Leben Sprüche – sinn

1867 Sprüche gefunden

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Man überschätzt das Leben, und das macht dessen Verlust so schmerzlich.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Es gibt kühne Sportsleute, denen das Leben andrer ebenso wertlos erscheint, als das ihrige tatsächlich ist.

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906

Dem Erlebenden dehnt sich das Leben.

Hofmannsthal, H., Gedichte. Aus: Unendliche Zeit

Das Dasein ist ein unbebautes Land, Vom Lufthauch überweht, vom Sonnenstrahl umlodert; Und diese tote Wildnis fordert Das Leben erst von unsrer Hand.

Tiedge, C. A., Gedichte. Aus: Urania. Gesang 6. Freiheit. Wiedersehn, 1800

Jeder Schatten ist im letzten doch auch Kind des Lichts, und nur wer Helles und Dunkles, Krieg und Frieden, Aufstieg und Niedergang erfahren, nur der hat wahrhaft gelebt.

Zweig, Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers, entstanden im Exil 1939-41, Stockholm 1942 (posthum)

Ist dein Leben deiner Lust Oder deines Leidens Bild? Lebst du weiter, weil du will(s)t Oder weil du mußt?

de Nora, Gedichte. Hochsommer. Neue Gedichte, 1912

Das ganze Leben ist ein Verschlingen und Umschmelzen der Dinge in unser eignes Metall.

Ludwig (Hg.), Gedanken Otto Ludwigs. Aus seinem Nachlaß ausgewählt und hg. von Cordelia Ludwig, Leipzig 1903

Das Leben baut nichts auf, wozu es nicht die Steine anderswo ausbricht.

Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, 3 Bde., 1930-43

Zwei kleine Worte Es gibt viel Jammer in der Welt, viel tausend gebrochene Herzen; an allen Ecken und Enden hallt der Aufschrei grosser Schmerzen. Ein Elend aber kenne ich – es kann kein größ'res geben; zwei kleine Worte schließen's ein – es heißt: Verfehltes Leben.

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Aber mein Leben, jeder Augenblick dieses Lebens, was auch immer in Zukunft mit mir geschehen wird, wird nicht mehr sinnlos und vergeblich sein wie bisher; es hat einen unbezweifelbaren Sinn bekommen: er liegt in dem Guten, das ich in jeden Augenblick meines Lebens hineinzulegen vermag.

Tolstoi, Anna Karenina (Анна Каренина), 1873-78

Leben heißt lachen mit blutenden Wunden.

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Dass du sowohl lange als kurz leben kannst, darauf richte dich ein.

Diels/Kranz (Hg.), Die Fragmente der Vorsokratiker, hg. von Hermann Diels und Walther Kranz, 3 Bde., 1903-10. 24.

Leben, was bist du, denn ein Heimverlangen. Seele, was bist du, denn ein Senker zur Nacht. Gut und Blut, was seid ihr, denn trübere Schemen. Abends, wann der Regen fällt.

Mauthner (Hg.), Nachgelassene Schriften von Walter Calé, hg. von Fritz Mauthner, Berlin 1910

Das Leben ist der wichtigste Teil des menschlichen Daseins.

Galletti, Der Klassiker der Kathederblüte. Gesammelte Aussprüche Gallettis, ergötzlich und nachdenklich zu lesen. Piper & Co., München, um 1930

Wenn man wüsste, was Lebensglück kostet, möchte niemand es kaufen.

Goncourt, Ideen und Impressionen (Idées et sensations), 1866 (dt. 1904)

Doch selbst, wenn alles … nur Traum und Utopiawäre, unser Lied ist und wirsind. … Ein Leben und Buch voll Wahrheit, Irrtum und Widerspruch, voll Sehnsucht, Glauben, Verzweiflung, Erfüllung, Verzicht und Erlösung, voll Hohnlachen, Groll und Empörung, voll Sonne, Gewitter, Freude und Elend, Klage, Jammer und Jubelschall, voll Quellenrauschen und Gipfelhauch, voll Stille und Sturm, Ruhe und Reigentanz der unergründlichen Seele.

Henckell, Buch des Lebens, 1921. Vorrede

Im Leben geht es nicht zu wie in den Fabeln. Es hat nicht jeder Abschnitt seinen gereimten Schlußspruch.

Gautier, Mademoiselle de Maupin, 1835

Leben ist Trieb, Wille, Flamme, Angriff.

Spengler, Urfragen. Fragmente aus dem Nachlaß, unter Mitwirkung von Manfred Schröter hg. von Anton Mirko Koktanek, C. H. Beck 1965

Das Leben ist wie eine Prozession. Wer langsam geht, findet sie zu schnell und steigt aus. Wer schnell geht, findet sie zu langsam und steigt auch aus.

Gibran, Sand und Schaum. Aphorismen (Sand and Foam), 1926, übersetzt von Hans-Josef Fritschi, Books on Demand 2018

Das Leben wird ursprünglich als Wir erlebt, als Sippe, Horde etc. Der Einzelne fühlt sich kaum als Individuum.

Spengler, Urfragen. Fragmente aus dem Nachlaß, unter Mitwirkung von Manfred Schröter hg. von Anton Mirko Koktanek, C. H. Beck 1965

Hymnus an das Leben Du, brausend aus ewig schwangerer Nacht Und ewig zeugendem Lichte, Aus feuchtem Brodem und Glut entfacht, Verwegenstes der Gedichte: Geträumt von Gott, dem ursprünglichen Geist, Dem Grund des Abgrunds entquollen, Du, das da schäumt und zittert und kreist – Wie rollen Geheimnisvoll die Rhythmen des Alls Durch deine dämonischen Fluten, Im Wirbel der Wollust, im Schrei des Metalls, In gewitterflammenden Ruten! Im adlerschwebenden Gletschersang Der unbesieglichen Seelen, Im schattendämmernden Untergang – In Höhlen Der schwelenden Wut und des heimlichen Leids, Im Feuer der stolzen Empörung, In blühender Rosen berückendem Reiz, In seliger Sehnsucht Erhörung. In lachender Laune weltheiterem Laut, In Genien, der Urkraft ergeben, Was da atmet und schwingt, was da leuchtet und taut: Du Leben!

Henckell, Weltlyrik. Ein Lebenskreis in Nachdichtungen, 1910. Erster Band: Buch des Lebens