Leben Sprüche – zeit
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Berechne jeden Tag, wie viel der Stunden du Verwendet hast auf Mittagsruh, Wie viel auf Schmauserei, wie viel Auf Tanz und Spiel Und auf Geschwätz, das nicht Gespräch gewesen ist, Und dann, o Mensch, zieh ab und sieh, wie alt du bist.
Wie kurz ist unser Leben, und doch sinnen wir auf Mittel, uns die Stunden rasch und angenehm vergehen zu lassen.
Bald vergehn des Lebens Herrlichkeiten, Bald entflieht das Traumbild eitler Macht, Bald versinkt im schnellen Lauf der Zeiten, Was die Erde trägt in öde Nacht. Lorbeern, die des Siegers Stirn umkränzen, Thaten, die in Erz und Marmor glänzen, Urnen, der Erinnerung geweiht, Und Gesänge der Unsterblichkeit!
Das Menschenleben gleicht der Flut: Den Launen des Schicksals sich fügen, ist gut.
Es gibt für den Sterblichen kein Zurück; auch nicht eine Minute kehrt in gleicher Weise wieder.
Blätter im Wind Treibende Blätter im Wind, Spielzeug der Lüfte wir sind. Wo wir einst liegen in Orten und Zeiten, Wo wir verwesen, hat nichts zu bedeuten; Da wo wir saßen am Lebensbaum, Hofft eine Knospe im Frühlingstraum.
Wendekreislauf Nehmen wir Geschehn für Leben, haben wir's nicht recht verstanden; Menschenleben ist das Leben so nur, wie wir es empfanden – ja, so schwärmt' ich seelentrunken. Wie mir alles wohlbehagte, was ich fühlte, was ich sagte, in mein Spiegelbild versunken! Doch jetzt heißt es: mit den Zielen, mit den Wegen sich beraten. Zwar den Jüngling ehrt sein Fühlen, doch dem Manne ziemen Thaten. Altgeschehnes, Neuerfahrnes, dunkel drängt es sich zusammen, und wir wissen nicht zu scheiden dieses Lodern seltner Flammen; denn darunter lebt ein Glühen seltenster Begebenheiten, und man fühlt ein still Bemühen, als ob Zeiten sich bereiten. Nah schon, will der Sonnenwagen wieder einen Kreis vollenden. Wird er durch den Steinbock jagen? wird er sich zum Krebse wenden? Schaudernd scheint er still zu stehen zwischen gleichen Finsternissen, und nun scheint er sich zu drehen, aber Du – wirst mitgerissen.
Nützet sie weise, die seligen Stunden, Pflücket die Rosen im Schimmer des Tau's! Rasch, wie die flüchtigen, süßen entschwunden, Welket die Blüte im Sturmesgebraus! Kälter in Schmerzen Werden die Herzen, Stumm sind die Klänge, das Lied ist aus! –
Daher werden die Meisten, wenn sie am Ende zurückblicken, finden, dass sie ihr ganzes Leben hindurch ad interim gelebt haben, und verwundert sein, zu sehen, dass das, was sie so ungeachtet und ungenossen vorübergehn ließen, eben ihr Leben war, eben das war, in dessen Erwartung sie lebten. Und so ist denn der Lebenslauf des Menschen, in der Regel, dieser, dass er, von der Hoffnung genarrt, dem Tode in die Arme tanzt.
(Prinzessin:)Wohl ist sie schön die Welt! In ihrer Weite Bewegt sich so viel Gutes hin und her. Ach, daß es immer nur um einen Schritt Von uns sich zu entfernen scheint, Und unsre bange Sehnsucht durch das Leben Auch Schritt vor Schritt bis nach dem Grabe lockt! So selten ist es, daß die Menschen finden, Was ihnen doch bestimmt gewesen schien, So selten, daß sie das erhalten, was Auch einmal die beglückte Hand ergriff! Es reißt sich los, was erst sich uns ergab, Wir lassen los, was wir begierig faßten. Es gibt ein Glück, allein wir kennen's nicht: Wir kennen's wohl, und wissen's nicht zu schätzen.
Unser Leben kann man mit einem Wintertag vergleichen: wir werden zwischen 12 und 1 des nachts geboren, es wird 8 Uhr, ehe es Tag wird, und vor 4 Uhr des Nachmittags wird es wieder dunkel, und um 12 Uhr sterben wir.
Es ist doch […] auch jetzt schon bewiesen, […] daß nämlich alles Lebende aus dem Gestorbenen entsteht.
Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Ist der Menschheit Leben.
Es kommt eine Zeit, wo wir nicht mehr vorwärts schreiten, die Höhen des Lebens hinter uns haben und nur noch verlieren können. ... Tiefe Traurigkeit, die nie ganz frei von Reue, umschleiert unser Herz, und spöttisch winken die versäumten Stunden.
Das Leben der Menschheit ist ein Ganzes, dessen zeitliche und örtliche Schwankungen nur für unsere schwachen Organe ein Auf und Nieder, ein Heil und Unheil darstellen, in Wahrheit aber einer höhern Notwendigkeit angehören.
Das Leben Was ist das Leben? – Nur ein Tag! Wozu hier so viel Müh' und Sorgen? Wer zählet ängstlich jeden Stundenschlag? Gleich viel, es end' am Abend oder Morgen!
Lang hab' ich gelebt – doch vergebens wie viel! Wie wenig ist übrig, wie nahe dem Ziel! Die Zeit – wie viel Hoffnungen tötet ihr Lauf? Der Tod – wie viel Banden, ach! löst er mir auf! Wir sind so töricht, wenn's Leben noch steigt, Wie müd' und wie trübe, wenn's abwärts sich neigt!
Das ganze Leben eines Menschen ist nichts als ein Augenblick. Genießen wir ihn.
Sehr oft gleich das Leben einem Schiffbruch, seine Trümmer sind die Freundschaft, der Ruhm, die Liebe. Die Ufer des menschlichen Daseins sind voll von ihnen.
Willst du todt sein für die Mitwelt, Um der Nachwelt Dank zu finden? Nimmer duften dir die Kränze, Die sich um den Grabstein winden. Darum stirb nicht um zu leben, Sondern lebe bis zum Sterben, Und die Sorge um die Zukunft Überlasse deinen Erben.
Ein Haufen von unbeglichenen Rechnungen – von solchen, deren Bezahlung man uns schuldig blieb und solchen, die wir nicht begleichen konnten – das ist am Ende die Bilanz unseres Lebens.