Leben Sprüche – sinn

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Am bittersten denken die vom Leben, die sich an seiner Süße den Magen verdorben haben.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944. 1899

Wir leiden unter dem Leben, weil wir nicht mit ihm fertig werden können. So ist eine ewige Unruhe in uns, ein verzehrendes Feuer, das Verlangen nach einem ganz anderen, neuen Menschensein.

Wille (Hg.), Lebensweisheit. Eine Deutung unseres Daseins in Aussprüchen führender Geister, von Bruno Wille, 1913

Leben ist dem leicht, der nicht weiß, oder der vergißt sorglos, was vergangen, und was zu erwarten ist. Nach des Täters Hingang bleiben seine Taten stehn eine Zeitlang, um nach ihm von hinnen auch zu gehn.

Rückert (Übers.), Hamâsa oder die ältesten arabischen Volkslieder, gesammelt von Abu Temmâm, übersetzt und erläutert von Friedrich Rückert, 2 Bde., 1846

Das Leben ist kurz, wenn es diesen Namen verdient nur, insofern es angenehm ist; denn wenn man alle die Stunden, welche man auf angenehme Weise zubringt, zusammenstellte, so würde man aus einer großen Anzahl von Jahren kaum ein Leben von einigen Monaten zusammenbringen.

La Bruyère, Die Charaktere oder Die Sitten im Zeitalter Ludwigs XIV. (Les Caractères de Théophraste, traduits du grec, avec les caractères ou les mœurs de ce siècle), 1688. Von dem Herzen. Übersetzt von Karl Eitner

Schreitet ins Leben zurück! Nehmet den heiligen Ernst mit hinaus, denn der Ernst, der heilige, macht allein das Leben zur Ewigkeit.

Goethe, Wilhelm Meisters Lehrjahre, 1795/6. 8. Buch, 8. Kap., 4 Jünglinge singend

Statt nach alter Gewohnheit nur immer zu fragen: was ist das Leben wert, nämlichunswert? lautet heute die Frage geziemender, stolzer sowohl wie bescheidener: was sindwirdem Leben wert?

Dehmel, Der Mitmensch. Tragikomödie von Richard Dehmel. Nebst einer Abhandlung über Tragik und Drama (in: Gesammelte Werke in zehn Bänden, Bd. 9), 1909. Tragik und Drama. Fünftes Kapitel

Lohnt es sich nach alledem noch, zu leben? Doch lebt man – aus Neugier; man erwartet etwas Neues … Es ist lächerlich und ärgerlich!

Lermontow, Ein Held unserer Zeit, 1840

Die einzige Aufforderung, zu welcher der Gedanke an den Tod uns führen sollte, wäre die, das Leben mit dem höchsten Inhalt zu füllen, jedem Augenblick den edelsten Wert zu verleihen.

Meysenbug, Der Lebensabend einer Idealistin, 1898

Das ist der Sinn der schweren Wege, daß sie uns zum Eigenwerden zwingen wollen.

Merian (Hg.), Leuchte. 366 Gedanken und Gedichte deutscher Denker und Dichter, Gerhard Merian, um 1922

Wir lernen unser Leben durch seine Wirkungen kennen.

Merian (Hg.), Leuchte. 366 Gedanken und Gedichte deutscher Denker und Dichter, Gerhard Merian, um 1922

Ich sehe diese entsetzlichen Weiten des Weltalls, die mich einschließen, und ich finde mich an einem Winkel dieses gewaltigen Raums gefesselt, ohne daß ich weiß, warum ich an diesem Ort und nicht vielmehr an einen anderen gestellt bin und warum die kurze Frist, die mir zu leben gegeben ist; mir gerade zu diesem Zeitpunkt und nicht vielmehr zu einem anderen der ganzen Ewigkeit, die auf mich folgt, bestimmt ist. Ich sehe überall nur Unendlichkeiten, die mich wie ein Atom und wie einen Schatten einschließen, der nur einen unwiederbringlichen Augenblick lang dauert.

Pascal, Gedanken über die Religion und einige andere Gegenstände (Pensées sur la religion et sur quelques autres sujets), Erstdruck 1669/70 (posthum)

Leben ist ein ständig Streiten, Ist ein ewiges Geschehn. Stille stehn heißt: Rückwärts schreiten, Rückwärtsschreiten untergehn.

Rodenberg, In: Hessisches Jahrbuch, 1854

Dies Leben ist die Fahrt über ein Meer, bei der wir auf demselben engen Schiffe uns begegnen. Im Tode erreichen wir das Ufer und gehen jeder in seine Welt.

Tagore, Verirrte Vögel (Stray Birds), 1916; hier übersetzt von Helene Meyer-Franck. [242]

Klägliche Narren, die wir sind! Nur einen Augenblick haben wir zu leben und den machen wir uns so schwer wie wir nur können!

Friedrich II. (der Große), Briefe. An Graf Algarotti, 10. März 1760

Gewiß fehlt es in jedem Leben an etwas, aber warum sollen die fetten Bissen gerade immer denen zufallen, denen es so schon gut geht?

Strindberg, Ehestandsgeschichten, 1898

Mitten im Leben stehen wir im Tod.

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An mir ist minder nichts, das lebet, als mein Leben.

Fleming, Teütsche Poemata, 1642 (posthum)

Man nippt an dem Leben, jeder kostet einen Tropfen Ewigkeit, auch der Unsterbliche nur einen – und der ist oft bitter.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Das Leben ist selten das wert, was es kostet.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Das Leben ist kein Scherz und kein Spiel, das Leben ist auch kein Genuß … Das Leben ist eine schwere Arbeit. Entsagung, beständige Entsagung – das ist sein geheimer Sinn, das ist sein Rätselwort.

Turgenjew, Faust. Erzählung in neun Briefen (Фауст) 1856; übersetzt von Friedrich von Bodenstedt 1864. 10. März 1853

Was narrt mich immer das Leben! Was narrt mich immer das Leben, Sobald ich mich vorwärts richte, Wenn müde ich bin zu verweilen Im lustigen Heim der Gesichte? Bin ich denn ein Fremder hier unten Nicht für die Erde geboren, Hat auf dem Weg zu den Sternen Ein Engel hier mich verloren? Nein! Nein, ich fühle hier drinnen: Der Erde gehöre ich, Das glühende Leben hier unten Ist grade ein Leben für mich; Und alle Gaben des Lebens Umfass ich in meiner Brust, Sowohl den bittersten Schmerz, Wie auch die herrlichste Lust. O! hätte ich Macht wie Willen Und Willen dazu wie Lust, Untergehn würde die Welt Bei Flammen in meiner Brust!

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