Leben Sprüche – sinn

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Es lebt, wer verletzbar ist.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 99. Brief. Übers. Internet Originaltext: Vivit si laeditur.

Der größte Fehler des Lebens ist es, dass es stets unvollkommen ist.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 101. Brief. Übers. Internet Originaltext: Maximum vitae vitium est quod imperfecta semper est.

Einzig das Leben ist heilig, und die Liebe zum Leben ist die erste Tugend.

Rolland, Clerambault. Geschichte eines freien Gewissens im Kriege (Clerambault, histoire d’une conscience libre pendant la guerre), 1920

Lass die Furcht vor dem Tod: Töricht ist es, für die ganze Zeit, während du den Tod fürchtest, die Freude am Leben zu verlieren.

Pseudo-Cato, Disticha Catonis. 2.3. Übers. Internet Originaltext: Linque metum leti: nam stultum est, tempore in omni, dum mortem metuas, amittere gaudia vitae

Am Beispiel vieler lerne, welchen Taten du nacheifern und welche du vermeiden sollst, das andere Leben ist uns eine Lehrmeisterin.

Pseudo-Cato, Disticha Catonis. 3.13. Übers. Internet Originaltext: Multorum disce exemplo, quae facta sequeris, quae fugias, vita est nobis aliena magistra

Weil das ungewisse Leben in ungewissen Gefahren schwebt, betrachte jeden folgenden Tag als Gewinn für dich.

Pseudo-Cato, Disticha Catonis. 1.33. Übers. Internet Originaltext: Cum dubia incertis versertur vita periclis, pro lucro tibi pone diem quicumque sequetur

Da du sterblich bist, sorge dich um sterbliche Dinge.

Pseudo-Cato, Disticha Catonis. 2.2. Übers. Internet Originaltext: Cum sis mortalis, quae sunt mortalia cura

Das Leben ist ein Buch; – Willst Du was wissen, so such'! – Doch mit Vorsicht prüfe die Lettern, Denn es läßt sich nicht rückwärts blättern.

Albumblatt, 1881

Versprich dir kein langes Leben: Wohin auch immer du gehst, stets folgt dir als Schatten der Tod des Körpers.

Pseudo-Cato, Disticha Catonis. 4.37. Übers. Internet Originaltext: Tempora longa tibi noli promittere vitae: quocumque ingrederis, sequitur mors corporis umbra

Wir sollen nicht in uns selbst, abgetrennt und selbstsüchtig leben, sonst sind wir falbe Herbstblätter, die in der Luft flattern, um bald am Boden ganz zu ersterben.

Herder, Das Fest der Grazien (hg. von Friedrich Schiller, in: Die Horen, Stück 11), 1795

Was aber ist die Komödie anderes als ein Spiegel des privaten Lebens?

Melanchthon, Encomion eloquentiae, 1523. Übers. Internet Originaltext: Quid comoedia nisi privatae vitae speculum?

Und nicht hat der schlecht gelebt, der unbekannt geboren wurde und starb.

Horaz, Briefe (Epistolae). I, 17, 10. Übersetzung: Internet Originaltext: Nec vixit male, qui natus moriensque fefellit.

Niemand lebt nur sich selbst.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Ein gut gestaltetes Leben aber ist ein guter Gewinn.

Stobaios, Eclogae und Florilegium (antike Sammlung von Exzerpten und Lehrmeinungen)

Verwende Sorge darauf, ein anständiges Leben zu führen.

Stobaios, Eclogae und Florilegium (antike Sammlung von Exzerpten und Lehrmeinungen)

Es wäre wohl der Mühe wert, ein Leben doppelt oder dreifach zu beschreiben, einmal wie ein allzu warmer Freund, dann wie es [ein] Feind und dann wie es die Wahrheit selbst schreiben würde.

Lichtenberg, Sudelbuch L, 1796-1799

Im Unglück ist sogar das Leben eine Kränkung.

Publilius Syrus, Sprüche (Sententiae), um 50 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: In miseria vita etiam contumelia est

Schlecht lebt, wer ewig zu leben glaubt.

Publilius Syrus, Sprüche (Sententiae), um 50 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Male vivunt, qui se semper victuros putant

Wer nur für sich selbst lebt, ist für die anderen tot.

Publilius Syrus, Sprüche (Sententiae), um 50 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Quod improbis tribuitur, eripitur probis

Lebt froh, solange das Schicksal es zulässt!

Seneca, Der rasende Herkules (Hercules furens). V. 177-178. Übers. Internet Originaltext: Dum fata sinunt, vivite laeti!

Morgen wirst du leben? Heute zu leben, Postumus, ist längst zu spät.

Martial, Epigramme, um 101 n. Chr. 5,58. Übers. Internet Originaltext: Cras vives? Hodie iam vivere, Postume, serum est.