Leben Sprüche – sinn

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In allen menschlichen Dingen steht der Anfang wohl beim Menschen und seiner Freiheit, das Ende aber steht bei Gott.

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Heute ist Fertigsein der Tod und Werdedrang das Leben.

Müller (Hg.), Blätter zur Pflege persönlichen Lebens (seit 1914 unter dem Titel: Grüne Blätter), 1897-1941. 1903

„Des lieben Gottes Hofschauspieler“ So nannte einst Freund Heine sie, Der gut sie kannte, die Franzosen, Und ihres Wesens Was und Wie. Des lieben Gottes Hofschauspieler – Sind wir’s im Grund nicht alle eben? Wir reißen uns um uns’re Rollen, Und nur ein „Stück“ ist unser Leben!

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Das Leben ist für den Alltagsmenschen ein wissenschaftliches Problem, für das Talent ein künstlerisches und für das Genie ein religiöses.

Friedell, Steinbruch. Vermischte Meinungen und Sprüche, 1922

Ein stolzer Mensch sagt: Was scheint das Leben doch von mir zu halten, daß es mir solche Dinge zu tragen gibt! Wohlan, zeig ich ihm, daß ich es bin!

Stammler, Worte an eine Schar, 3. erweiterte Auflage 1924 (EA: 1914)

O Gott, gib, daß ich diesen Tag so lebe, daß ich wert bin, ihn zu leben.

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Das Leben ist besser als der Tod, und doch ist es bessertodmüde zu sein alslebensmüde.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Ein' festen Sitz hab' ich veracht't, Fuhr unstet durchs Revier, Da fand ich sonder Vorbedacht Ein lobesam Quartier. Doch wie ich in der Ruhe Schoß Sänftlich zu sitzen wähn', Da bricht ein Donnerwetter los, Muß wieder wandern gehn. Alljahr wächst eine andre Pflanz' Im Garten, als vorher; Das Leben wär' ein Narrentanz, Wenn's nicht so ernsthaft wär'.

Scheffel, Der Trompeter von Säckingen, 1854. Vierzehntes Stück. Das Büchlein der Lieder, XI.

Der Mensch muß wohl erwägen und bedenken, Daß weder Stand noch Geist noch edles Streben Auf dieser Welt des Todes Macht beschränken: Denn kaum geboren stirbt man nach und nach Und nähert sich dem Tode Tag für Tag; Drum kann ein Tor nur baun auf dieses Leben.

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Das Leben der Menschen ist eine Fläche mit vielen farblosen breiten Stellen und vielen dunklen Flecken. Das sind die Tage, wo man nichts Bedeutendes tut oder erlebt, und die Tage des Übels.

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Der Weise lebt sich, der Normalmensch anderen.

Luck, Stimmen der Stille. Aphorismen, 1919

Das Leben ist etwas sehr Furchtbares. Wir schieben nicht, wir werden geschoben.

Wertheimer (Hg.), Weisheiten von Oscar Wilde, übersetzt von Paul Wertheimer, 1921 (EA: 1907)

Wer wußte je das Leben recht zu fassen, Wer hat die Hälfte nicht davon verloren Im Traum, im Fieber, im Gespräch mit Toren, In Liebesqual, im leeren Zeitverprassen?

Platen, Gedichte. Sonette

In allen Fällen des Lebens gilt: Wer tut es? Und wie geschieht es?

Heiberg, Menschen untereinander, 1888

Wie blind stehen wir im Kriege des Lebens!

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Warum wollen Sie irgendeine Beunruhigung, irgendein Weh, irgendeine Schwermut von Ihrem Leben ausschließen, da Sie doch nicht wissen, was diese Zustände an Ihnen arbeiten?

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Das Leben der bloß Genießenden ohne Betrachtung und Sitten scheint keinen Wert zu haben.

Rosenkranz/Schubert (Hg.), Bemerkungen zu den Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen, entstanden um 1764, posthume Auswahl veröffentlicht 1842, vollständig zugänglich seit 1942

Nicht, wie man des Lebens Tage Kümmerlich verläng're, frage! Frage, wie man sie ertrage?

Feuchtersleben, Gedichte, 1836

Viele haben beim Besteigen eines Aussichtspunktes nur das Ziel im Auge und sind oftmals enttäuscht. Der Kluge sieht sich unterwegs um und genießt manchen schönen Ausblick. So auch im Leben.

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Das Leben ist ein immerwährendes Sich-aneignen.

Luck, Stimmen der Stille. Aphorismen, 1919

Das Leben ist eine Erscheinung, welche an sich selbst ermüdet. Es lässt sich nur erhalten durch Unterbrechung. Es muss immer umgegossen werden in neue Individuen, die es noch nicht kennen, das Individuum jeden Tag neu aufgezogen werden im Schlaf, jedes Jahr wieder aufgeweckt werden im Frühling. In diesen Bedingungen ist sie voll Weisheit und Scharfsinn, voll Witz und Klugheit, die große Meisterin Natur. Durch Zerlegung erzeugt sie es, in Unterbrechung erhält sie es, durch Widerstände steigert sie es. So entsteht ihr Reichtum. So erträgt sie ihre Ewigkeit.

Pauly, Aphorismen, 1905