Liebe Sprüche – hochzeit

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Liebe ist Bestimmung. Doch hängt ihre Einlösung vom Zufall ab. Der unerlösten Liebespaare sind Legion.

Hagemann, Aphorismen zur Liebesweisheit, 1921

Warm soll das Herz bleiben, feurig in der Liebe, und schöner ist wohl nichts auf Erden als ein grau Haupt über einem warmer Liebe vollem Herzen.

Gotthelf, Jacobs, des Handwerksgesellen, Wanderungen durch die Schweiz, 1846/47. Drittes Kapitel: Jakob kömmt nach Basel und kriegt Gift, aber nicht in den Leib

Es gibt nichts Ernsteres als ein Liebespaar. Für die Beteiligten selbst. Aber auch nichts Komischeres. Für die Anderen.

Hagemann, Aphorismen zur Liebesweisheit, 1921

Echte Liebe schenkt tausendmal mehr Wonnen als die flüchtigen Leidenschaften, die wir erregen.

Balzac, Der Ehefrieden (La Paix du ménage), 1830

Nur in den seltensten Fällen hält die Liebe der Allgegenwart stand.

Balzac, Der Ehevertrag (Le contrat de mariage), 1835 (dt. 1846)

…die wahre Liebe trifft wie der Blitz mitten ins Herz, und sie ist stumm wie der Blitz…

Gorki, Italienische Märchen, 1906-13

Die Liebe ist am treuesten, wenn sie eine unglückliche ist.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Das Beste, was Liebende im Laufe der Zeit einander werden können, das ist: Surrogate ihrer Träume oder Symbole ihrer Sehnsucht.

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927

Alles fand die Menschheit im wilden Zustand, die Tiere, die Früchte, die Liebe.

Goncourt, Ideen und Impressionen (Idées et sensations), 1866 (dt. 1904)

Meiner Frau In deinem Zimmer fand ich meine Stätte. In deinem Zimmer weiß ich, wer ich bin. Ich liege tagelang in deinem Bette Und schmiege meinen Körper an dich hin. Ich fühle Tage wechseln und Kalender Am Laken, das uns frisch bereitet liegt. Ich staune manchmal still am Bettgeländer, Wie himmlisch lachend man die Zeit besiegt. Bisweilen steigt aus fernen Straßen unten Ein Ton zu unserm Federwolkenraum, Den schlingen wir verschlafen in die bunten Gobelins, gewirkt aus Küssen, Liebe, Traum.

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Auch in der Liebe fällt kein Meister vom Himmel. Aber nie wird eine Frau ein Mädchen lehren. Eine große Amoureuse wird es durch den Mann.

Hagemann, Aphorismen zur Liebesweisheit, 1921

Frauen haben sich in Liebesdingen nichts zu sagen.

Hagemann, Aphorismen zur Liebesweisheit, 1921

Große Seelen macht die Liebe größer.

Schiller, Don Carlos (ursprünglich Dom Karlos), Infant von Spanien, 1782-1787; Erstdruck des ganzen Dramas 1787. 4. Akt, 5. Auftritt, Carlos

Liebe und Treue bestehen aber nur zwischen Herzen und Herzen, nicht zwischen Geld und Geld, nicht zwischen Wollust und Wollust, nicht zwischen Hochmut und Hochmut, am allerwenigsten zwischen Eitelkeit und Eitelkeit.

Gotthelf, Leiden und Freuden eines Schulmeisters, 1838-39. 19. Kapitel: Etwas vom Wesen und Treiben der Liebe, und wie es sich bei mir gestaltet

Sich lieben und verstehen ist selten und doch kann und wird wahre Liebe nur bestehen, wenn man sich gegenseitig versteht.

Martin, Ein Buch der Weisheit und Wahrheit, 1868

Des ird'schen Lebens ganze Seligkeit Keimt in zwei Herzen, wo die Liebe waltet.

Körner, Hedwig. Drama, 1812

Man sprach zur Liebe: "Schreibe!" Sie schrieb den eig'nen Namen. Man sprach zur Liebe: "Lese!" Sie las den eig'nen Namen. Man sprach zur Liebe: "Rechne!" Sie sann, und sprach dann lächelnd: "Das hab' ich nicht gelernt!"

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Jede Frau ist zunächst bange vor dem Manne, überhaupt bange vor der Liebe. Ist es, bis zu gewissem Grade, immer wieder. Man soll ihr deshalb Zeit lassen, sich an den Mann zu gewöhnen. Auch an den Mann ihrer Wahl. Sie hat dann immer noch Gelegenheit genug, sich baß zu wundern.

Hagemann, Aphorismen zur Liebesweisheit, 1921

Darin liegt die Erhabenheit der Liebe, daß sie den persönlichen Zweck aufhebt.

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Ein roher Mann, wird er auch noch so sehr am Feuer der Liebe gebraten, es wird nie etwas Genießbares d'raus.

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Nicht früher darfst du dich von einer Frau geliebt glauben, ehe du nicht sicher bist, ihre ganze erotische Sehnsucht auf dich allein vereinigt und alle anderen Möglichkeiten ihres Wesens, auch die ungeahntesten, zur Wirklichkeit erlöst zu haben.

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927