Leben Sprüche – sinn
1867 Sprüche gefunden
Kann das Leben selbst nicht währen, Kann es doch sich neu gebären, Daß unendlich es erscheint.
Spiel des Lebens Zwischen Hassen, zwischen Lieben Seltsam hin und her getrieben, – Heute voll von Zärtlichkeiten, Morgen schwertbereit zum Streiten, – Diesen Händedruck empfangen, Jenem aus dem Weg gegangen, – Jetzt Hans Dampf in allen Gassen, Später gott- und weltverlassen, – In der Frühe flammentrunken, Abends kraftlos hingesunken, – Und so zwischen Himmel, Hölle, Auf und ab an Rad und Welle, Ist mein Leben angeschirrt, – Wehe, wie es enden wird!
Zu leben, wenn Einer wünscht, dass man tot wäre – schrecklich!
Man muss das Leben nicht banalisieren, indem man das Wesen und das Schicksal auseinanderzerrt und sein Unglück abseits stellt von seinem Glück. Man darf nicht alles sondern. Es ist alles überall.
Wie nutzlos, durch dieses Leben zu wandern, Wär's nicht die Brücke zu einem andern!
Mission der Kunst Heißtdasdem Leben seine Schuld bezahlen, Weil wir ein höchstes Ziel doch nie erreichen, Die Müh' zu scheuen, zu ihm aufzusteigen Auf steilem Pfad umringt von Warnungsmalen? Die Sonne winkt mit ihren goldnen Strahlen Zur Höhe wo die Alltagsnebel weichen – Dort wird die Welt im andern Licht sich zeigen Heißt Deine Losung:treu dem Idealen.Ist sie Dir fest und treu ins Herz geschrieben, So laß nicht ab vom mut'gen Aufwärtsstreben, Bist Du auch noch so fern vom Ziel geblieben! Die Selbstvollendung schuldest Du dem Leben! Versuche denn, von Menschenlieb getrieben,Das Ideal der Menschheit zu verweben!
Das Leben ist unvertilgbar, es besteht außerhalb Zeit und Raum, darum kann der Tod nur seine Form, die sich in dieser Welt offenbart, ändern.
Wie doch der Mensch am Leben hängt; mit welch zweideutiger Angst, es zu verlieren, es zu behalten!
Guten Stunde Hier lieg ich, mich dünkt es der Gipfel der Welt, Hier hab ich kein Haus, und hier hab ich kein Zelt! Die Wege der Menschen sind um mich her, Hinauf zu den Bergen und nieder zum Meer: Sie tragen die Ware, die ihnen gefällt, Unwissend, daß jede mein Leben enthält. Sie bringen in Schwingen aus Binsen und Gras Die Früchte, von denen ich lange nicht aß: Die Feige erkenn ich, nun spür ich den Ort, Doch lebte der lange vergessene fort! Und war mir das Leben, das schöne, entwandt, Es hielt sich im Meer, und es hielt sich im Land!
[Es] wird den Menschen Bahn gemacht zu leben; Die Hülfe giebt das Leben nie, nur Mittel Dazu, denn leben muß ein Jeder selbst.
Kein Leben ist so hart, dass man es nicht leichter machen könnte durch die Art, wie man es nimmt.
Das Leben wird sein, was ich daraus mache.
Das Leben ist mir ein bitterer Trank geworden, und dennoch muß ich ihn einnehmen wie verordnete Tropfen, langsam, zählend.
Wenn wir Toten erwachen, sehen wir, daß wir niemals gelebt haben.
Menschheit Ob du in Samt und Seide gewiegt Oder in härenem Tuch, In deiner Wiege von Anfang an liegt Ein Segen und ein Fluch. Der Fluch ist, daß du lebenmußtGeworfen in diese Welt. Der Segen, daß du sterbenkannst, Wann dirs gefällt.
Das Leben ist kein Geschäft, das Dasein ist eine geistige Gegebenheit.
Aufatmen läßt uns das Lebendige nie. Ja, jene höchsten Momente unserer Existenz, in denen eine ungeheure Freude, ein leidenschaftliches Glück, ein tiefstes Ungestüm unserer Seele uns in aller Nähe zugleich die wundervolle Spiegelung der Ferne, im Gröbsten ewige Gestalt umfangen läßt, sind doch nicht mehr als karge Durchblicke in die wahre Welt statt der wirklichen, die geahnte und still gewußte, statt der handgreiflichen, die klare statt der verworrnen.
Das Leben bedeutet eine fast lückenlose Reihe gemeinsamer Entdeckungen.
So unbedeutend das einzelne Leben auch ist, so erfährt es doch in jedem Augenblick die Rückwirkung der allgemeinen Angelegenheiten.
Der rechte Gebrauch des Lebens Wer hemmt den Flug der Stunden? Sie rauschen hin Wie Pfeile Gottes! Jeder Sekundenschlag Reißt uns dem Sterbebette näher, Näher dem eisernen Todesschlafe! Dir blüht kein Frühling, wenn du gestorben bist; Dir weht kein Schatten, tönet kein Becherklang; Dir lacht kein süßes Mädchenlächeln, Strömet kein Scherz von des Freundes Lippe! Noch rauscht der schwarze Flügel des Todes nicht! Drum hasch die Freuden, eh sie der Sturm verweht, Die Gott, wie Sonnenschein und Regen, Aus der vergeudenden Urne schüttet! Ein froher Abend, welchen der heitre Scherz Der Freundschaft flügelt, oder das Deckelglas; Ein Kuß auf deines Mädchens Wangen, Oder auf ihren gehobnen Busen; Ein Gang im Grünen, wann du, o Nachtigall, Dein süßes Maylied durch die Gesträuche tönst, Wägt jeden Kranz des Nachruhms nieder, Den sich der Held und der Weise wanden! Der Kuß, den mir die blühende Tochter giebt, Ist süßer, als die Küße der Enkelin, Die sie dem kalten Hügel opfert, Wo ich den eisernen Schlummer schlafe.
Mag denn Laune, Zufall, Vollenden helfen, was die größte Weisheit Doch nie allein zu Stande bringt. Das Leben Ist ein Gemisch von Freiheit und von Zwang.