Liebe Sprüche – hochzeit

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Liebende sind eitel.

Balzac, Die Lilie im Tal (Le lys dans la vallée), 1835

Wer zu sehr der Liebe frönt, verzichtet auf Reichtum wie Weisheit.

Bacon, Essays oder praktische und moralische Ratschläge (The Essayes or Counsels, Civill and Morall), 1597 (1612 und 1625 um neue Essays erweitert). Über die Liebe (Of Love)

Noch suche ich! Nie liebt' ich Weiber, nein! ich such' das Weib, Das Weib der Wahrheit – ohne Wunden, Von schöner Seele wie von schönem Leib, In dem die Sehnsucht soll gesunden. Noch suche ich das Weib der Harmonie. Doch jede Sehnsucht weist in Fernen, in immer weit're… Und ich bog das Knie Drum keiner Einzigen Augensternen. Es gab mir jede Frau nur einen Strahl Der vollersehnten Liebessonne; So ward mir jedes Weib zu neuer Qual, Niemals zu ganzer Wahrheit Wonne. Nur Eine nehm' ich aus: die Mutter mein Und dann die Mutter meiner Kinder. Die Mutter aber ließ mich längst allein. Der Andern Herz gehört nicht minder Den Kindern und viel Liebbedürft'gen mehr. … So geht die tiefste Sehnsucht wandern, Und sucht die Liebe, deren Hand nie leer, Und die ihr Leben läßt dem Einen Andern.

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Die letzte Liebe ist die wahre.

Altmann, Die Sprichwörter der Russen, die einen allgemeinen Charakter haben, im Gegensatz zu denen, die eine lokale Färbung tragen, 1855

Das glückliche Weib liebt schwächer als das unglückliche.

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Was sich liebt und füreinander geboren ist, findet sich leicht zusammen: verwandte Seelen grüßen sich schon aus der Ferne.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Erster Band. Über die Universitätsphilosophie

In der Liebe nimmt der Geschmack zu, wenn die Leidenschaft abnimmt.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Die Liebe hat, wie unsere Erde, zwei Pole und eine Mittagslinie. Bleibe, wenn es dir möglich ist, in den gemäßigten Gürteln; denn nicht wenige, wenn sie die Linie passieren, büßen darüber den Verstand ein.

Coutelle (Hg.), Pharus am Meere des Lebens. Anthologie für Geist und Herz, hg. von Carl Coutelle [I. Ausgabe], 4., sehr verbesserte und vermehrte Auflage 1858 (EA: 1833)

Das große Fest ist einmal nur im Jahr – Seit ich dich seh, ist Festzeit immerdar. An einem Tag traegt Rosenlast der Zweig – Dein Antlitz trägt für mich stets Rosenschar. Einmal pflückt Veilchensträuße ich im Hag, Nie welkt ein Veilchen mir: dein dunkles Haar. Nur eine Woche blüht Narzisse auf – Stets bleibt die schönste mir: dein Auge klar. Narzisse ist nur frisch, so lang sie wacht – Schön ist, obs schläft, obs wacht, dein Augenpaar. Im Lenz nur duftet der Jasminenstrauch – Du, Hyazinthe, bist des Dufts nie bar. Duft schenkt den Hyazinthen, die ihn hüten, Die Locke dein, die Seelenspeise war. Sie sprießt aus Silber, jene nur aus Stein, Die krönen Felsen, sie Zypressen rar. Stolz ist im Hag Zypresse immergrün – Doch kläglich stellt sie neben dir sich dar!

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Wenn man nur die wahre von der falschen Liebe unterscheiden könnte, so wie man eßbare von giftigen Pilzen unterscheidet! Mit Pilzen ist es so einfach – man salzt sie gut ein, legt sie zur Seite und wartet geduldig. Aber bei der Liebe – sobald man auf etwas gestoßen ist, das auch nur die entfernteste Ähnlichkeit damit aufweist, ist man vollkommen sicher, daß es nicht nur ein echtes Exemplar ist, sondern vielleicht der einzige noch nicht gepflückte echte Pilz. Es braucht eine schreckliche Menge giftiger Pilze, bis man einsieht, daß das Leben nicht ein großer, eßbarer Pilz ist.

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Alter Park In der Altstadt, die nur so heißt, – denn, wo einst Winkelgäßchen gekauert, dünstig vom Mittelalter umschauert, dehnen Zinshausstraßen sich dreist, – Eine Oase, die jedes Aug' preist: Uralte Bäume, ein Garten ummauert, haben Jahrhunderte überdauert bei der Kapelle zum heiligen Geist. Aus dem Rasen – fern Stadtlärm und Hast! ragen verstreut zu der Bäume Füßen schräge Steinplatten, grau und bemoost. Gern hält Liebe hier Abendrast; die fühlt hier dankbar des Lebens Grüßen, ahnt nicht, daß sie auf Friedhofsgrund kost.

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Liebe ist eine Frucht, welche von selbst reift, auch ohne Sonnenschein.

James, Rosa d'Albret, oder Stürmische Zeiten (Rose d'Albret, or Troublous Times), 1844

Und die Liebe lohnt mit Leid Immerdar am Ende.

Geibel, E., Gedichte. Aus: Wenn es rote Rosen schneit

In der Liebe gibt es keine andere Religion und Tugend als das Lieben.

Goltz, Zur Charakteristik und Natur-Geschichte der Frauen, 1859

Was die Götter nicht wissen Ares und Aphrodite ruhten auf rosigem Wolkenpfühl, kosten, träumten und warfen zeitweise dem Getriebe der Lebewesen auf der rollenden Kugel Erde einen lässigen Blick zu. Nun aber ging dort etwas vor, das die regere Aufmerksamkeit der Schaumgeborenen erweckte und ihr zu denken gab. Ihre Stirn umflorte sich; sie schloß den olympischen Heros fester an ihr Herz und fragte: »Wie lang wird unsere Liebe dauern? Was meinst du wohl?« Ares küßte ihre ambrosischen Lippen. »Das weiß ich so wenig, wie du es wissen kannst, himmlische Spenderin seligster Stunden«, sprach er, »und kein Gott weiß es.« »Nun denn, schau und höre!« Sie deutete mit der Hand auf vier Erdbewohner, von denen zwei, zärtlich umschlungen, dahinwallten, zwei, Flügel an Flügel geschmiegt, sich in der Luft wiegten: ein Menschenpaar und ein Paar Eintagsfliegen, und beide Pärchen, Menschen und Eintagsfliegen, schwuren einander feurig, aus tiefinnerster, jubelvoller Überzeugung – ewige Liebe. Der Gott und die Göttin lächelten, ein bißchen ironisch, ein bißchen wehmütig: »Eigentlich – beneidenswert!« sagten sie.

Ebner-Eschenbach, M., Parabolisches

Ein guter Moment, um einer Frau eine Liebeserklärung zu machen, ist bei der Rückkehr von der Beerdigung ihres Mannes.

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Zwei Liebchen Ein Schifflein auf der Donau schwamm, Drin saßen Braut und Bräutigam, Er hüben und sie drüben. Sie sprach: "Herzliebster, sage mir, Zum Angebind, was geb ich dir?" Sie streift zurück ihr Ärmelein, Sie greift ins Wasser frisch hinein. Der Knabe, der tät gleich also, Und scherzt mit ihr und lacht so froh. "Ach, schöne Frau Done, geb sie mir Für meinen Schatz eine hübsche Zier!" Sie zog heraus ein schönes Schwert, Der Knab hätt lang so eins begehrt. Der Knab, was hält er in der Hand? Milchweiß ein köstlich Perlenband. Er legt's ihr um ihr schwarzes Haar, Sie sah wie eine Fürstin gar. "Ach, schöne Frau Done, geb' sie mir Für meinen Schatz eine hübsche Zier!" Sie langt hinein zum andernmal, Faßt einen Helm von lichtem Stahl. Der Knab vor Freud entsetzt sich schier, Fischt ihr einen goldnen Kamm dafür. Zum dritten sie ins Wasser griff: Ach weh! da fällt sie aus dem Schiff. Er springt ihr nach, er faßt sie keck, Frau Done reißt sie beide weg: Frau Done hat ihr Schmuck gereut, Das büßt der Jüngling und die Maid. Das Schifflein leer hinunterwallt; Die Sonne sinkt hinter die Berge bald. Und als der Mond am Himmel stand, Die Liebchen schwimmen tot ans Land, Er hüben und sie drüben.

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Das blaugrüne Geheimnis oder der verräterische Kirchturm Wann wars, daß wir lagen im grünen Gras? Im Juli ferne. Was sagtest du, daß du mich habest, was? "Kein bißchen gerne." Was blühte dir in den roten Mund? Mariamargretchen. Wem meintest du, daß du gleichest im Grund? "Einem Gartenbeetchen." Ich sprach: "Ja, was soll ich nun eigentlich Kraut, Wen Unkraut nennen?" Wie ein Iltis hast du mich angeschaut. Nicht zu verkennen. Wir hatten auf unserm Sommersitz Vergnüglich gedauert. Da kam hinterm Hügel ein Kirchturmspitz Hervorgelauert. "Ja komm nur, du Frommer! und spionier! Spitz Nas' und Ohren! Notiere dir jeden Kuß wegen mir! Bist stumm geboren. Was nützt dir der Zeiger im Zifferblatt Als Stunden zu drehen? Gut, daß er kein Sprachrohr im Schnabel hat, Er würd' uns verkrähen." Und weil einmal Leichtsinn und Würde nicht sehr Zusammenpassen, So schnitten wir eben, es war nicht schwer, Dem Kirchturm Grimassen. Wir stiegen am Abend voll blauen Glücks Aus dem grünen Himmel. Da verfolgt uns der Kirchturm hinterrücks Mit Glockengebimmel: "Fürio! ihr Leute! Landjäger herbei! Weglagerer, Diebe! Es zünseln, es brenzeln die beiden zwei Brandstiftende Liebe!" "Ei, daß dich das Wetter, du Schreihals du! Der Blitz soll dich treffen! Uns erst mit erlogener Kirchhofruh So schändlich zu äffen!" Was hilfts? jetzt weiß doch die Lästerwelt, Wie wir es halten. Drum wollen wir nur um so fester, gelt? Zusammenhalten.

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Wer da will der Liebe leben, Muß sich ganz der Liebe geben, Sich nicht teilen, nicht zersplittern, Ganz im Kuß hinüberzittern; Muß des Herzens ganzes Drängen Auf des Mundes Spitze zwängen; Muß nicht denken, rechnen, klügeln, Sich nicht fesseln oder zügeln; Muß den Arm nicht ängstlich halten, Gilt es, Hüften zu umfalten; Nicht voll Scheu die Hand befühlen, Gilt's, im seidnen Haar zu wühlen; Muß im seligen Versenktsein Unklar, ob er ist und denkt, sein.

Strachwitz, M. G., Gedichte. Lieder eines Erwachenden. Ein Dutzend Liebeslieder. Aus: Ganz oder gar nicht

„Die Liebe hat zwei gefährliche Feinde: Armut und Langeweile. Überhaupt hängt ihre Dauer teilweise von Dingen ab, die gar nichts mit ihr zu tun haben.“

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906. Was Amor leise spricht

Ewige Liebe schwören, heißt nicht mit dem morgigen Tag rechnen.

Oesch (Hg.), Portugiesische Sprichwörter, ausgewählt und übersetzt von Will A. Oesch, Zürich 1945