Leben Sprüche – sinn

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Fürchte dich nicht vor dem einstigen Aufhören des Lebens, vielmehr nur davor, daß du ein naturgemäßes Leben noch nicht einmal begonnen hast.

Marc Aurel, Selbstbetrachtungen (Τὰ εἰς ἑαυτόν), entstanden vermutlich 170-180 n. Chr. 12,1. Übersetzt von Albert Wittstock, 1879

Denke zu jeder Tageszeit daran, in deinen Handlungen einen festen Charakter zu zeigen [...], einen ungekünstelten, sich nie verleugnenden Ernst, ein Herz voll Freiheits- und Gerechtigkeitsliebe. Verscheuche jeden anderen Gedanken, und das wirst du können, wenn du jede deiner Handlungen als die letzte deines Lebens betrachtest, frei von Überstürzung, ohne irgendeine Leidenschaft, die der Vernunft ihre Herrschaft entzieht, ohne Heuchelei, ohne Eigenliebe und mit Ergebung in den Willen des Schicksals. Du siehst, wie wenig zu beobachten ist, um ein friedliches, von den Göttern beglücktes Leben zu führen.

Marc Aurel, Selbstbetrachtungen (Τὰ εἰς ἑαυτόν), entstanden vermutlich 170-180 n. Chr. 2,5. Übersetzt von Albert Wittstock, 1879

Wie du am Ende deines Lebenslaufes wünschest gelebt zu haben, so kannst du jetzt schon leben.

Marc Aurel, Selbstbetrachtungen (Τὰ εἰς ἑαυτόν), entstanden vermutlich 170-180 n. Chr. 5,29. Übersetzt von Albert Wittstock, 1879

Das Leben besteht aus der verschiedenartigsten Dingen, den unvorhergesehensten, den widersprechendsten, den am wenigsten zueinander passenden.

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Das Leben? Eine unerfreuliche Viertelstunde, durchsetzt mit Augenblicken voller Köstlichkeiten.

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Wer so lebt, daß er mit Vergnügen auf sein vergangenes Leben zurückblicken kann, lebt zweimal.

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Leiden, Irrtum und Widerstandskraft erhalten das Leben lebendig.

Keller, Der grüne Heinrich, erste Fassung 1854-55; zweite, endgültige Fassung 1879-80. Vierter Band. Viertes Kapitel: Das Flötenwunder

Es ist ganz wahr, was die Philosophie sagt, daß das Leben rückwärts verstanden werden muß. Aber darüber vergißt man den andern Satz, daß vorwärts gelebt werden muß.

Kierkegaard, Die Tagebücher 1834-1855, Auswahl und Übertragung von Theodor Haecker, 2 Bde., 1923. 1843

Die meisten Menschen klagen darüber, daß die Welt so prosaisch sei, daß es im Leben nicht so zugehe, wie im Roman, wo die Gelegenheit immer so günstig sei. Ich klage darüber, daß es im Leben nicht ist, wie im Roman, wo man hartherzige Väter, Kobolde und Zauberer zu bekämpfen, verzauberte Prinzessinen zu befreien hat.

Kierkegaard, Entweder – Oder. Ein Lebensfragment (Enten – Eller. Et Livs-Fragment), Erstdruck unter dem Pseudonym Victor Eremita 1843. Erster Teil. Diapsalmata. Übersetzt von Alexander Michelsen und Otto Gleiß, 1885

Nimm das Leben nicht zu ernst – du wirst nie lebend entrinnen.

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Der Trieb, aus unserem Wesen etwas hervorzubringen, was zurückbleibt, wenn wir scheiden, hält uns doch eigentlich einzig ans Leben fest.

Hölderlin, F., Briefe. An seinen Bruder, 2. Juni 1796

Leben lebt allein durch die Liebe.

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Lebenslauf Hoch auf strebte mein Geist, aber die Liebe zog Schön ihn nieder; das Leid beugt ihn gewaltiger; So durchlauf ich des Lebens Bogen und kehre, woher ich kam.

Hölderlin, F., Gedichte. Entstanden 1798

Ein Traum Ein Traum, ein Traum ist unser Leben Auf Erden hier. Wie Schatten auf den Wogen schweben Und schwinden wir, Und messen unsre trägen Tritte Nach Raum und Zeit: Und sind (und wissen’s nicht) in Mitte Der Ewigkeit.

Herder, J. G., Gedichte. Aus: Amor und Psyche. Auf einem Grabmal, 1796

Leben ist Veränderung. Dieser Veränderung zu widerstehen, wirkt dem Lebensfluß mehr entgegen, als sich ihr zu ergeben. Die Essenz des Lebens ist dessen Verlauf: Die Ereignisse, Bedingungen und Erfahrungen, die uns formen und zeitweise auch aus der Bahn werfen.

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Tote Fische schwimmen mit dem Strom, lebendige dagegen.

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Das Leben ist eine Quarantäne fürs Paradies.

Wander (Hg.), Deutsches Sprichwörter-Lexikon, 5 Bde., 1867-80

Das halbe Leben ist bereits draufgegangen, bevor wir wissen, was Leben ist.

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Das Leben ist wie ein geschicktes Zahnausziehen; man denkt, das Eigentliche soll erst kommen, bis man mit Verwunderung sieht, daß es schon vorbei ist.

Bismarck, O., Briefe. An seinen Bruder, 2. Juli 1855

Was ein Leben an Länge gewinnt, verliert es meist an Tiefe.

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Unsere Verabredung mit dem Leben findet im gegenwärtigen Augenblick statt. Und der Treffpunkt ist genau da, wo wir uns gerade befinden.

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