Liebe Sprüche – hochzeit

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An *** Nein, nein, ich gebe mich, ich kann und darf es nicht, der Liebe nicht mehr hin, ich muß ihr widerstehen; mein Herz verlangt nach Ruh, verlangt nach Gleichgewicht, es soll hinfort nicht mehr entflammen und vergehen; genug hab ich geliebt; doch warum wird mir leicht, warum will sich mein Geist in flüchtigen Träumen lösen, wenn es geschieht, daß stumm an mir vorüberstreicht ein junges, himmlisches, unschuldig reines Wesen, und naht und sich verliert?... Ist's meinem Blick verwehrt, in traurig-süßer Lust dem Mädchen zu begegnen, ihr leise nachzugehn und, still in mich gekehrt, mit Freude und mit Glück das Leben ihr zu segnen und für sie zu erflehn das wohl der ganzen Welt, der Seele heitere Ruh, ein schattenloses Leben, ach, auch das Glück des Manns, dem sie so wohlgefällt, daß er gewillt ist, ihr den Namen Frau zu geben.

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Ja, die Lieb ist 'n eigen Ding.

Claudius, Asmus omnia sua secum portans, oder Sämtliche Werke des Wandsbecker Bothen, 1774-1812. Rezension zu Die Leiden des jungen Werthers, 1774

Die Lieb ist ewig.

Silesius, Cherubinischer Wandersmann, 1675

Die Liebe aber ist das Höchste.

Schelling, Philosophische Untersuchungen über das Wesen der menschlichen Freiheit, 1809

Liebe ist ja selber der stärkste Zauber, jede andere Verzauberung muß ihr weichen.

Heine, Elementargeister, 1837

Schweig. Die Liebe ist göttlich und hellseherisch; sie weiß alles.

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Die Liebe ist nicht blind, aber sie sieht nicht.

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Die Liebe ist blind, das ist die gemeine Rede, deren Stempel nicht zu verkennen ist; aber ist sie nicht im Gegenteil allein sehend?

Schleiermacher, F., Briefe. An Eleonore Grunow, 26. August 1802

Die Lieb' ist süß Bis ihr wachsen Hand und Füß.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Die Liebe ist Glut und Flut.

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Die Liebe ist ein Fest – es muß nicht nur vorbereitet, sondern auch gefeiert werden.

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Doch bleibt vom Glanz bräutlichen Blicks mächtig erweckt, siegreich der Liebestrieb, der im Rat beisitzt den großen Ursatzungen. Denn allmächtig ist Aphrodites Lockung.

Sophokles, Antigone, ca. 442 v. Chr

Wenn man von einer schönen Frau geliebt wird, kommt man auf dieser Welt immer mit heiler Haut davon.

Voltaire, Zadig oder das Schicksal (Zadig ou la destinée), 1747

Man ist in der Liebe darum ungerecht, weil man den andern für vollkommen hielt.

Jean Paul, Bemerkungen über uns närrische Menschen, 1783-99. Jenner 1797

Die Liebe ist der Liebe Preis.

Schiller, Don Carlos (ursprünglich Dom Karlos), Infant von Spanien, 1782-1787; Erstdruck des ganzen Dramas 1787. 2. Akt, 8. Auftritt, Prinzessin von Eboli

Die Liebe macht den Menschen zu Gott und Gott zum Menschen.

Feuerbach, Das Wesen des Christentums, 1841. Erster Teil. Das wahre, d. i. anthropologische Wesen der Religion. 4. Kapitel: Gott als moralisches Wesen oder Gesetz

Leicht ist die Liebe am Anfang, es folgen aber die Schwierigkeiten.

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An Arist Wenn der gute Himmel mir Ewig, ewig, doch vergönnte, Daß ich, braver Mann, mit dir Meine Tage verleben könnte! Nimmer, nimmer wollt' ich dann Noch nach andern Freuden jagen. Ja, fürwahr! ich wollte d'ran Kein gemeines Opfer wagen. Lieb' und Wein wollt' ihn entsagen, Deren doch ein froher Mann Nicht gar leicht entraten kann.

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Die Geduld, das ist erst die rechte Liebe.

Auerbach, Sämtliche Schwarzwälder Dorfgeschichten, entstanden 1842-80 (diverse Einzeldrucke), 10 Bde., 1884. Neunter Band. Des Lorles Reinhard, 1876

Verständige Liebe O Liebe, die ich endlich nun erfaßt und die du mich so ganz ergriffen hast, daß ich nur dir, nur dir zu eigen bin, nimm mich; nimm mich; ich gebe mich dir hin. Wer sich mit seinem Sein in dich versenkt, dem wird von dir ein besseres geschenkt, denn was du von ihm nimmst, gibst du als Glück, als Seligkeit ihm tausendfach zurück. So will ich durch dich und in dir allein nur im Beglücken selbst auch glücklich sein, will nimmer rasten und will nimmer ruhn, nur was du willst, nichts Anderes tun. Jedoch damit ich ja nicht irre geh und unter Lieben schwach zu sein versteh, so gib mir deinen Bruder an die Hand, den klugen Lebensführer, den Verstand!

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Hier im Wald mit dir zu liegen, moosgebettet, windumatmet, in das Flüstern, in das Rauschen leise liebe Worte mischend, öfter aber noch dem Schweigen lange Küsse zugesellend, unerschöpflich – unersättlich, hingegebne, hingenommne, ineinander aufgelöste, zeitvergeßne, weltvergeßne. Hier im Wald mit dir zu liegen, moosgebettet, windumatmet.

Morgenstern, C., Gedichte