Leben Sprüche – zeit
886 Sprüche gefunden
Auf dem Maskenball des Lebens demaskiert sich mancher erst in der Todesstunde.
Wenn du das Leben aushalten willst, richte dich auf den Tod ein.
Die kommenden Tage Es weht ein Gespinst um die Brunnen der Nacht, Drin flattern die Wünsche des Lebens, Die einen so glühend, die andern so sacht Im Dunkel erwacht – Die Nornen sie wirken's und weben's. Versunken in brütenden Gründen, was war, Was sein wird, entbrodelt den Tiefen – Es steigen die Stunden, es jüngt sich das Jahr, Aufschimmert die Schar Der Tage, die schattenhaft schliefen. Nun schlürfen sie Blut an den Brüsten der Zeit, Schon wiehert das Kampfroß der Frühe, Der Hahn schlägt weitauf die Flügel und schreit In die Ewigkeit, Und Flut rauscht aufs Mühlrad der Mühe.
Manche Menschen haben angstvoll ihren Auftritt vor Augen. Sie denken immerzu an ihre Scene... dabei ist der Abgang viel schwieriger. Hier den richtigen Zeitpunkt nicht zu versäumen, ist wichtig ... viel wichtiger als der Auftritt.
Die Weltreihen Was ist unser thun auff Erden? An die Welt geboren werden: Sprach- und ganglos in der wiegen Sonder eigne hülffe liegen: Kriechen / lauffen / stehen / sizen / Hungern / dürsten / frieren / schwizen: Eitle müh und arbeit tragen: Sich mit vielen sorgen plagen: Und zu letzt den geist aufgeben: Wiedrum staub' und asche werden / Das ist unser thun auff Erden.
Wo ruhig sich und wilder Unstete Wellen teilen, Des Lebens schöne Bilder Und Kläng verworren eilen, Wo ist der sichre Halt? – So ferne, was wir sollen, So dunkel, was wir wollen, Faßt alle die Gewalt.
Unser Leben ist nur eine Folge unbedeutender Taten, die, zu Gott emporgetragen, aber unsere Ewigkeit formen.
Die Geschichte hat ihre Launen im Erhalten wie im Zerstören.
Nur Wanderer sind wir auf der Lebensreise, Paläste bauen ist nicht weise.
Ja – sein Leben bestand aus Augenblicken, und vor lauter Augenblicken war er nicht zum Leben gekommen.
Schwerer als auf anderen Zeiten der schwarze Tod, lastet auf unserem Zeitalter die Seuche des grellen Lebens.
Das Leben ist ein ermüdender Kreislauf, gleich einem Postwagen, der immer reist und nie weiter kommt.
Die Ruine Was war da versammelt für Herrlichkeit? Was hat da verblutet für Herzeleid? Da war aller Lust, allem Leide gerecht Im Kommen und Gehen manch stolz' Geschlecht Vor alter Zeit! Die Mauern, die öden, sie ragen weit, Kein Hall mehr in ihnen von Lust noch Streit; Die Chronik erzählet wohl manche Mär', Die Steine verschweigen Nutz und Lehr' Aus alter Zeit! Und wenn dann dich, Wandrer, hinabgeleit't Die Wehmut ob menschlicher Nichtigkeit, Bedenke, wie wenig an Frist vergeht, So wird auch veröden die unsre Statt' Gleich alter Zeit! Der Ort, wo du liefest im Kinderpfaid, Der Hain, wo du küßtest die erste Maid, Der Saal, der einst Zechern das Echo gab, Veröden, sowie auch dein Mal am Grab, Alt deine Zeit! Dann wallen wohl andre von Wegen weit Den Stätten zu unsrer Vergangenheit Und seufzen, wie einst wir, aus banger Brust: Wie sind wir der Sonne so kurz bewußt, Wie keine Zeit!
Das Leben ist eine Krankheit, von der wir uns alle 16 Stunden durch den Schlaf erholen. Der Schlaf ist das Linderungsmittel, der Tod das Heilmittel.
Das Leben ist ein Traum Das Leben ist ein Traum! Wir schlüpfen in die Welt und schweben Mit jungem Zehn Und frischem Gaum Auf ihrem Wehn Und ihrem Schaum, Bis wir nicht mehr an Erde kleben: Und dann, was ist's, was ist das Leben? Das Leben ist ein Traum! Das Leben ist ein Traum! Wir lieben, uns're Herzen schlagen, Und Herz an Herz Geschmolzen kaum, Ist Lieb' und Scherz Ein lichter Schaum, Ist hingeschwunden, weggetragen! Was ist das Leben? hör' ich fragen: Das Leben ist ein Traum! Das Leben ist ein Traum! Wir denken, zweifeln, werden Weise; Wir theilen ein In Art und Raum, In Licht und Schein, In Kraut und Baum, Studiren und gewinnen Preise; Dann, nah' am Grabe, sagen Greise: Das Leben ist ein Traum!
Siehe, wir träumen, wenn wir vom Tode reden. Ich habe manchen sterben sehen; aber so eingeschränkt ist die Menschheit, daß sie für ihres Daseins Anfang und Ende keinen Sinn hat.
Nacht Das Tal ist ertrunken in Nacht, Die taglang Mühsal vollbracht. Nur des Bergbachs Schwellen und Dämpfen Mahnt an das zeitlose Ringen und Kämpfen Der Lebensschlacht. Ein einziger bebender Schimmer durchbricht Das Dunkel. Ist es ein Totenlicht? Ist es ein Grüßen der Erde hinauf Zu den Geschwistern im Sternenlauf? Oder ein Hoffen des Ewig-Blinden, Oben erlösende Wahrheit zu finden? Rings um die Seele ist Nacht, Drin ist ein Funken entfacht, Möchte die Finsternis siegreich zerstreuen, Über erloschenen Sternen die neuen, Schlackenbefreiten mit Macht entzünden Und ob der Seele zum Himmel ründen.
Da ich das Dasein nicht nutzte, nutzte das Dasein mich ab.
Das Leben ist kurz, und die Zeit, die wir mit Gähnen verbracht haben, kann nicht ersetzt werden.
An das Leben Wieviel, o Leben, dank ich dir, Du Lehrer groß vor allen, Ob auch dein Rat nicht immer mir Im Augenblick gefallen. Du wiesest mir so manche Kunst, Die keine Meister lehren. Du zeigtest mir als eitel Dunst, Was viele heiß begehren. Nun bitt ich um das Eine dich. O woll mirs nicht versagen! Die letzte Kunst noch lehre mich: Mit heiterm Sinn entsagen!
Die allerschlimmste Krankheit ist das Leben; Und heilen kann sie nur der Tod.