Leben Sprüche – zeit

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Auch wenn wir ein Leben lang am selben Ort sind, legen wir doch jeden Abend an anderer Stelle unseren Kahn an.

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War man viel geplagt, ermüdet durch seine eigenen Empfindungen, so merkt man, daß man in den Tag hinein leben muß, viel vergessen, das Leben auspressen in dem Maß, als es verfließt.

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Lebenslied Den Erben laß verschwenden An Adler, Lamm und Pfau Das Salböl aus den Händen Der toten alten Frau! Die Toten, die entgleiten, Die Wipfel in dem Weiten Ihm sind sie wie das Schreiten Der Tänzerinnen wert! Er geht wie den kein Walten Vom Rücken her bedroht. Er lächelt, wenn die Falten Des Lebens flüstern: Tod! Ihm bietet jede Stelle Geheimnisvoll die Schwelle; Es gibt sich jeder Welle Der Heimatlose hin. Der Schwarm von wilden Bienen Nimmt seine Seele mit; Das Singen von Delphinen Beflügelt seinen Schritt: Ihn tragen alle Erden Mit mächtigen Gebärden. Der Flüsse Dunkelwerden Begrenzt den Hirtentag! Das Salböl aus den Händen Der toten alten Frau Laß lächelnd ihn verschwenden An Adler, Lamm und Pfau: Er lächelt der Gefährten. – Die schwebend unbeschwerten Abgründe und die Gärten Des Lebens tragen ihn.

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Wir beklagen uns unaufhörlich, daß unserer Tage so wenige seien, und wir betragen uns trotzdem so, als ob sie nie enden würden.

Kral (Hg.), Christliches Zitatenlexikon, hg. von Josef Kral, 1950. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des IGW Verlags

Ist denn nicht unser ganzes Dasein meistens ein Kopf-weg-Stecken vor dem Unvermeidlichen, vor dem armseligen Verdruß der nächsten Viertelstunde wie vor dem furchtbaren Jäger, dem Tode, der, gleichfalls in eine Staubwolke gehüllt, am Horizont der Wüste erscheint und hinter und über uns ist, während wir noch einen Spaß über ihn machen oder ihn in das Netz eines Dogmas oder eines philosophischen Systems verwickelt haben?

Raabe, Fabian und Sebastian, Erstdruck 1881. 10. Kapitel

Dies überstanden haben, auch das Glück ganz überstanden haben, still und gründlich, – bald war die Prüfung stumm, bald war sie mündlich, wer schaute nicht verwundert her zurück. Gekonnt hats keiner; denn das Leben währt weils keiner konnte. Aber der Versuche Unendlichkeit! Das neue Grün der Buche ist nicht so neu wie was uns widerfährt. Weils keiner meistert, bleibt das Leben rein. Ists nicht verlegne Kraft wenn ich am Morgen turne? Und von der Kraft, die war, wie leise spricht der Stein. Und auf dem leisen Stein wie fruchthaft schließt die Urne.

Rilke, Gedichte

Aus Warten besteht das Leben.

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Gedenke, daß du nicht lebst in der Welt, sondern an ihr nur vorüberziehst.

Tolstoi, Für alle Tage. Ein Lebensbuch. Erste vollständig autorisierte Übersetzung, hg. von Dr. E. H. Schmitt und Dr. A. Skarva, 2 Bde., Dresden 1906/07

Ist das ganze Dasein ein ewiges Trennen und Verbinden, so folgt auch, daß die Menschen im Betrachten des ungeheuren Zustandes auch bald trennen, bald verbinden werden.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus Wilhelm Meisters Wanderjahren, 1829. Betrachtungen im Sinne der Wanderer. Kunst. Ethisches. Natur

Welch' sittliche Qualen – und all' das um nach einigen Augenblicken zu sterben! Womit sich befassen und wozu? Die Zeit aber – sie ist ein Nichts, doch dein Leben ist inhaltsvoll, und der heutige Tag ist hundert Jahre wert, falls du in seiner Zeit Gott findest.

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Wer einen Tag gelebt hat, hat ein ganzes Menschenalter gelebt.

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Doch wer da lebt, die Erde zu gestalten, Kann drauf nicht lang und tiefe Ruhe halten.

Lenau, Die Albigenser. Versepos, entstanden 1838/1842

Er hat das Leben nicht gelebt, Es ging an ihm vorüber!

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Wisset, daß dieses Leben ein Elend ist und keine Seligkeit.

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Augen, die noch nicht sehen Augen, die noch nicht sehen, werden mein Grab einst blühen sehn; Füße, die noch nicht gehen, werden daran vorübergehn. Lippen, die noch nicht lachen, werden sich öffnen im Sonnenschein, Herzen, die noch nicht wachen, werden schlagen und fröhlich sein; werden dem Leben sich schenken, schenken der seligen Stunde sich, und werden der Toten so wenig gedenken wie einstmals ich!

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Da das Geistige wie das Materielle wandelbar ist und der Wechsel der Zeiten die Formen, welche das Gewand des äußeren wie des geistigen Lebens bilden, unaufhörlich mit sich rafft, ist das Thema der Geschichte überhaupt, daß sie die zwei in sich identischen Grundrichtungen zeige und davon ausgehe, wie erstlich alles Geistige, auf welchem Gebiete es auch wahrgenommen werde, eine geschichtliche Seite habe, an welcher es als Wandlung, als Bedingtes, als vorübergehendes Moment erscheint, das in ein großes, für uns unermeßliches Ganzes aufgenommen ist, und wie zweitens alles Geschehen eine geistige Seite habe, von welcher aus es an der Unvergänglichkeit teilnimmt.

Burckhardt, Weltgeschichtliche Betrachtungen, 1905 (posthum). I. Einleitung. 1. Unsere Aufgabe

O frage nicht! Wie wird doch Alles enden noch? Wie wird sich Alles wenden doch? – O frage nicht! Es gibt die Zeit, Wer weiß, dir nur zu bald Bescheid! Schon manches Sehnens bist du bar, Das deiner Jugend teuer war, Und jedes Jahr, das dir verstrich, Betrog um eine Hoffnung dich. Wie trügest noch mit festem Mut Du dieses Lebens mißlich' Gut, Blieb nicht für jeden nächsten Tag Der Ungewißheit Reiz dir nach? O frage nicht, was werden wird; Geh deine Straße unbeirrt, Und spende Dank dem Weltengeist, Daß du, was deiner harrt, nicht weißt.

Duboc, C. E., Gedichte. 1857

Wie der Strom des Gebirg's, wie des Bogens Geschoß, so eilen vorüber die Zeiten; wie die Blätter im Wald, wie die Blumen im Feld, so vergehn der Menschen Geschlechter.

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Der Lebensquell versiegt und wir gewahren Mit Schmerz, daß wir nicht bleiben, was wir waren.

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Das Leben ist ein Darlehn, keine Gabe – Du weißt nicht, wieviel Schritt du gehst zum Grabe, Drum nütze klug die Zeit: auf jedem Schritt Nimm das Bewußtsein deiner Pflichten mit. Gewöhne dich – da stets der Tod dir dräut – Dankbar zu nehmen, was das Leben beut; Die Wünsche nicht nach Äußerm zu gestalten, Sondern den Kern im Innern zu entfalten; Nicht fremder Meinung untertan zu sein, Die Dinge nicht zu schätzen nach dem Schein; Nicht zu verlangen, daß sie sollen gehn, Wie wir es wünschen – sondern sie verstehn, Daß wir uns bei Erfüllung unsrer Pflichten (Da sie's nach uns nicht tun) nach ihnen richten.

Bodenstedt, Die Lieder des Mirza-Schaffy, 1851. Vermischte Gedichte und Sprüche

Umsonst Was ist das Leben? Ein Irren Nach einem Nie-Genug, Und in ererbten Geschirren Ein Ackern mit rostigem Pflug. Ein Kämpfen mit all den leid'gen Sorgen, mit Qual und Not, Ein ewiges Sich-Verteid'gen Gegen Liebe und Tod!

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