Leben Sprüche – zeit
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Mein Leben Mein Leben, ein Leben ist es kaum, Ich gehe dahin als wie im Traum. Wie Schatten huschen die Mensch hin, Ein Schatten dazwischen ich selber bin. Und im Herzen tiefe Müdigkeit – Alles sagt mir: Es ist Zeit ...
Kurz wird mir alle Zeit, Leicht wird mir Pein und Plag, Denk ich bei Nacht und Tag An Himmelsherrlichkeit.
Merkwürdig, daß man herumgehen und doch tot sein kann.
Die Ereignisse kommen nicht, sie sind da, und wir begegnen ihnen auf unserem Wege.
Die Welt sehn in einem Körnchen Sand, den Himmel in einem Blütenrund, die Unendlichkeit halten in der Hand, die Ewigkeit in einer Stund.
Es läßt sich im Leben doch nichts, gar nichts, nachholen, keine Arbeit, keine Freude, ja, sogar das Leid kann zu spät kommen.
»Zuweilen dünkt es mich, als trübe Geheime Sehnsucht deinen Blick – Ich kenn es wohl, dein Mißgeschick: Verfehltes Leben, verfehlte Liebel Du nickst so traurig! Wiedergeben Kann ich dir nicht die Jugendzeit – Unheilbar ist dein Herzeleid: Verfehlte Liebe, verfehltes Leben!«
Die zwei Gesellen Es zogen zwei rüstge Gesellen zum erstenmal von Haus, so jubelnd recht in die hellen, klingenden, singenden Wellen des vollen Frühlings hinaus. Die strebten nach hohen Dingen, die wollten, trotz Lust und Schmerz, was Rechts in der Welt vollbringen, und wem sie vorüber gingen, dem lachten Sinnen und Herz. Der erste, der fand ein Liebchen, die Schwieger kauft' Hof und Haus; der wiegte gar bald ein Bübchen, und sah aus heimlichem Stübchen ; behaglich ins Feld hinaus. Dem zweiten sangen und logen die tausend Stimmen im Grund, verlockend' Sirenen, und zogen ihn in der buhlenden Wogen farbig klingenden Schlund. Und wie er auftaucht' vom Schlunde, da war er müde und alt, sein Schifflein das lag im Grunde, so still wars rings in die Runde, und über die Wasser wehts kalt. Es singen und klingen die Wellen des Frühlings wohl über mir; und seh ich so kecke Gesellen, die Tränen im Auge mir schwellen ach Gott, führ uns liebreich zu Dir!
Das Menschenleben hat seine Gesetze, man muß sich ihnen mit freundlichem Gesicht fügen: Es ist uns bestimmt, zu altern und manchmal schwach oder krank zu werden, und zwar aller Ärztekunst zum Trotz.
Früh schwand mein Seelenfriede, Ach, ich genoß so heiß! Und ward des Lebens müde, Ein jugendlicher Greis.
Alles Leben steht auf Messers Schneide. Gleite aus und du ertrinkst in Leide.
Jeder Schritt im Leben ist ein Schritt dem Tode entgegen.
Ein töricht Wesen dünkt mich der Mensch, Treibt dahin auf den Wogen der Zeit, Endlos geschleudert auf und nieder, Und wie er ein Fleckchen Grün erspäht, Gebildet von Schlamm und stockendem Moor Und der Verwesung grünlichem Moder, Ruft er: Land! und rudert d'rauf hin, Und besteigt's – und sinkt – und sinkt – Und wird nicht mehr gesehn.
Für jeden Menschen kommt der Augenblick, in dem der Lenker seines Sterns ihm selbst die Zügel übergibt. Nur das ist schlimm, daß er den Augenblick nicht kennt, daß jeder es sein kann, der vorüberrollt.
Du wolltest leben und kamst nicht dazu. Du willst leben und vergißt es vor lauter Geschäftigkeit. Du willst das spüren, was in dir ist, und hast eifrig zu tun mit dem, was um dich ist – Verschüttet ist dein Lebensgefühl. Wenn du tot bist, wird es dir sehr leid tun. Noch ist es Zeit –!
Das Leben wäre nicht so kurz – aber man misst es gewöhnlich erst, wenn bereits viel davon fehlt.
Hätt' ich gezaudert zu werden, Bis man mir's Leben gegönnt, Ich wäre noch nicht auf Erden, Wie ihr begreifen könnt, Wenn ihr seht, wie sie sich gebärden, Die, um etwas zu scheinen, Mich gerne möchten verneinen.
Wenn ich betrachte meines Lebens Dauer, der Jahre Flucht und wie ich mich verlor, das Feuer sank, in dem ich glühend fror, die Ruhe schwand der regungslosen Trauer, wie Liebeswahn und Hoffen mir erstorben, wie in zwei Teile uns der Tod geteilt - auf Erden dieser, der im Himmel weilt -, wie ich verlor, was ich so schwer erworben, dann schreck ich hoch und berge mein Gesicht und neide noch dem Ärmsten seine Not, so bin von Angst und Schmerz ich übermannt. Mein Stern, mein Los, o ihr, Geschick und Tod, o unerbittliches und süßes Licht, in welche Tiefe habt ihr mich verbannt!
Hat alles auf Erden sein' Zeit und sein Ziel, Sorge und Leiden und fröhliches Spiel. Zieh' deine Straße im eigenen Licht! Lebe lebendig! Mehr braucht es nicht! Das andre erfüllt sich, so wie es muß! Lebendiges kommt zum lebendigen Schluß.
Gewöhne dich an den Gedanken, daß der Tod uns nichts angehe; denn alles Gute und Schlimme beruht auf Empfindung; der Tod aber besteht eben in der Aufhebung der Empfindung. Deshalb ermöglicht uns die richtige Erkenntnis, daß der Tod uns nichts angehe, erst den Genuß des sterblichen Lebens [...].
Wer lange lebt, erlebt viel Schlimmes.