaus nicht so konsequent wie unsere Sorgen, es hat viel mehr Einfälle und viel mehr Seiten als wir.

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Der höchste Drang des Lebens wünscht sich stets, wenn er sich nicht erfüllen kann, das Grab.

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O das Leben ist ein langer, langer Seufzer vor dem Ausgehen des Atems.

Jean Paul, Hesperus oder 45 Hundsposttage. Eine Lebensbeschreibung, 3 Bde., 1795. Viertes Heftlein. 39. Hundposttag

Dem Leben kommt an Wert nichts anderes gleich.

Euripides, Alkestis, 438 v. Chr

Sonst hab' ich mir selbst Impulse gegeben; Jetzt leb' ich nicht mehr, ich lasse mich leben.

Heyse, Spruchbüchlein, 1885

Nicht darauf muss unsere Sorge gerichtet sein, lange zu leben sondern nur darauf, genügend lange zu leben.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 93. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924) Originaltext: Non ut diu vivamus curandum est, sed ut satis

Wir sollen nicht nur leben, als ob wir morgen sterben, sondern auch, als ob wir noch hundert Jahre leben könnten.

Ebner-Eschenbach, Aphorismen (in: Österreich in Geschichte und Literatur, Band 18), 1974

Lebensbrot Gib es nicht den Vielen, Sie verstehen's selten: Flug zu feinsten Zielen Lassen sie nicht gelten. Plump ins Auge springen Muß, wozu sie drängen, An den Außendingen Bleibt ihr Wille hängen. Messen alle Gabe Nach der Gier der Meisten, Wähnen, alles trabe Nach gemeinem Leisten. Mögen's nie erfassen, Daß die Himmelskronen Sich erringen lassen Nur durch Höllenzonen. Daß ein köstlich Winken, Süß wie Frauenkosen, Mild wie Sternenblinken, Liegt im Absichtslosen. Daß die tiefen Nornen Höchstes ihm erlosen, Dem aus schwarzen Dornen Blühen weiße Rosen. Daß zum seligen Grale Führen mystische Weisen, Aus der Schmerzensschale Lebensbrot zu speisen.

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Eine Kunst, das Leben zu verlängern? Lehrt den, der es kennengelernt hat, lieber die Kunst, es zu ertragen!

Feuchtersleben, Zur Diätetik der Seele, 40. Auflage 1874 (EA: 1838)

Ein großes Geheimnis ist das Leben, das nur die letzte Stunde begreift.

Sellmair (Hg.), Weisheit unterwegs. Worte der Meister, 1941 (3. Auflage 1948)

Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn's hoch kommt, so sind's achtzig Jahre, und was daran köstlich scheint, ist doch nur vergebliche Mühe; denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon.

Altes Testament. Der Psalter (#Ps 90,10)

Den meisten Menschen wird ihr Leben in einer Weise gestaltet, wie sie selbst es sich nicht hätten träumen lassen.

Rothe, Stille Stunden. Aphorismen aus Richard Rothe's handschriftlichem Nachlaß, 1872

Der eigentliche Wendepunkt des menschlichen Lebens ist der, in welchem man Arbeit, selbst Mühsal und Kampf, der Ruhe und dem Genusse vorzieht.

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Leben heißt Sehnsucht verehren.

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