Leben Sprüche – zukunft

328 Sprüche gefunden

Aktive Filter: Leben zukunft

Einen Maientag hat das Leben, Einen Schöpfer-Augenblick, Läßt du ihn vorüberschweben, Kehrt er nimmer dir zurück.

Internet

Tag meines Lebens! die Sonne sinkt. Schon steht die glatte Flut vergüldet. Warm atmet der Fels: schlief wohl zu Mittag das Glück auf ihm seinen Mittagsschlaf? – In grünen Lichtern spielt Glück noch der braune Abgrund herauf. Tag meines Lebens! gen Abend gehts! Schon glüht dein Auge halbgebrochen, schon quillt deines Taus Tränengeträufel, schon läuft still über weiße Meere deiner Liebe Purpur, deine letzte zögernde Seligkeit.

Nietzsche, Dionysos-Dithyramben, 1889. Die Sonne sinkt

Aber gerade wie nach dem Winter der Frühling kommt, so kam auch immer nach dem Geistestode der Menschen neues Leben, und das Heilige bleibt immer heilig, wenn es auch die Menschen nicht achten.

Hölderlin, F., Briefe. An seine Mutter

Leise rauschend durch Ruinen Zieht der Abendwind, Flüstert alte, düst're Märchen, Die vergessen sind. Von den Bäumen herbstestraurig, Sinkt nun Blatt auf Blatt, Sucht in der Ruine Schweigen Eine Grabesstatt. Fallen wird auch sie, Die trotzig manch' Jahrhundert stand, Ziehen werden, wo sie ragte, Nebel übers Land. »Märchenhaft ist dieses Leben!« Seufzt der Abendwind: In der heißen Brust erglommen Mir zwei Wünschlein sind: Meinem Leben eine Seele, Die sich meiner eint, Meinem Grabe eine Thräne, Die die Liebe weint!

Internet

Über dem Haupt dir Segeln die Wolken, Tragen den schnellen Tötenden Blitz. Über dem Haupt dir Strahlen die Sterne, Winken dir traut In trauriger Nacht. Nieder zu dir hin Fahren die Blitze, Doch zu den Sternen Streben mußt du!

Internet

Nichts ist zählebiger, als ein Provisorium.

Internet

Eingelegte Ruder Meine eingelegten Ruder triefen, Tropfen fallen langsam in die Tiefen. Nichts, das mich verdroß! Nichts, das mich freute! Niederrinnt ein schmerzenloses Heute! Unter mir – ach, aus dem Licht verschwunden – Träumen schon die schönern meiner Stunden. Aus der blauen Tiefe ruft das Gestern: Sind im Licht noch manche meiner Schwestern?

Internet

Es wechseln Völker und Geschicke, Die Menschheit geht die gleiche Bahn.

Kinkel, G., Gedichte, 1852. Des Dichters Leben und Betrachtung in deutschen Weisen. Aus: Menschlichkeit

Wir harren nicht mehr ahnungsvoll Wie sonst auf blaue Märchenwunder; Wie sich das Buch entwickeln soll, Wir wissen's ganz genau jetzunder. Wir blätterten schon hin und her, – Denn ruchlos wurden unsre Hände – Und auf der letzten Seite sahn Wir schon das schlimme Wörtlein Ende.

Internet

Fichtenrauschen – Mondscheinleuchten heben an ein seltsam Singen, und im lichten Glaste flimmert's wie von weißen Geisterschwingen ... Wirfst du endlich ab die Hülle, kehrst du wieder heim, Verlorner? wachst du auf aus deinen Träumen, nie Gestorbner – nie Geborner?! Sahst du dich im goldnen Kahne durch des Lebens Fluten gleiten, nur gewichen sind die Ufer, und erweitert sind die Weiten... Deine Flügel sind entfaltet über Raum und alle Zeiten, Tod und Leben sind nur Formen, Träume dumpfer Sinnlichkeiten.

Hart, Triumph des Lebens, 1898. Aus: Totentanz

Stiftungslied Reicht den Becher in die Runde! Freudig preisen wir die Stunde, Wo wir uns aus fernen Landen Brüderlich zusammenfanden Zu dem schönsten Jugendbunde. Alter Neid, der uns verblieben, Alter Haß, er sei vertrieben. Wer da haßt, der lebt vergebens, Denn die Summe unsres Lebens Sind die Stunden, wo wir lieben. Wo wir irren, wo wir fehlen, Wollen wir uns nicht verhehlen, Aber heimlich und im Rücken Der Verleumdung Dolch zu zücken, Bleibe den gemeinen Seelen. Was wir denken, was wir streben, Was wir lieben und erleben, Sei vereint in diesen Stunden Doppelt schön von uns empfunden, Unsre Herzen zu erheben. Dieser Geist, der uns durchdrungen, Lebe frisch und unbezwungen Immer fort in diesen Hallen, Wenn wir längst in Staub zerfallen Und dies Lied schon längst verklungen.

Busch, W., Gedichte. Die Kneipe des Vereins Jung-München, 1859-1871

Wie die Lieder wirbelnd erklingen! Wie sie fiedeln, zwitschern und singen! Wie aus den Blicken die Funken springen! Wie sich die Glücklichen liebend umschlingen! Jauchzend und schrankenlos, Sorglos, gedankenlos Dreht sich der Reigen, Der Lebensreigen. – Ich muß schweigen, Kann mich nicht freuen, Mir ist so angst ... Finster am Bergesrand Wandelt die Wolke, Hebt sich des Herren Hand Dräuend dem Volke: Und meine Augen, sie sehens alleine, Und meine Sorgen verstehens alleine ... Es fiel auf mich in der schweigenden Nacht, Und es läßt mich nicht los, Wie dumpfer hallender Glockenlaut, Es folgt mir durch die Frühlingspracht, Ich hör es durch der Wellen Getos: Ich habe den Frevel des Lebens geschaut! Ich sah den Todeskeim, der aus dem Leben sprießt, Das Meer von Schuld, das aus dem Leben fließt, Ich sah die Fluten der Sünden branden, Die wir ahnungslos begehen, Weil wir andere nicht verstanden, Weil uns andere nicht verstehen.

Hofmannsthal, H., Gedichte. Frühe Verse. Sünde des Lebens, 1891

Gebet Jahr um Jahr hab' ich gerungen Und erlitten Schmerz um Schmerz; Aber stark und unbezwungen Hielt sich mein gequältes Herz. Wie sich auch die Wolken ballten, Wie das Leben sich verschwor – Mit stets reinerem Entfalten Schwang sich still mein Geist empor. Treu erglühend für das Echte, Hab' ich fast das Ziel erreicht; Blickt mich an, ihr ew'gen Mächte: Dieser Scheitel ist gebleicht. Und die Flamme meines Lebens Neigt sich mählich zum Verglüh'n – Gönnt mir noch den Rest des Strebens, Gönnt mir noch ein letztes Müh'n. Laßt mich noch getrost vollenden, Was ich ernst und fest begann, Und auf sanften Götterhänden Traget mich von hinnen dann! – Also fleh' ich, von den Schwingen Der Erfüllung leis umweht – Und doch fürchtend, daß mein Ringen Im Verhängnis untergeht!

Internet

Ja, das ist ein großes Ding, dass wir auf ein Fahrzeug gesetzt sind, das unter Sternen dahinsegelt, die uns mit Augen die Ewigkeit über uns erkennen lassen.

Pauly, Aphorismen, 1905

Jedes Jahrzehnt des Menschen hat sein eigenes Glück, seine eigenen Hoffnungen und Aussichten.

Goethe, Die Wahlverwandtschaften, 1809. 2. Teil, 12. Kap., Eduard zum Major

Ein glückseliges Leben ist der Genuß der Gegenwart; das ewige Leben ist die Hoffnung der Zukunft.

Internet

Lebe heute, vergiß die Sorgen der Vergangenheit.

Internet

Das Leben ist ein steter Kampf der Zukunft mit ihrer Mutter, der Vergangenheit.

Raupach, Die Hohenstaufen. Ein Cyclus historischer Dramen, 8 Bde., 1837

Wir sollen nicht nur leben, als ob wir morgen sterben, sondern auch, als ob wir noch hundert Jahre leben könnten.

Ebner-Eschenbach, Aphorismen (in: Österreich in Geschichte und Literatur, Band 18), 1974

Jetzt ist kein Hafen mehr in Sicht, Die Welle stürzt schon breiter, Die Segel brüsten sich im Licht: Jetzt, Jungs, wird's heiter! Seht die Sonne schweben, Seht die Wolken ziehn; Freier rauscht das Leben, Alle Ufer fliehn. Das Steuer prompt in wacher Hand, Bald fest die Hand, bald lose: So, Jungens, kreuzt man mit Verstand Durchs Weltgetose! Seht den Wimpel schweben, Seht die Möwen ziehn; Leicht rauscht alles Leben, Wenn die Ufer fliehn. Im Fluge naht die Stunde zwar, Da geht's zurück zum Hafen, Vielleicht zum allerletzten gar: Dann, Jungs, geht schlafen! Seht den Himmel schweben, Seht die Sterne ziehn; Weiter rauscht das Leben, Alle Ufer fliehn.

Internet

Wohl mir, mein müder Geist Wird wieder Staub, Wird, wie der Weltlauf kreist, Wurzel und Laub; Wird sich des keimenden Daseins freuen, Frühlingstriebe still erneuen, Saftige Früchte zur Erde streuen; Freilich sein spreitendes Dach zu belauben, Wird er andern die Säfte rauben, Andern stehlen Leben und Lust: Wohl mir, er frevelt unbewußt!

Hofmannsthal, H., Gedichte. Sünde des Lebens