Leben Sprüche – zukunft

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Augen, die noch nicht sehen Augen, die noch nicht sehen, werden mein Grab einst blühen sehn; Füße, die noch nicht gehen, werden daran vorübergehn. Lippen, die noch nicht lachen, werden sich öffnen im Sonnenschein, Herzen, die noch nicht wachen, werden schlagen und fröhlich sein; werden dem Leben sich schenken, schenken der seligen Stunde sich, und werden der Toten so wenig gedenken wie einstmals ich!

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Es wird Zeit, daß ihr das Leben lebt, wie ihr es euch erträumt habt.

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O frage nicht! Wie wird doch Alles enden noch? Wie wird sich Alles wenden doch? – O frage nicht! Es gibt die Zeit, Wer weiß, dir nur zu bald Bescheid! Schon manches Sehnens bist du bar, Das deiner Jugend teuer war, Und jedes Jahr, das dir verstrich, Betrog um eine Hoffnung dich. Wie trügest noch mit festem Mut Du dieses Lebens mißlich' Gut, Blieb nicht für jeden nächsten Tag Der Ungewißheit Reiz dir nach? O frage nicht, was werden wird; Geh deine Straße unbeirrt, Und spende Dank dem Weltengeist, Daß du, was deiner harrt, nicht weißt.

Duboc, C. E., Gedichte. 1857

Dunkeln muß der Himmel rings im Runde, Daß sein Sternenglanz zu leuchten wage; Stürmen muß das Meer bis tief zum Grunde, Daß ans Land es seine Perlen trage; Klaffen muß des Berges offne Wunde, Daß sein Goldgehalt ersteh' zu Tage: Dunkle Stunden müssen offenbaren, Was ein Herz des Großen birgt und Klaren.

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Wach auf! Wehende Winde Gehn über mich hin, Wandernde Träume Kreuzen den Sinn. Ziehende Sehnsucht Hemmt den Schritt, Locket und winket: Willst du nicht mit? Wallen und wandern, Weißt du wie einst? Bist du so müde, Liegst du und weinst? Sonne stieg siegend Aus Nebel und Nacht, Fruchtende Erde Ist froh erwacht. Leuchtende Segel Schmücken das Meer, Schäumende Wellen Wogen daher, Raunen und rauschen Ewigen Sang – Bist du so müde, Schläfst du so lang? Lauschige Lauben Im Dämmerlicht Warten und schweigen – Siehst du sie nicht? Glühende Rosen Blühen zum Kranz, Jubelnde Geigen, Klingen zum Tanz, Lachende Lieder Schlummern im Wein – Kannst du nicht singen, Bist du allein? Alles muß kommen, Alles muß gehn – Kannst du's nicht zwingen, Muß es geschehn! Siegendes Leben Geht seinen Lauf, Einsame Thräne Hält es nicht auf! Heb die verweinten Augen zum Licht – Lebe dein Leben, Fürchte es nicht!

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Blätter im Wind Treibende Blätter im Wind, Spielzeug der Lüfte wir sind. Wo wir einst liegen in Orten und Zeiten, Wo wir verwesen, hat nichts zu bedeuten; Da wo wir saßen am Lebensbaum, Hofft eine Knospe im Frühlingstraum.

Bosshart, J., Gedichte

Nützet sie weise, die seligen Stunden, Pflücket die Rosen im Schimmer des Tau's! Rasch, wie die flüchtigen, süßen entschwunden, Welket die Blüte im Sturmesgebraus! Kälter in Schmerzen Werden die Herzen, Stumm sind die Klänge, das Lied ist aus! –

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Umsonst wirst du von einem Lebennachdir träumen, wenn du das Lebenumdich nicht zu erkennen weißt.

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Ich habe gelebt für das Ganze, bald lebe ich mit ihm.

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Es kommt eine Zeit, wo wir nicht mehr vorwärts schreiten, die Höhen des Lebens hinter uns haben und nur noch verlieren können. ... Tiefe Traurigkeit, die nie ganz frei von Reue, umschleiert unser Herz, und spöttisch winken die versäumten Stunden.

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Lang hab' ich gelebt – doch vergebens wie viel! Wie wenig ist übrig, wie nahe dem Ziel! Die Zeit – wie viel Hoffnungen tötet ihr Lauf? Der Tod – wie viel Banden, ach! löst er mir auf! Wir sind so töricht, wenn's Leben noch steigt, Wie müd' und wie trübe, wenn's abwärts sich neigt!

Burns, R., Songs and Poems

Herz, schöpf aus die tausend Quellen, die dir freudefunkelnd schwellen in dem Strahl des Sonnenlichts! Laß die heil'gen Lebensfluten nicht verrinnen und verbluten in das abgrundtiefe Nichts. Noch hast du die Kraft zu fangen, bald wohl ist der Tag vergangen, und des Abends Schatten fällt; bald, wer weiß, mußt du vollenden und du gehst mit leeren Händen aus der überreichen Welt.

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Delinquenten des Lebens, die wir sind, von denen keiner eine Begnadigung zu hoffen hat, bitten wir nur um eine schmerzlose Hinrichtung.

Pauly, Aphorismen, 1905

Beste Welt und bestes Leben? Beide können nur besserwerden, aber nichtsein, als sie in jedem gegebenen Augenblickesind.

Gött, Tagebücher und Briefe. Aus den Tagebüchern 1894-1900, hg. von Roman Woerner, München 1914. 15. Februar 1897

Die kommenden Tage Es weht ein Gespinst um die Brunnen der Nacht, Drin flattern die Wünsche des Lebens, Die einen so glühend, die andern so sacht Im Dunkel erwacht – Die Nornen sie wirken's und weben's. Versunken in brütenden Gründen, was war, Was sein wird, entbrodelt den Tiefen – Es steigen die Stunden, es jüngt sich das Jahr, Aufschimmert die Schar Der Tage, die schattenhaft schliefen. Nun schlürfen sie Blut an den Brüsten der Zeit, Schon wiehert das Kampfroß der Frühe, Der Hahn schlägt weitauf die Flügel und schreit In die Ewigkeit, Und Flut rauscht aufs Mühlrad der Mühe.

Henckell, Gedichte, 1898. Im Weitergehn, 1911

Wo ruhig sich und wilder Unstete Wellen teilen, Des Lebens schöne Bilder Und Kläng verworren eilen, Wo ist der sichre Halt? – So ferne, was wir sollen, So dunkel, was wir wollen, Faßt alle die Gewalt.

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Geh' deinen Weg Auf rechtem Steg, Fahr' fort und leid', Trag' keinen Neid, Bet', hoff' auf Gott In aller Noth, Sei still und trau, Hab' acht und schau; Groß' Wunder wirst du sehen.

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Lebe in der Gegenwart, um für die Zukunft bereit zu sein.

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Die Ruine Was war da versammelt für Herrlichkeit? Was hat da verblutet für Herzeleid? Da war aller Lust, allem Leide gerecht Im Kommen und Gehen manch stolz' Geschlecht Vor alter Zeit! Die Mauern, die öden, sie ragen weit, Kein Hall mehr in ihnen von Lust noch Streit; Die Chronik erzählet wohl manche Mär', Die Steine verschweigen Nutz und Lehr' Aus alter Zeit! Und wenn dann dich, Wandrer, hinabgeleit't Die Wehmut ob menschlicher Nichtigkeit, Bedenke, wie wenig an Frist vergeht, So wird auch veröden die unsre Statt' Gleich alter Zeit! Der Ort, wo du liefest im Kinderpfaid, Der Hain, wo du küßtest die erste Maid, Der Saal, der einst Zechern das Echo gab, Veröden, sowie auch dein Mal am Grab, Alt deine Zeit! Dann wallen wohl andre von Wegen weit Den Stätten zu unsrer Vergangenheit Und seufzen, wie einst wir, aus banger Brust: Wie sind wir der Sonne so kurz bewußt, Wie keine Zeit!

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Warum klagst du, Pilger dieser Erden? Förd're muntern Schrittes deinen Lauf! Sinkt der Tag, so muß es Abend werden, Und der Stern der Hoffnung geht dir auf. Ungestört ruht dann der Lebensmüde, Ausgekämpft ist nun der schwere Streit. Aufwärts schaun in die Unendlichkeit Über Gräbern wohnt der wahre Friede.

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Nacht Das Tal ist ertrunken in Nacht, Die taglang Mühsal vollbracht. Nur des Bergbachs Schwellen und Dämpfen Mahnt an das zeitlose Ringen und Kämpfen Der Lebensschlacht. Ein einziger bebender Schimmer durchbricht Das Dunkel. Ist es ein Totenlicht? Ist es ein Grüßen der Erde hinauf Zu den Geschwistern im Sternenlauf? Oder ein Hoffen des Ewig-Blinden, Oben erlösende Wahrheit zu finden? Rings um die Seele ist Nacht, Drin ist ein Funken entfacht, Möchte die Finsternis siegreich zerstreuen, Über erloschenen Sternen die neuen, Schlackenbefreiten mit Macht entzünden Und ob der Seele zum Himmel ründen.

Bosshart, J., Gedichte